Asendorfer Theatergruppe „De Spektaklers“ probt für ihr neues Stück „Familie Hummel“

„Einen Sambuca gegen die Aufregung“

Die Schauspieler (von links) Oliver Bartens, Katrin Gieße, Karoline Hansack, Till Dannemann, Petra Detering und Reiner Döhrmann freuen sich auf einen vollbesetzten Saal bei der Premiere im Gasthaus Uhlhorn. Foto: Nala Harries

Asendorf – Das Wohnzimmer, welches der Asendorfer Theatergruppe „De Spektaklers“ als Kulisse für ihre bevorstehenden Aufführungen des plattdeutschen Stücks „Familie Hummel“ dient, ist auf der Bühne des Gasthauses Uhlhorn in Asendorf (Alte Heerstraße 23) schon vage zu erkennen. Ein Schrank sowie andere Accessoires sollen noch hinzukommen, erklärt Gerald Runge, der sich um die Haare und Bärte der sechs Darsteller kümmert. „Jeder schaut, was er noch so zu Hause hat“, sagt er. Doch derzeit sieht es noch reichlich kahl auf der Bühne aus, insbesondere die rauen Wände stechen ins Auge. Um dieses Problem zu lösen, schlägt Reiner Meyer, der „Alterspräsident“ der Gruppe, prompt einen von drei Tapetenkatalogen auf, die zur Auswahl auf dem Tisch liegen. „Es wird die Gestreifte hier!“, verkündet er kurze Zeit später. Meyer ist schon seit rund 40 Jahren Teil der Theatergruppe und stand etliche Jahre auf der Bühne, doch irgendwann sei genug, meint er. Meyer ist bei den Proben stets noch als seelische Unterstützung vor Ort.

Nicht nur an der Kulisse muss noch gearbeitet werden, auch textsicher sind die Schauspieler noch nicht. „Das macht aber nichts, wir haben schließlich noch fünf Wochen bis zur Premiere Zeit“, zeigt sich Jürgen Ehrenbruch-Karkheck, der zum Team hinter der Bühne gehört, optimistisch. „Wir sind gut im Rennen“, versichert auch Gerald Runge und sagt: „Oftmals ist es so, dass alle kurz vor ihrem Auftritt noch einmal ins Skript linsen.“ Aber falls dann doch einmal jemand während des Stücks einen Hänger hat, hilft eine der beiden Souffleusen, Ilse Ohlmeier oder Vera Detering, weiter. Das Besondere: Zum einen haben „De Spektaklers“ zwei statt nur einer Souffleuse, zum anderen sitzen diese nicht direkt vor der Bühne, sondern rechts und links auf der Bühne, sodass die Zuschauer sie nicht sehen.

Darüber hinaus geht die Theatergruppe auch in puncto „Einsatz nicht verpassen“ seit rund zehn Jahren auf Nummer sicher. Eine Kamera im Saal des Gasthauses filmt das Stück, sodass die Darsteller auf drei Monitoren hinter der Bühne mitverfolgen können, wann sie dran sind. Im Aufenthaltsbereich stehen auch Speisen und Getränke für das Team bereit. „Viele trinken einen Sambuca gegen die Aufregung vor ihrem Auftritt“, sagt Gerald Runge und lacht. Lampenfieber sei für viele trotz langjähriger Erfahrung ein Thema. „Das ist immer da“, meint Jürgen Ehrenbruch-Karkheck. Umso älter man werde, desto weniger werde aber auch die Aufregung, fügt Reiner Meyer hinzu.

Aber wie kommen „De Spektaklers“ eigentlich mit der plattdeutschen Sprache zurecht, insbesondere das neueste und jüngste Mitglied Till Dannemann? „Wir kommen alle aus Häusern, in denen noch Plattdeutsch gesprochen wurde, deswegen ist das Verstehen nie ein Problem gewesen. Das Sprechen jedoch mussten viele von uns erst einmal lernen“, erklärt Reiner Meyer. So erging es auch dem 20-jährigen Till Dannemann, der in diesem Jahr das erste Mal mit der Theatergruppe auf der Bühne steht. Seine Oma habe stets Plattdeutsch gesprochen. „Wir wollen mit den Aufführungen die Sprache am Leben erhalten“, sagt Reiner Meyer.

Die dreiaktige Komödie „Familie Hummel“ von Jürgen Seifert (Plattdeutsche Fassung von Wolfgang Binder), die die Schauspieler in diesem Jahr auf der Bühne präsentieren, ist gespickt mit viel schwarzem Humor und sehr lustig, meint Souffleuse Ilse Ohlmeier. Inhaltlich handelt das Stück von einem Drei-Generationen-Haushalt. Opa Klaus (Oliver Bartens) und seine Schwiegertochter Ingrid (Petra Detering) streiten den ganzen Tag. Da sie und ihr höriger Mann Friedhelm (Reiner Döhrmann) in den Urlaub fahren wollen, soll der Senior zur Probe in ein Altenheim und Tochter Babsi (Karoline Hansack) bei ihrer Tante untergebracht werden. Doch Opa Klaus büxt aus und macht es sich mit seiner Freundin aus alten Zeiten, Elke (Katrin Gieße), in der sturmfreien Wohnung gemütlich. Diese Idee haben auch Babsi und ihr Freund Siggi (Till Dannemann). Doch das bleibt nicht lange unentdeckt. „Viele Leute, die vom Land kommen, wissen, wie es ist, wenn alle unter einem Dach zusammen kommen“, erklärt Karoline Hansack. „Und die Ältesten sind doch meist die größten Schlitzohren“, sagt Reiner Meyer.

Vorstellungen:

Einige der Aufführungstermine der „Spektaklers“, darunter auch die Premiere am Sonntag, 16. Februar, sind bereits ausverkauft. Für die folgenden Veranstaltungen gibt es jedoch noch Restkarten. Diese sind donnerstags von 17 bis 19 Uhr im Gasthaus Uhlhorn in Asendorf an der Alte Heerstraßen 23 erhältlich.

. Samstag, 22. Februar, 20 Uhr, nur Aufführung

. Sonntag, 1. März, 15 Uhr, mit Kaffee und Kuchen

. Sonntag, 8. März, 9 Uhr, mit Frühstück

. Samstag, 21. März, 19 Uhr, Abschlussveranstaltung

Weitere Infos gibt es unter:

www.de-spektaklers.de

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