Widenayson ist das zweite haitianische Patenkind des Gymnasiums

„Er hat eine Vorliebe fürs Rechnen“

Sie kümmern sich um das Patenkind des Gymnasiums Bruchhausen-Vilsen (von links): Schulleiterin Lisa Peitzmeier-Stoffregen, Nina Immoor, Navid Hamdard und Anne Stegemann-Auhage. Das gerahmte Bild zeigt den zwölfjährigen Patenjungen Widenayson auf Haiti. Foto: Horst Friedrichs

Br.-Vilsen – Widenayson ist ein zwölfjähriger Junge. Mit seinen Eltern und seinen Geschwistern lebt er in einer Holzhütte, deren Fußboden aus festgestampftem Lehm besteht. Die Hütte steht in der Region Nord-Est von Haiti, in einer der sogenannten Problemzonen des Landes. Das bedeutet, dort sind die Folgen des Erdbebens von 2010 noch immer nicht vollends überwunden. Widenayson geht zu Fuß zur Schule. Zweimal 45 Minuten braucht er für den Schulweg hin und zurück. Und wenn er seine Hausarbeiten erledigt hat, hilft er seiner Mutter, die seine kleinen Geschwister in der Hütte versorgt, oder seinem Vater, der in der Landwirtschaft arbeitet.

Bei allen Anstrengungen, die er in seinem jungen Leben zu bewältigen hat, weiß Widenayson sich eines starken Rückhalts sicher. Denn er ist ein Patenkind. Seine Paten leben im fernen Deutschland, sind Schüler des Gymnasiums Bruchhausen-Vilsen. „Unser Ziel ist es, Widenayson eine gute Schulbildung zu ermöglichen“, sagt Lisa Peitzmeier-Stoffregen, die Leiterin des Gymnasiums Bruchhausen-Vilsen, im Gespräch mit der Kreiszeitung. Und sie fügt hinzu: „Wir wissen, dass er eine Vorliebe fürs Rechnen hat.“

Jährlich spendet der jeweils zwölfte Jahrgang des Gymnasiums an „Plan International“, eine Spendenorganisation, die Patenschaften mit bedürftigen Kindern in Problemzonen vermittelt. Das Erdbeben 2010 in Haiti war für den Abiturjahrgang 2011 des Gymnasiums des Luftkurorts der Antrieb, eine Patenschaft für ein Kind in dem schwer beeinträchtigten Inselstaat zu initiieren. Seither fließen jedes Jahr 300 Euro aus dem Erlös des Abilaufs im Frühjahr an „Plan International“. Auch beim Weihnachtsbasar werden Spenden für ihn gesammelt.

Widenayson, der schon das zweite haitianische Patenkind der Gymnasiasten ist, erhält aus der Summe monatlich 1 837 Gourde, wie das aktuelle dreiköpfige Patenschafts-Organisationsteam des aktuellen Abijahrgangs erklärt. Gourde ist die Landeswährung Haitis. Ein Gourde hat 100 Centimes und entspricht 0,0093 Euro. „Unsere Spenden werden für den Wiederaufbau Haitis verwendet“, berichtet Nina Immoor, die derzeitige Jahrgangssprecherin des Organisationsteams. „Ein Teil geht direkt an das Patenkind.“

„Einmal im Jahr erhalten wir ein Update“, sagt Anne Stegemann-Auhage, die ebenfalls dem Team angehört. „Dann bekommen wir Informationen darüber, wie es Widenayson geht, ob er krank war und wie seine allgemeine Lebenssituation aussieht.“ Einen direkten Kontakt zu ihm haben die Gymnasiasten allerdings nicht. „Das läuft alles über ,Plan International‘“, erläutert Navid Hamdard, Dritter im Bunde des Organisationsteams. Und fügt an: „Ein direkter Kontakt ist in gegenseitigem Einvernehmen nicht vorgesehen.“

Das erste haitianische Patenkind des Gymnasiums konnte bereits vor sechs Jahren die Problemzone, in der es lebte, verlassen. Seither wird Widenayson vom jeweiligen Abijahrgang betreut.

Der Wohnort:

Haiti liegt in der Karibischen See und nimmt das westliche Drittel der Insel Hispaniola ein. Nachbarstaat im östlichen Teil der Insel ist die Dominikanische Republik. Nord-Est ist ein Département im Nordosten von Haiti.

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