Deutliche Worte bei Ehrung von Kommunalpolitikern durch den Städtetag

Eine nicht durchweg harmonische Feierstunde

Der Niedersächsische Städtetag zeichnete die Politiker (von links) Heinfried Kabbert, Hermann Schröder, Jens Otten, Rudolf von Tiepermann, Heino Krüger, Bernd Prumbaum, Reinhard Thöle und Wolfgang Griese aus. - Foto: Karin Neukirchen-Stratmann

Br.-Vilsen - Von Karin Neukirchen-Stratmann. Eigentlich sollte die Ehrung langjährig tätiger Kommunalpolitiker ein Grund zur Freude sein. Überschattet wurde die kleine Feierstunde während der Sitzung des Samtgemeinderats Bruchhausen-Vilsen am Dienstagabend jedoch von Disharmonie.

Der SPD-Politiker Bernd Prumbaum kommentierte das Verhalten von Ratsherr Walter Kreideweiß (Grüne) bei der Sitzung des Fleckenrats Bruchhausen-Vilsen in der vergangenen Woche. Kreideweiß hatte unter anderem „verdeckte Entscheidungsstrukturen und persönliche Diffamierungen“ kritisiert (wir berichteten).

„Ich habe 25 Jahre Ratsarbeit hinter mir, die mir immer Spaß gemacht hat. Es gab eine gute Diskussionskultur, nie persönliche Beleidigungen. Bis zur letzten Sitzung des Fleckenrats“, begann Prumbaum. „Walter Kreideweiß, du hast an diesem Abend für mich eine rote Linie überschritten“, sagte er an den Grünen-Politiker gewandt. Dies sei umso unverständlicher als Kreideweiß für viele seiner Vorschläge die Unterstützung seiner Fraktion und auch der anderen Parteien erhalten habe. „Diese Art und Weise an Beleidigung hab‘ ich in 25 Jahren nicht erlebt. Du hast eine völlig falsche Wahrnehmung“, fuhr Prumbaum fort. „Alleine von kapitalintensiven Interessengruppen zu reden, ist Rufmord. Mit deinen unsachlichen Beleidigungen hast du auch die letzten Ratsmitglieder verprellt.“ Dem neuen Fleckenrat wünschte Prumbaum „glückliche Beschlüsse“ und ein „Let‘s work together“.

Walter Kreideweiß entgegnete später in der Samtgemeinderatssitzung: „Kompromissfähigkeit muss auf beiden Seiten passieren. Es gibt Dinge, die nicht gut gelaufen sind, dafür diffamiert zu werden, ist hart.“

Wolfgang Griese (CDU) wünschte sich ein „Nach-vorne-schauen, keinen Gegenwind, sondern ein Miteinander“.

Nun zum harmonischen Teil der Feierstunde. Stefan Wittkop von der Geschäftsstelle des Niedersächsischen Städtetags zeichnete folgende Politiker aus der Samtgemeinde aus: Heino Krüger (Wählergruppe Süstedt-Uenzen-Ochtmannien), Bernd Prumbaum (SPD), Heinfried Kabbert (Unabhängige Wählergemeinschaft, UWG), Wolfgang Griese (CDU), Hermann Schröder (UWG), Reinhard Thöle (SPD), Jens Otten (CDU) und Rudolf von Tiepermann (CDU).

„Sie haben sich vor Ort für Ihre Gemeinden eingesetzt“, lobte Wittkop das Engagement und blickte zurück: „Vor 200 Jahren war das noch völlig unüblich, nur in wenigen Städten wurde gewählt, und das Frauenwahlrecht gibt es nicht mal 100 Jahre.“ Die kommunale Selbstverwaltung sei ein hohes Gut. Sich zu engagieren, „ist eine große Herausforderung, verlangt Zeit und intensive Beschäftigung mit Vorlagen und Entscheidungen.“

Die Geehrten sind jeweils 25 Jahre oder länger im Rat aktiv. Bürgermeister in einer Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde waren oder sind Heinfried Kabbert, Hermann Schröder und Reinhard Thöle. „Sie alle haben sich in besonders vorbildlicher Weise um das Amt verdient gemacht und sind für die Gesellschaft unverzichtbar, ein Vorbild für uns alle“, schloss Wittkop. Alle Geehrten bekamen eine Urkunde des Städtetags und Blumen.

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