Entwurf für Neubau in Martfeld begeistert Sozialausschuss

Ein Kindergarten mit Zukunft

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So soll er aussehen, der neue Kindergarten in Martfeld. Der Entwurf des Architekturbüros „Das Syndikat“ stieß am Mittwochabend im Sozialausschuss auf breite Zustimmung.

Br.-Vilsen/Martfeld - Von Mareike Hahn. Begeisterung in allen Fraktionen: Der Entwurf für den neuen Kindergarten in Martfeld erntete am Mittwochabend im Sozialausschuss der Samtgemeinde nicht nur Applaus, sondern auch viele lobende Worte.

Martin Heller vom heimischen Architekturbüro „Das Syndikat“ stellte im Rathaus Bruchhausen-Vilsen die Planungen für das Gebäude vor – und verriet auch endlich, wo es stehen soll: gegenüber dem Seniorenheim, auf einer nördlich davon gelegenen Ackerfläche. Wie berichtet, kommt auf den jetzigen Kindergarten an der Schulstraße ein massives Platzproblem zu. Denn im Sommer 2018 läuft der Mietvertrag mit dem Seniorenheim aus, wo zurzeit zwei Gruppen untergebracht sind. In der Grundschule, die sich wie der Kindergarten an der Schulstraße befindet, ist – entgegen ersten Hoffnungen – kein Platz für die Kinder. Rund zwei Jahre lang wägten Verwaltungsmitarbeiter, Politiker sowie Vertreter des Kindergartens und der Elternschaft verschiedene Möglichkeiten ab. Das Ergebnis: Ein Neubau muss her.

Die Weichen stellte der Rat der Samtgemeinde, die für den Kindergarten zuständig ist, im Februar: Er stellte im diesjährigen Haushalt 250000 Euro bereit, um den Kindergarten-Bau im Detail zu planen. Der Löwenanteil soll 2017 und 2018 dazukommen.

„Die Gemeinde Martfeld beteiligt sich finanziell, indem sie das Finanzierungskonzept mitträgt und 140000 Euro dazugibt“, erklärte Sozialdemokrat Michael Albers, Vorsitzender des Sozialausschusses und gleichzeitig Ratsherr in Martfeld. Er machte keinen Hehl daraus, dass vor diesem Ergebnis einige Diskussionen standen. „Wir haben auch darüber gesprochen, den demnächst leer stehenden Netto-Markt umzubauen, aber letztendlich wollte die überwältigende Mehrheit des Martfelder Rats das nicht“, sagte Albers. „Die Lage an der Durchfahrtsstraße ist obskur, es wäre bei den Räumlichkeiten ein schlechter Kompromiss, und wie hoch die Kosten am Ende gewesen wären, ist unklar.“

Architekt Heller präsentierte den Entwurf des „auf die Bedürfnisse und die Arbeitsweise in Martfeld“ abgestimmten Neubaus. „Das Gebäude soll klar strukturiert und gegliedert sein, damit sich die Kinder gut orientieren können“, sagte er. „Zudem planen wir eine große Oberfläche und viele große Fenster, damit wir viel Tageslicht haben und die Kinder überall rausgucken können.“ Der Haupteingang soll an der Seite zum Seniorenheim platziert sein.

Etwa 910 Quadratmeter bieten genug Platz für vier Kindergarten- beziehungsweise Krippen-Gruppen. In einem großen Bewegungsraum können auch Veranstaltungen stattfinden. „Erweiterungsmöglichkeiten für eine fünfte und eine sechste Gruppe sind vorhanden“, fuhr Heller fort. Auch in Sachen Verpflegung sind alle Eventualitäten bedacht: „Ein Küchenbereich ist eingeplant, sodass es bei Bedarf möglich wäre, dort selbst zu kochen – nur für die Martfelder oder sogar noch für weitere Kinder“, sagte Heller. Da das zunächst aber nicht vorgesehen ist, wird die Küche noch nicht entsprechend ausgestattet, ergänzte Cattrin Siemers, Ressortleiterin Bildung bei der Samtgemeinde.

Die Kosten für den Neubau schätzt der Architekt auf 2,438 Millionen Euro. „Ohne Kreditaufnahme wird es nicht funktionieren“, sagte Siemers. Wie hoch genau der Grundstückspreis sein werde, stehe noch nicht fest. Im Haushalt sind für den Erwerb vorsorglich 50000 Euro eingeplant. Siemers: „Wir werden eine Fläche von etwa 3500 Quadratmetern kaufen.“

Um bei der Ausstattung des neuen Kindergartens Geld zu sparen, sollen so viele Möbel und Spielgeräte wie möglich vom alten Standort mitgenommen werden.

Die Bauzeit beträgt nach Hellers Einschätzung neun bis zwölf Monate. „Die Zeit drängt“, machte der Architekt klar. Die Samtgemeinde hofft auf eine 180000-Euro-Förderung im Zuge der niedersächsischen „Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen für den Ausbau der Tagesbetreuung für Kinder unter drei Jahren“, muss den Bau dafür aber Ende 2017 abgerechnet haben. „Um das zu schaffen, müssen wir spätestens in diesem November anfangen zu bauen“, prognostizierte Heller.

Die Politiker begrüßten das Vorhaben: „Wir bekommen ein Gebäude, das die aktuellen Bedürfnisse abdeckt und in die Zukunft guckt“, freute sich Michael Albers. Werner Pankalla (CDU) stand alleine da mit seiner Meinung, dass sich die Samtgemeinde eine solche Investition nicht leisten könne. „Ich bin froh, dass wir den Kindergarten so darstellen können“, sagte Reinhard Thöle (SPD) und sprach von einem „wirklichen Gewinn“. Sein Parteikollege Georg Pilz fand: „Wir können uns nicht kaputt sparen, wir müssen in die Zukunft investieren.“

„Jetzt geht die Detailplanung weiter“, kündigte Albers an. „Wir wollen noch ein paar kleine Änderungen am Entwurf vornehmen und zum Beispiel manche bodentiefen Fenster durch normale ersetzen, um mehr Stellfläche zu bekommen“, fügte Siemers hinzu.

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