Eine Bühne, ein Musiker

Alleinunterhalter Olaf Kurze-Evers tritt am Samstag in Schwarme auf

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Olaf Kurze-Evers unterhält als Ein-Mann-Band die Zuhörer in Schwarme.

Schwarme - Von Vivian Krause. „Celtic Harp meets Irish Harmonica“ ist ein Konzert am Samstag auf der Open-Air-Bühne auf dem Gelände von Robberts Huus in Schwarme (Hoyaer Straße 2) überschrieben. Dort tritt Olaf Kurze-Evers als Ein-Mann-Band auf.

Der 55-Jährige aus Kleinenborstel war bereits vor zehn Jahren in Schwarme zu Gast. Spielte er damals noch im Duo, so ist er dieses Mal als Alleinunterhalter engagiert. Er bedient alle Instrumente selbst: Gitarre, Rückenschlagzeug, Mundharmonika und Harfe. Auch der Gesang darf natürlich nicht fehlen, auf Deutsch und Englisch. Zu hören sind Gassenhauer von Interpreten wie Reinhard Mey und Hannes Wader sowie irische Klänge.

Olaf Kurze-Evers kaufte sich sein erstes Instrument, eine Mundharmonika, mit sechs Jahren. Dafür investierte er sein Taschengeld, erinnert er sich. Dieses lernte er durch ein Eigenstudium, „mit Bob Dylan zusammen“, fügt er lächelnd an. Mit elf Jahren kam nach einigem Betteln eine Gitarre hinzu. Das Gitarrenspiel brachte ihm eine Freundin seine Mutter bei. „Man muss Stunden investieren und sich zuerst die Finger ein bisschen verbiegen“, weiß er.

Auf die Ein-Mann-Band-Geschichte sei er durch Zufall gekommen. In den 80er-Jahren traf er jemanden, der ebendies gemacht hat. Damals spielte Olaf Kurze-Evers Gitarre und Mundharmonika. Ein Freund schenkte ihm eine Trommel; der Musiker begann, herumzubasteln. Nach zwei, drei Monaten hatte der Kleinenborsteler sich an die Kombination aus Instrumenten gewöhnt: auf dem Rücken eine Trommel und ein Becken, die mittels Strippen mit den Füßen bedient werden, auf der Höhe des Mundes eine Mundharmonika vorgeschnallt und um die Schulter die Gitarre. „Zuerst fühlte ich mich wie ein Käfer, der kurz davor ist, auf den Rücken zu fallen“, erinnert er sich.

Seit 2001 reist er als Straßenmusiker durch die Welt – von Italien über die Niederlande bis nach Irland. Die Grüne Insel besuchte er erstmals 1982. Dort hörte er in einem Pub irische Musik. „Nach einer halben Stunde hatte es mich gepackt“, sagt Olaf Kurze-Evers. Die irische Musik sei hauptsächlich instrumental. Heute spricht er von seiner „großen Sehnsuchtsmusik“. Dieses Jahr reiste er zum ersten Mal mit der Harfe im Gepäck in das Land. In Irland sei die Harfe zwar das Nationalinstrument, doch raus würden Harfenspieler in der Regel nicht mit diesem gehen, sagt Olaf Kurze-Evers. „Sie nehmen lieber eine Geige mit“, erklärt der 55-Jährige. Seine Meinung jedoch ist, dass auch die Harfe ein Gebrauchsgegenstand ist. Deswegen sei die Harfe sowie das Spiel in Kombination mit der irischen Harmonika ein weiteres Steckenpferd von ihm.

Der gebürtige Hildesheimer war nicht immer als Alleinunterhalter unterwegs, sondern spielte auch in Bands wie der Josie-White-Revival-Band und bei „Laundry List“. Die Arbeit als Straßenmusiker sei sehr „abenteuerlich“, oft würden sich dadurch Folgeauftritte ergeben, bei Hochzeiten, Geburtstagen oder Kunsthandwerkermärkten. Zum Teil spielte er noch am gleichen Abend ein Konzert. Mittlerweile bestreite er seinen Lebensunterhalt zu 75 Prozent durch die Musik. Zudem ist er Tischlermeister und fertigt als solcher hauptsächlich Saunafässer an.

Beim „Hutkonzert“ – statt Eintritt wird Geld in einem Hut gesammelt – am Samstag in Schwarme spielt Olaf Kurze-Evers „je nachdem, was das Publikum will“, sagt er. Los geht es um 18 Uhr. Neben der Musik gibt es Gegrilltes. Was noch bleibt, ist laut Hermann Schröder, Vorsitzender des veranstaltenden Heimat-, Umwelt- und Kulturvereins „Eule“ aus Schwarme, die Hoffnung auf gutes Wetter. Andernfalls würde das Konzert ins Innere verlegt.

Weitere Informationen zum Künstler unter

www.fine-acoustic-music.com

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