Elektro-Mobilisten: Morgen großes Treffen

Treibstoff aus der Steckdose

Br.-Vilsen - „Es gibt nichts Schöneres als ein Elektro-Auto zu fahren“, schwärmt Carsten Hüneke. Seine Bilanz nach drei Jahren Alltag mit dieser neuen Fahrzeug-Technik: „Es ist ein stressfreies, entschleunigtes Fahren – wie im Urlaub. Sie können während der Fahrt die Vögel singen hören!“

Mit dieser Einstellung ist Hüneke alles andere als allein, wie die Internet-Seite „GoingElectric“ beweist. Dort tauschen sich die Fahrer von Elektro-Autos aus und organisieren Treffen – bundesweit. Morgen sind E-Autobesitzer aus ganz Deutschland und dem nahen Ausland von 10 bis 17 Uhr am Gasthaus „Zum Dillertal“ in Bruchhausen-Vilsen zu Gast. „Rund 100 Autos kommen“, so Carsten Hüneke, der die Internetseite „GoingElectric“ mit zwei weiteren Begeisterten betreut. Aus Magdeburg und Berlin, Dänemark und Holland, Köln und Hamburg kommen die Teilnehmer demnach – nicht nur zum Fachsimpeln und zum Erfahrungsaustausch.

„Wir wollen mit Privatleuten ins Gespräch kommen“, blickt Hüneke auf Autofahrer, die ihre Fahrzeuge noch mit Treibstoff aus Rohöl betanken müssen. Ihnen wollen die Elektro-Automobilisten auch Probefahrten anbieten, um sie für die neue Fahrzeugtechnik zu begeistern. Den Treffpunkt am „Dillertal“ haben die Organisatoren nicht zuletzt deshalb ausgewählt, weil die Avacon als Energieversorger dort eine Schnellladestation mit allen drei möglichen Anschlusssystemen installiert hat. Innerhalb von 20 Minuten sei das Elektro-Auto dort zu 80 Prozent aufgeladen, sagt Hüneke. „In dieser Zeit kann man ja Kaffee und Kuchen genießen“, schlägt er vor. Zwischen 120 und 150 Kilometer reicht die elektrische „Tankfüllung“. Ganz handfest setzen sich die E-Autofahrer um Carsten Hüneke für weitere Ladesäulen ein, sie sammeln Spenden dafür. Offensichtlich mit großem Erfolg: „Das dauert bis zu vier Tagen, dann haben wir die Spenden für so eine Säule zusammen.“ So tief wie herkömmliche Autofahrer müssen Elektro-Mobilisten nicht in die Tasche greifen. „An fast allen öffentlichen Ladestationen ist der Strom kostenlos“, sagt Hüneke. Ansonsten koste eine normale Ladung zwischen fünf und sechs Euro. Ein Elektro-Auto verursache so gut wie keine Wartungskosten („eine große Inspektion kostet 50 Euro“). Hüneke besitzt schon zwei: Einen Renault Twizy und einen Renault Kangoo.

Gibt es Herausforderungen für E-Automobilisten? „Die Bundesregierung! Sie möchte Elektrofahrzeuge nicht auf dem Markt haben“, ärgert sich Hüneke. Mit Hilfe von BMW und VW würde der sogenannte CCS-Anschluss in Deutschland durchgedrückt – weltweit würden aber „Typ 2“ und CHAdeMO-Adapter genutzt.

sdl

www.goingelectric.de

Rubriklistenbild: © dpa

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