Eltern sorgen sich um Kindergartenkinder

Busfahrt ohne Gurt ist „regelkonform“

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Mediengruppe Kreiszeitung

Samtgemeinde - „Wer übernimmt die Verantwortung, wenn ein Dreijähriger unter den Sitz rutscht, schwerste Hirnverletzungen erleidet und zum Pflegefall wird?“ Geht es um den Bustransport von Kindergartenkindern, hat die Sicherheit wohl für alle Eltern höchste Priorität. Und so betonte ein Vater bei der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen, dass es inakzeptabel sei, die Kids in einem Bus ohne Anschnallgurte mitfahren zu lassen. Eben das passiere aber immer wieder, wenn die Mädchen und Jungen beispielsweise vom Kindergarten zum Schwimmbad gebracht werden oder einen Ausflug zum Theater machen. Das Thema hat jüngst für Aufregung in der Elternschaft gesorgt.

Cattrin Siemers, Ressortleiterin Bildung bei der Samtgemeinde, kennt die rechtlichen Rahmenbedingungen: „Die Kinder sollten grundsätzlich angeschnallt werden – wenn die Busse Anschnallgurte haben. Auch Busse ohne Gurte dürfen verwendet werden, der volle Versicherungsschutz ist gegeben“, fasste sie während der Ausschusssitzung zusammen. Eine Ausnahme bildeten Kleinbusse mit einem Gewicht unter 3,5 Tonnen.

Bei Theaterfahrten stellten die Verkehrsbetriebe Grafschaft Hoya (VGH) normalerweise Reisebusse mit Gurten zur Verfügung, fuhr Siemers fort. „Aber bei kurzen Fahrten über Land ist das in der Regel nicht so.“ Siemers sieht keine andere Möglichkeit, als auch Busse ohne Gurte zu verwenden: „Wenn die Eltern nicht damit einverstanden sind, müssen wir die Fahrten einstellen, die betroffenen Kinder müssen im Kindergarten bleiben, oder ihre Eltern müssen sie fahren.“

VGH-Mitarbeiter Toni Gebauer erklärte gestern auf Nachfrage, dass der Betrieb „nichts Ungesetzliches“ mache: „Wir agieren natürlich regelkonform.“ Kindergartengruppen führen häufig einfach mit den gurtlosen Linienbussen mit. Bei eigenen Fahrten liege es in der Hand der Kindergärten, was für einen Bus sie buchen. „Jeder kann einen Reisebus mit Gurten wählen, wenn er bereit ist, dafür zu bezahlen“, sagte Gebauer. Wie viel höher die Kosten für einen mit Gurten ausgestatteten Bus im Vergleich zu einem ohne sind, „kann ich so nicht sagen“. Das hänge von der Art des Fahrzeugs, der Personenzahl und der Streckenlänge ab.

Sind Gurte vorhanden, sei nicht der Busfahrer dafür verantwortlich, dass sie auch verwendet werden. Gebauer: „Er muss auf die Anschnallgurte hinweisen, aber dass sie benutzt werden, liegt in der Eigenverantwortung der Fahrgäste. Bei Kindern müssen sich die Erwachsenen darum kümmern, die die Aufsichtspflicht haben.“

mah

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