Motto: „Gemeinsam sind wir stark“

Projektwoche in Vilsen: Eine Schule im Trommelfieber

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Die Grundschüler studieren auch Tanzchoreografien ein.

Br.-Vilsen - Von Mareike Hahn. Die Grundschüler in Bruchhausen-Vilsen haben den Rhythmus im Blut. Das beweisen sie seit Montag jeden Morgen in der kleinen Turnhalle. Im Rahmen einer Projektwoche ist dort Ababacar „Baba“ Coly vom baden-württembergischen Betrieb „Trommelzauber“ zu Gast.

Er trommelt, tanzt und singt mit den Kindern und ihren Lehrern – und alle machen begeistert mit. Entsprechend eindeutig fällt auch die Antwort auf Babas Frage „Wie gefällt euch das?“ aus: „Guuuuut“, schallt es aus den Mündern aller Zweitklässler, die gerade eine Choreografie einüben. Nachdem mehrere auswärtige Lehrer vor einiger Zeit Konrektorin Steffi Böttcher von den „Trommelzauber“-Workshops vorgeschwärmt hatten, erzählte sie dem Bruchhausen-Vilser Kollegium davon. „Wir haben dann relativ schnell beschlossen, so eine Projektwoche zu machen“, sagt Böttcher.

Eine Entscheidung, die sicher niemand bereut. In diesen Tagen liegt nicht nur in der Turnhalle Musik in der Luft: Auf den Schulfluren, im Lehrerzimmer, in den Klassenräumen – überall werden spontan die afrikanischen „Trommelzauber“-Rhythmen und -Lieder gesummt, gesungen und geklatscht. „Wir laufen den ganzen Tag beschwingt durch die Schule“, sagt Böttcher. „Die Energie ist der Wahnsinn.“ Ohrwürmer? Garantiert. Dass sie zum Teil in fremden Sprachen – Zula aus Südafrika, Madeng aus Gambia und Wolof aus dem Senegal – singen müssen, stört die Kids nicht. Böttcher: „Sie denken nicht über die Aussprache nach, sondern machen einfach mit.“

Trommelworkshop in der Grundschule Bruchhausen-Vilsen

Jeden Morgen versammeln sich zunächst alle 280 Grundschüler in der Sporthalle und trommeln gemeinsam auf den Djembé-Trommeln, die der aus dem Senegal stammende Baba mitgebracht hat. „Das soll das Gemeinschaftsgefühl stärken“, sagt Böttcher und ergänzt, dass das Motto des Projekts „Gemeinsam sind wir stark“ lautet.

Nach der gemeinsamen „Aufwärmparty“, wie die Konrektorin das nennt, ist nacheinander jeder Jahrgang für jeweils eine Stunde an der Reihe. Wer nicht gerade unter Babas Anleitung die Hände und Hüften schwingt, der bereitet sich im Klassenraum auf die große Aufführung vor. Heute Nachmittag wollen nämlich alle Jungen und Mädchen ihren Familien zeigen, was sie in der Projektwoche gelernt haben.

„Eine richtig schöne Woche“

Dabei werden sie bunte Kostüme tragen, die sie selbst vorbereiten: Die Erstklässler verkleiden sich als Gazellen, die Zweitklässler als Giraffen, die Drittklässler als Elefanten. Und die Viertklässler schlüpfen in Affenkostüme. „Jedes Tier hat seinen eigenen Tanz und seine eigene Wertschätzung“, sagt Böttcher. Sie ist sicher: „Dieses Projekt schweißt die Kinder zusammen.“ Gemeinsam entführen sie ihre Angehörigen heute auf eine einstündige „Reise nach Tamborena“.

Für die Konrektorin ist es „eine richtig schöne Woche“. Für die Kinder auch, sagen die Zweitklässler Jonah, Jaylie und Nico. „Am meisten Spaß macht es mir, in der Gruppe zu trommeln und dass Baba uns das alles so gut beibringt“, sagt der achtjährige Jonah. „Ich finde es toll, dass wir auch tanzen dürfen“, fügt Jaylie (7) hinzu. Und der gleichaltrige Nico freut sich besonders, neue Lieder zu lernen. Er wünscht sich zu Weihnachten eine eigene Trommel, um weiterzuüben. Der Lieblingssong der Drei ist „Sizamile – Das Mutmachlied“.

Dankbar ist Böttcher den Sportvereinen, die in dieser Woche auf die Halle verzichten, damit die Trommeln auch am Nachmittag stehen bleiben können. Jedes Kind hat immer denselben Platz und dasselbe Instrument, diese Ordnung soll bei der Aufführung in der benachbarten Dreifeldsporthalle beibehalten werden. Ein weiterer Dank gilt der Samtgemeinde, die die Dauernutzung der Halle ermöglicht hat, und dem Schulförderverein, der den Kauf der T-Shirts für die Kostüme mit 500 Euro unterstützt hat.

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