„Eine Sensation“

Altes Pastorenhaus: Zimmerleute legen Balken mit Baujahr frei

Der Beweis ist gefunden: Das alte Pastorenhaus in Martfeld stammt aus dem Jahr des Herrn 1535. Bemerkenswert findet Hausforscher Bernd Kunze die Schreibweise: Anno Dni sei in der Spätgotik eine gängige Abkürzung für Anno Domini gewesen. Die ersten drei Zahlen der Jahresangabe sind in arabischen Ziffern notiert, die letzte als römische.
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Der Beweis ist gefunden: Das alte Pastorenhaus in Martfeld stammt aus dem Jahr des Herrn 1535. Bemerkenswert findet Hausforscher Bernd Kunze die Schreibweise: Anno Dni sei in der Spätgotik eine gängige Abkürzung für Anno Domini gewesen. Die ersten drei Zahlen der Jahresangabe sind in arabischen Ziffern notiert, die letzte als römische.

Martfeld – Für den Heimat- und Verschönerungsverein Martfeld (HVV) geht der 17. September 2020 in die Geschichte ein. Am Donnerstag legten die Zimmerleute im alten Pastorenhaus einen Balken frei, der die Inschrift „Anno Domini 1535“ trägt. „Das ist eine Sensation“, freut sich Hausforscher Bernd Kunze. Damit bestätigt sich das Baujahr des Hauses, das die Forscher des HVV nach einer Holzuntersuchung im Jahr 2003 ebenfalls auf 1535 festgelegt hatten.

„Es gibt uns Sicherheit, dass die Datierung mit Urkunden und bisherigen Erkenntnissen übereinstimmt“, sagt Bernd Kunze. Den ersten tatsächlichen Beweis für die Entstehungszeit eines der ältesten Hausgerüste in der Region entdeckten die Handwerker an einem Balken, der mindestens 200 Jahre nicht sichtbar gewesen ist, erzählt Kunze.

Der lange Träger muss einst im Giebel des Hauses seinen Platz gehabt haben, das der erste lutherische Pastor in Martfeld zur Versorgung seiner Familie gebaut hatte. In der Geschichte der Reformation nimmt Martfeld damit eine Sonderstellung ein, erläuterte Heimathistoriker Hartmut Bösche jüngst im Gemeinderat.

Das eigentliche Pastorenhaus, das immer Privathaus und niemals Dienstsitz war, wurde (wie berichtet) zwischen 1764 und 1791 auf eigentümliche Art erweitert, nämlich von einem größeren Gebäude umbaut. Diese Hülle trägt ein Fachbetrieb derzeit ab, denn das spätgotische Pastorenhaus soll in seiner ursprünglichen Form für die Nachwelt erhalten bleiben. Mit Spannung erwartet der HVV nach dem „Entkleiden“ den Umzug des Hauses. Voraussichtlich im November wird es an seinen neuen Standort neben dem Gemeindehaus „verrollt“. Eine Praxis, die so selten angewendet wird, dass auch sie Martfeld zu einem besonderen Schauplatz werden lassen wird. Der Heimatverein hat jetzt eine Broschüre zum „Denkmal der Reformationsgeschichte“ herausgegeben.

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