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Ernst Garlisch digitalisiert 2 000 Negative aus der Nachkriegszeit in Bruchhausen-Vilsen

Schwarz-Weiß-Aufnahme einer Schulklasse aus den 1950er-Jahren
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Eine Schulklasse läuft von der Brautstraße in Richtung Lindenallee, vorbei an den Häusern Bäcker-Matthies (links) und Textil-Vassmer. Im Hintergrund ist Lebensmittel Möser-Hagemann zu erkennen.

Br.-Vilsen – „Nachkriegszeit in Bruchhausen-Vilsen“, so lautet der Arbeitstitel eines Buchprojekts, das Ernst Garlisch binnen Jahresfrist umsetzen möchte. Er hatte das Glück, weit mehr als 2 000 betagte Negative aufzutun. „Ein Schatz“, schwärmt er.

Als Chronist des Turnvereins (TV) hatte sich Ernst Garlisch im Sommer auf den Weg gemacht, um dem früheren Leichtathleten Nils Kenyeressy eine Jubiläumschronik des Vereins zu überreichen. Kenyeressy bewohnt mit seiner Frau Christa ein Rentnerdomizil am Kohlwührensee. „Ich hab auch etwas für dich“, sagte Nils Kenyeressy bei dieser Gelegenheit und schleppte einen alten Schuhkarton an: „Diesen Karton weiß ich bei dir gut aufgehoben.“

In diesem Karton befanden sich eine Vielzahl von Schwarz-Weiß-Negativen. „Konkrete Personen konnte ich auf den schmalen Streifen zunächst nicht erkennen, Gebäude ließen sich nur erahnen“, erinnert sich Ernst Garlisch an den ersten Eindruck. Um den Schatz zu heben, gibt es nur einen Weg: die Negative müssen digitalisiert werden. Das kann Wolfgang Meyer aus der Brokser Marienstraße. Heute liegen 2 140 digitalisierte Schwarz-Weiß-Aufnahmen vor. „Das sind zum größten Teil Unikate“, freut sich Ernst Garlisch.

Fotografiert hat seinerzeit der Vater von Nils, Josef Kenyeressy. Er befuhr mit seinem Fahrrad die Straßen des Ortes, zückte hin und wieder seine Kamera und hielt alle möglichen Ereignisse auf seinen Fotos fest, erinnert Ernst Garlisch. „Josef war gehbehindert und schrieb hauptsächlich Artikel für das Hoyaer Wochenblatt. Einige der Fotos wurde dann auch in der Zeitung veröffentlicht“, weiß er.

Im Bild festgehalten ist nahezu alles, was in den Nachkriegsjahren im Ort passierte: Bau des Betonwerkes Konrad, des Altersheims und der Schulen auf dem Moorfeld, Einweihung einer Vilsa-Abfüllanlage am Schützenplatz, Ladevorgänge am Bahnhof, Bau und Einweihung des Sportplatzes bei Mügge, Besuch des Brokser Marktes, Erschließung mehrerer Baugebiete, Impressionen von Schützenfesten und vom Schwimmbad. „Es dauert Stunden, sich das alles anzusehen“, erzählt Garlisch begeistert.

Die Fotos wurden bisher von Nils Kenyeressy, Wolfgang Meyer, Dieter Schütt, Elisabeth Meyer, Karl Sandvoß, Wilfried Müller und Elisabeth Bockhop gesichtet, alles kundige Interessierte an der Geschichte des Ortes. „Alle waren begeistert“, teilt Ernst Garlisch mit.

Wer sich an diese Jahre zurückerinnern möchte, dem möchte Garlisch die Aufnahmen nicht vorenthalten. „Ich wähle 300 Bilder aus und erstelle daraus ein Buch“, kündigt er an. Denn diese fotografischen Erinnerungen an Ereignisse im Bruchhausen-Vilsen der Nachkriegszeit möchte er auch für Nachkommen er- und wachhalten. Ende 2022 möchte er das Werk fertig habend und dann zum Selbstkostenpreis anbieten: „Ich will damit nichts verdienen.“

Für dieses Projekt sucht er jetzt weitere Fotos aus Privatbesitz. Sie sollten aus den Jahren 1946 bis 1965 stammen. Er wird die Originale ebenfalls digitalisieren und dabei sorgsam vorgehen, sagt er zu. Wer das Buchprojekt mit Aufnahmen unterstützen und bereichern kann, den bittet Ernst Garlisch, sich bei ihm unter Telefon 04252/1485 zu melden. Bis zum 1. Februar möchte er das Sammeln und Digitalisieren abschließen, um sich dann ganz der Auswahl und der Produktion widmen zu können.

Anschließend übergibt Ernst Garlisch in Absprache mit der Familie alle Negative aus dem Kenyeressy-Bestand dem Archiv der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen. Dessen Leiterin Elisabeth Meyer freue sich schon auf diese fotografischen Dokumente der ereignisreichen Jahre um 1950, sagt er. „Dadurch kann ein weiteres Stück Ortsgeschichte auch für nachfolgende Generationen aufbewahrt und erhalten werden“, meint er.

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