Werdegang voller Wendungen

Natascha Rogge übernimmt Leitung: „Das ist eine schöne Oberschule“

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Natascha Rogge ist neue Leiterin der Oberschule. Sie war zuvor Konrektorin der Oberschule Hoya. 

Br.-Vilsen - Von Karin Neukirchen-Stratmann. Natascha Rogge hat am 1. Februar ihre Stelle als Leiterin der Oberschule in Bruchhausen-Vilsen angetreten. Somit geht für die Schule eine lange Wartezeit zu Ende: Zweieinhalb Jahre war der Posten unbesetzt.

Rogges beruflicher Werdegang ist voller Wendungen. Nach dem Realschulabschluss absolvierte sie zunächst eine Lehre zur Friseurin. „In diesem Beruf habe ich zehn Jahre gearbeitet“, blickt die 45-Jährige zurück. „Gleichzeitig war ich immer schon sehr sportbegeistert.“ So bildete sie sich schließlich weiter zur Fitness- und Gesundheitstrainerin. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht.“ Im Sauna- und Sportparadies in Diepholz arbeitete sie als Kursleiterin. „Der Umgang mit Menschen hat mir schon immer Spaß gemacht“, sagt Rogge.

Überlegungen, das Abitur nachzuholen, reiften in dieser Zeit heran – und wurden bald in die Tat umgesetzt. „Ich habe über die Volkshochschule die Hochschulzugangsberechtigung erworben.“ Die Prüfung habe sie „gut bestanden“, es folgte ein Studium der Germanistik und Sport an der Hochschule Vechta. Nach dem Referendariat an der Haupt- und Realschule Bad Essen ging Rogge nach Hoya an die Realschule, die heutige Marion-Blumenthal-Oberschule. Zusammen mit ihrem Mann erwarb sie in Hoya ein Haus.

Schnell wurde Rogge an der Hoyaer Schule Konrektorin. „Dr. Tietjen hat mich immer sehr unterstützt“, lobt sie den ehemaligen Schulleiter. Das Organisieren liege ihr – wohl ein Grund, warum sie Schulleiterin werden wollte. „Man muss dazu auch mathematisches Verständnis haben. Außerdem finde ich die Kombination, noch unterrichten zu können, gleichzeitig aber auch den Verwaltungsbereich zu organisieren, sehr spannend.“

„Bruchhausen-Vilsen ist ein sehr ansprechender Ort“

Kommissarisch hat Rogge nach der Pensionierung von Tietjen einige Monate die Oberschule Hoya geleitet und sich auch dort auf die Leiterstelle beworben. „Es gibt allerdings einen Erlass, dass eher Außenbewerber genommen werden sollen.“ Die Stelle wurde also anderweitig besetzt, und so war der Weg nach Bruchhausen-Vilsen frei. „Das ist in der Nähe meines Wohnorts, wir kennen Bruchhausen-Vilsen von vielen Besuchen, und das ist eine schöne Oberschule“, sagt Rogge. „Auch die Zugehörigkeit zum Schulzentrum ist sehr spannend.“

Privat fährt die Pädagogin viel Fahrrad, die Touren zusammen mit ihrem Ehemann führen nicht selten zum Heiligenberg oder ins Vilser Holz. „Wir gehen hier auch gerne essen. Bruchhausen-Vilsen ist ein sehr ansprechender Ort.“ Anders als einige Kollegen findet sie es nicht problematisch, in ihrer Freizeit auf Schüler oder Eltern zu treffen.

Rogge ist ein Pferdefan. „Ich fahre täglich zu meiner Haflingerstute, mag es, an der frischen Luft zu sein. Da kann ich abschalten.“

Pläne studiert und Ideen entwickelt

In der Oberschule Bruchhausen-Vilsen hat sich die neue Leiterin schon eingearbeitet. „Die Berufsorientierung läuft sehr gut und ist sehr wichtig.“ Äußerst positiv bewertet sie zudem die hohe Anzahl an Förderstunden. „Und ganz toll ist die Schulsozialarbeit mit drei Kräften. Die leisten großartige Arbeit.“

Rogge begrüßt auch die guten Kontakte im Schulzentrum und die kurzen Wege zur Schulträgerin, der Samtgemeinde. Dass die Oberschule derzeit von größeren Umbaumaßnahmen betroffen ist, stört sie wenig. Im Gegenteil: „Bald findet ein Gespräch mit dem Samtgemeindebürgermeister und dem Architekten statt.“ Die Pläne hat sie schon studiert und weitere Ideen entwickelt. „Ein Farbkonzept wäre toll, damit man die Oberschule gleich als Oberschule erkennen kann, sodass sich die Schüler mit ihrer Schule identifizieren können.“

Neu ist für Rogge das Konzept der kollegialen Schulleitung. „Damit hatte ich keine Erfahrung. Wir sind in Bruchhausen-Vilsen ein großes Team mit neun Kollegen, setzen uns regelmäßig zusammen und treffen gemeinsame Entscheidungen.“ Ihre Kollegen habe sie als „sehr engagiert und mit tollen Ideen“ kennengelernt. Vertrauen spiele eine große Rolle. So arbeitet Rogge meist mit offener Tür, hat dadurch immer „ein Ohr nach draußen“.

Oberschule könnte einen Namen erhalten

An Ideen für die Zukunft mangelt es der neuen Leiterin nicht. „Ich würde der Schule gerne einen Namen geben. Es muss kein Name einer Person sein, sondern kann auch irgendetwas mit dem Ort zu tun haben.“ Vorschläge könne man mit Schülern und Eltern zusammen entwickeln. „Das kann ein spannendes Projekt werden.“

Ihre Schüler möchte Rogge gerne fördern, deren Stärken betonen. „So bekommt man viel mehr Motivation, als wenn man nur die Schwächen hervorhebt.“

Morgen bekommt Rogge ihre Ernennungsurkunde im Rahmen einer kleinen Feier überreicht. Eingeladen sind auch die Schulsekretärinnen, Hausmeister und die Schulassistenz. Rogge: „Alle Mitarbeiter zusammen sind die guten Feen des Hauses, ohne die läuft nichts!“

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