Haushalts- und Antikbörse in Haendorf

„Der eine sucht‘s, der andere braucht‘s nicht mehr“

Edith Rippe, Elfriede Klusmann und Ilse Behrmann (von links) legten an einem Tisch in der Ausstellungshalle eine kurze Verschnaufpause ein. - Foto: Heiner Büntemeyer

Haendorf - Von Heiner Büntemeyer. Nun werden Nadine und Michaela Meyer auch 2017 in Haendorf das „Kaufhaus für einen Tag“ einrichten müssen, denn der Besuch der sechsten Haushalts- und Antikbörse „Düt un Dat ut‘n Schapp“ des Schützenvereins war am Samstag überwältigend. Und beide hatten erklärt, dass sie trotz der vielen damit verbundenen Arbeit so lange weitermachen, bis das Interesse kleiner wird. Es wurde jedoch größer.

Piet und sein Vater Christian Drechsler nutzen den Stauraum in ihrem Auto geschickt aus, um die soeben erworbenen Schulstühle darin unterzubringen. - Foto: Heiner Büntemeyer

Schon eine Stunde nach der Öffnung hatten nach Schätzung von Mitorganisator Ulf Meyer die ersten 500 Besucher den Einlass passiert. Viele, die zum ersten Mal zu dieser Börse nach Haendorf gekommen waren, mussten sich auf dem Ausstellungsgelände zunächst zurechtfinden. Die Organisatoren hatten den „Treffpunkt“ in ein Kaufhaus mit angeschlossener Cafeteria verwandelt. In der Schützenhalle stand ein großes Kuchen- und Tortenbüfett, durch die Tür zum Schießstand ging es zu den Angeboten. Ein Zurück gab es nicht mehr: Wer die Ausstellung betrat, konnte sie nur durch den Hinterausgang verlassen, an dem Kassen eingerichtet waren.

Die Organisatoren hatten eine Woche lang gearbeitet, um die zahlreichen Angebote thematisch zu sortieren und effektiv aufzubauen. Im Möbellager hatten sie einige Tische mit Kaffee-Services, Tischdecken und Tischdekoration eingedeckt und Stühle an die Tische gestellt. Im Hintergrund standen Truhen, Schränke, Kommoden, Sideboards und unglaublich viel Schnick-Schnack in Form von Vasen, Bildern, alten Nähmaschinen, Lampen, Puppen- und Kinderwagen.

In einem großen Zelt setzte sich dieses Angebot fort. Reihenweise standen dort auf langen Tischen Glaswaren, Radiogeräte, Nippes und weitere Deko-Artikel. Schließlich führte der Weg in den Außenbereich, wo die Besucher „eigentlich alles“ kaufen konnten. Sogar Angel- und komplette Ski-Ausrüstungen, Fahrräder in allen Größen, Werkzeug, Brunnen und Gartenzwerge.

„Der eine sucht‘s, der andere braucht‘s nicht mehr“, lautete die Erkenntnis von Ulf Meyer. 150 Beschicker hatten Artikel für die Börse angeliefert. Bei einigen Dingen konnte man sich durchaus vorstellen, wie froh die Besitzer über einen Verkauf gewesen wären – aber über Geschmack lässt sich streiten, und oft sind Teile vergriffen, von denen man nicht vermutet hätte, dass sie einen Käufer finden.

So erging es einer jungen Dame, die gerade eine Messingkanne in der Hand gehalten und nur kurz wieder abgestellt hatte, um nach einer Alternative zu greifen. Als sie dann doch die Messingkanne wollte, war diese bereits weg.

Mareike Ebeling war ganz aus Stade angereist. Vorsichtshalber hatte sie einen Anhänger mitgebracht, denn im vorigen Jahr konnte sie aus Platzgründen nicht alles kaufen, was ihr gefiel. Am Sonnabend erwarb sie einen Handkarren, den sie mit allerlei Dekorativem und einem schwarzen Schirm vollpackte.

Der Weg durch die Ausstellung führte irgendwann zum Ausgang, wo sich trotz vier Kassen lange Schlangen bildeten. Wer größere Teil erworben hatte, konnte diese auch in einem Abhol-Zelt zwischenlagern, die Organisatoren boten sogar einen Bringdienst an.

Dieses Brautkleid war nach wenigen Minuten verkauft. Und die Schaufensterpuppe fand später ebenfalls einen Liebhaber. - Foto: Heiner Büntemeyer

Die Anbieter hatten eine Nummer erhalten und durften diese zusammen mit dem Verkaufspreis auf den Artikel kleben. An der Kasse wurde abgerechnet, Feilschen gab es nicht. 20 Prozent des Verkaufspreises bleibt dem Schützenverein Haendorf. Dafür leisteten die Mitglieder aber auch zahlreiche freiwillige Arbeitsstunden, um die Börse auf- und wieder abzubauen. Sie spendeten Kuchen und Torten, arbeiteten in der Cafeteria, und mehr als 50 Mitglieder führten in den Ausstellungsräumen die Aufsicht. „Das ist mit unglaublich viel Arbeit verbunden, aber es macht auch unglaublich viel Spaß“, waren sich Nadine („Düt“) und Michaela („Dat“) Meyer einig.

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