„Turn Up 4 Tolerance“ könnte 2019 wiederholt werden

„Schule ohne Rassismus“: „Ein Aushängeschild“ des Gymnasiums

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Die Mitglieder der AG „Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage“ mit Schulleiter Reinhard Heinrichs (hinten, rechts) und ihrem Mentor Tim Schöning (hinten, links).

Br.-Vilsen - Von Heiner Büntemeyer. Seit 2016 trägt das Gymnasium Bruchhausen-Vilsen den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Kollegium und Schülerschaft sind natürlich bestrebt, diesen Titel mit Leben zu füllen und ihm immer wieder gerecht zu werden. Das gilt sowohl für den täglichen Umgang miteinander als auch für besondere Projekte, die Zeichen setzen sollen gegen rechte Tendenzen, gegen Diskriminierung, gegen Rassismus und für Demokratie und Vielfalt.

Eins dieser Projekte war das Konzert „Turn Up 4 Tolerance“ am 19. Mai 2017 in der Mensa-Halle. Organisiert hatte es die Arbeitsgemeinschaft (AG) „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. In der Mensa-Halle war es brechend voll, als die vier Bands „Rogers“ aus Düsseldorf, „Faakmarvin“ aus Bremen, „Lenna“ aus Stuhr und „Anne fuer sich“ voll aufdrehten und ihre musikalische Botschaft gegen Rechts verkündeten.

Neben dem fünfstündigen Konzert hatten die Veranstalter zahlreichen Organisationen, Vereinen und Gruppen eine Gelegenheit gegeben, an Infoständen über ihre Bemühungen gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus zu informieren.

Diese Aktion fand eine gewaltige Resonanz. Nicht nur bei den Besuchern, sondern auch in der Öffentlichkeit. „Diese AG ist ein Aushängeschild unserer Schule“, lobt Schulleiter Reinhard Heinrichs. In Kürze soll die Schule für dieses Engagement ausgezeichnet werden. Sie hat im vergangenen Jahr am bundesweiten Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ des von der Bundesregierung ins Leben gerufenen „Bündnisses für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt“ (BfDT) teilgenommen und ist mit 1000 Euro ausgezeichnet worden. Das Geld soll in die Schularbeit fließen.

Ehemalige Mitglieder kehren gerne zurück

Kürzlich trafen sich mehrere Mitglieder der AG. Einige von ihnen haben das Gymnasium nach ihrem Abitur im Sommer verlassen, kehrten aber gern einmal wieder zurück, um gemeinsam mit ihrem Mentor, Lehrer Tim Schöning, und Schulleiter Reinhard Heinrichs über die Resonanz auf das Konzert zu sprechen.

Es sei damals mit unglaublich viel Arbeit verbunden gewesen, die Veranstaltung vorzubereiten, hieß es. Sponsoren mussten eingebunden, passende Bands engagiert und entsprechende Werbung gestaltet werden. „Vieles davon haben wir in unserer Freizeit erledigt“, sagt Jan Luka Wilde. Viele haben die Organisation zusätzlich zur Vorbereitung auf das Abitur gemeistert.

Jalain Scharbert berichtet, dass sie sich über die volle Unterstützung durch das Kollegium und die Schulmitarbeiter gefreut haben, wobei Tim Schöning besonders an die Mitarbeit seiner Kolleginnen Imke Winkelmann und Kerstin Steinbach erinnert. Auch außerschulische Organisationen wie das Vilser Jugendhaus und der Verein „Lebenswege begleiten“ hätten das Projekt aktiv unterstützt.

Gegenwärtig arbeitet die AG an neuen Projekten. Zunächst gibt sie Newsletter mit eigenen Beiträgen zur Flüchtlingspolitik, zum Rassismus in den USA und zu allgemeinen politischen Themen heraus. „Im Idealfall könnten diese Newsletter zu einem Dialog unter den Schülern führen“, hoffen die AG-Mitglieder.

Stolperstein-Projekt in Planung

Ein zweites Projekt, das sie gegenwärtig vorbereiten, sind die sogenannten Stolpersteine, die vor Häusern ins Pflaster eingelassen werden, in denen Juden vor ihrer Deportation im Dritten Reich zuletzt gelebt haben. Diese Aktion setzt umfangreiche und sorgfältige Recherchen voraus. Jalain Scharbert hat bereits im Fleckenarchiv gearbeitet, und die Archivare haben der AG ihre Unterstützung zugesagt. Parallel zu den Recherchearbeiten bemüht sich die Schülergruppe gegenwärtig um eine finanzielle Unterstützung, damit die Kosten für die Stolpersteine – 120 Euro kostet die Herstellung und Verlegung eines Steins – aufgebracht werden können.

Natürlich hat der Erfolg des Konzerts „Turn Up 4 Tolerance“ seine Spuren hinterlassen. Daher ist es nur verständlich, dass auch an eine Wiederholung in ähnlicher Form gedacht wird. Angesichts des damit verbundenen großen Zeit- und Arbeitsaufwands wird daraus wohl erst 2019 wieder etwas, schätzen die Jugendlichen.

www.stolpersteine.eu

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