Bremer Tourneetheater überzeugt

Ernstes Thema humorvoll präsentiert

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Die Schauspieler werben im Stück einfallsreich um Spenden für Afrika.

Hollen - Von Marion Thiermann. Das Bremer Tourneetheater präsentierte am Freitagabend in der voll besetzten „Kastanie“ in Hollen die Schauspiel-Satire „Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner“. Die Akteure verknüpften auf der Bühne Humor und Ernsthaftigkeit zugleich.

Das rund zweistündige Stück stammt aus der Feder von Ingrid Lausund, auch bekannt unter dem Pseudonym Mizzi Meyer, die als Drehbuchautorin von „Der Tatortreiniger“ mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde. Nicht unbekannt ist auch die Regisseurin Barbara Begerow mit ihren reichhaltigen Erfahrungen von zahlreichen Schauspielen und Musicals deutschlandweit.

Das Stück handelt von vier Schauspielern und einem Musiker, die einen Wohltätigkeitsabend für ein afrikanisches Schulprojekt proben. Da die erhoffte Prominenz abgesagt hat, nehmen sie die Sache selbst in die Hand. Jeder von ihnen überlegt sich eine inspirierende Idee, wie man am besten die Spendenmotivation anderer wecken kann – aber ohne Klischees und Vorurteile.

Wer bekommt den größten Redeanteil, wer ist am ambitioniertesten, wessen Motive am wahrhaftigsten? Eva (gespielt von Silke Bollhorst) mit ihrer tiefen moralischen Überzeugung, die Welt retten zu können, Eckhardt (Claus Franke) der sich nicht entscheiden kann, ob er lieber einem Hunger leidenden Jungen oder einem Mädchen, das seine Arme verloren hat, helfen soll, oder der junge, liebenswert-charmante Leo (Simon Gilles), der verunsicherte Rainer (Frank Stuckenbrok) oder doch die vorherrschende Diva Christin (Sissi Zängerle)? Durch die verschiedenen Meinungen und ein geändertes Programm hinter dem Rücken von Leo, kommt es zu Diskussionen und Streit. Aus Wut über das ganze Drama liefert Eckhardt dann ganz unbewusst den perfekten Spendenaufruf ...

„Benefiz – Jeder retten einen Afrikaner“ ist brisantes, spannendes Stück zu einem aktuellen gesellschaftlichen Thema, das zum Nachdenken anregt. Natürlich kann man mit zehn Euro nicht die Welt verändern, aber die eines Kindes in Afrika. Verbunden mit viel Humor und den passenden Mimiken strapazierte die Aufführung aber auch die Lachmuskeln der begeisterten Zuschauer, die die Schauspieler immer wieder mit Applaus belohnten.

Nicht nur in dem Stück ging es um eine Schule für Kinder in Afrika, die durch den Krieg unter Elend, Armut, Hunger und Krankheiten leiden. Tatsächlich konnten die Gäste auch Geld in eine Spendenbox werfen, um ein reelles Projekt (eine Schule für Bissau) zu unterstützen. Anhand von Plakaten konnte man sich über das Land, den Verein „Deutsch-Guineische-Gesellschaft“ und natürlich die Schule informieren. „Bei der letzten Aufführung kamen 800 Euro in der Box zusammen, die wir an die Schule überwiesen haben, wir haben sogar ein Dankesbrief für die Spende bekommen“, erklärten die Leiterinnen des Tourneetheaters, Silke Bollhorst und Sissi Zängerle. „Wir haben lange nach einem Stück gesucht, das zu unserem Ensemble passt. Als wir ,Benefiz’ von Ingrid Lausund gelesen haben, stand fest – das ist es“.

Infos zum Projekt unter

www.eineschulefuerbissau.de

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