Polizei rät, die Augen offen zu halten

Einbrüche in Martfeld häufen sich

Martfeld - Von Mareike Hahn. Fünf Einbrüche, zwei versuchte Einbrüche, drei Diebstähle und drei Sachbeschädigungen – die Liste der Vorfälle in der Gemeinde Martfeld, die der Polizei seit Mitte Juni gemeldet wurden, ist lang.

„Und es sind noch einige andere Dinge passiert, die nicht angezeigt wurden“, sagt Pressesprecherin Sandra Franke. Sie spricht von „kleinen Fällen“, erkennt aber eine „Häufung von Einbrüchen“. Es gebe Tatverdächtige, mehr könne die Polizei zurzeit nicht zu den laufenden Ermittlungen sagen.

Franke rät den Bürgern, die Augen offen zu halten und nach jeder Tat Anzeige zu erstatten. In den vergangenen Wochen hätten sich die Einbrecher in Martfeld auf verschiedene Geschäfte und das Domizil des Schützenvereins in Loge konzentriert. Außerdem seien Gartenzäune an der Kirchstraße und ein Briefkasten In der Heide beschädigt sowie Wände und Spielgeräte an der Schulstraße beschmiert worden. Dazu kämen zwei Fahrraddiebstähle und ein Diebstahl aus einem Büro des Seniorenheims.

Immobilienbesitzer sollten laut Franke darauf achten, vernünftige Schlösser zu verwenden und die Fenster zu sichern. „Licht kann auch abschrecken“, ergänzt die Pressesprecherin. Bewegungsmelder seien sinnvoll, bei Wohnhäusern könne man auch in Abwesenheit mit einer Zeitschaltuhr die Beleuchtung steuern.

Viele weitere Tipps kann der Kriminal-Präventionsbeauftragte Michael Wessels geben, der Hauseigentümer individuell berät. Er ist unter Telefon 05441/971107 erreichbar.

Damit in der Gemeinde Martfeld, in der etwa 2 800 Menschen leben, Ruhe einkehrt, fährt die Polizei dort vermehrt Streife, sagt Franke. Sie bittet alle Zeugen, sich unter Telefon 04252/938510 zu melden.

Gleich mehrfach suchten Einbrecher das Schützenhaus in Loge heim. Die Polizei hat dort zwei Einbrüche seit dem 17. Juni erfasst; laut Fritz Meyer, Vorsitzender des Schützenvereins Loge-Tuschendorf, war das Gebäude jüngst sogar dreimal betroffen. „Die Täter sind immer durchs Küchenfenster eingestiegen“, sagt er. Beim ersten Mal hätten sie die Getränkekasse geplündert und versucht, den Tresor aufzuhebeln – allerdings ohne Erfolg. „Aber sie haben Stangen benutzt, um den Tresor zu öffnen, und ihn dabei beschädigt, sodass wir nun erst mal einen Tresorknacker rufen müssen, um ihn zu öffnen“, sagt Meyer.

Bei den folgenden zwei Einbrüchen seien die Täter durch das kaputte Fenster eingedrungen. „Es sieht so aus, als hätten sie nach der Kasse geguckt und wären wieder verschwunden, als sie merkten, dass die nicht da war.“

Den Gesamtschaden der drei Einbrüche schätzt Meyer auf 2 000 bis 2 500 Euro. „Die Versicherung zahlt, aber trotzdem ist das sehr ärgerlich. Die ganze Arbeit, und dann das Gefühl, nicht mehr sicher zu sein“, sagt Meyer.

Er vermutet, dass sich die Täter dem Schützenhaus von hinten über eine Schafweide genähert haben. Das jahrzehntealte Fenster sei sicher leicht aufzuhebeln gewesen. Meyer hofft, dass das neue einen besseren Schutz bietet.

Getränkemarkt war gleich zweimal Ziel

Zweimal war der Getränkemarkt Masemann an der Hauptstraße in Martfeld nach Angaben der Polizei seit Mitte Juni Ziel von Einbrechern, einmal davon blieb es allerdings beim Versuch. Um weitere Taten zu verhindern, leuchtet Inhaber Cord Masemann nun den Eingang aus und hat Kameras aufgebaut. „Es gab schon immer mal Einbrüche, aber nicht so kurz nacheinander“, sagt er und klingt etwas resigniert. „Man gewöhnt sich an alles.“ Bei der ersten Tat Mitte Juni hätten die Einbrecher die Tür kaputtgemacht. „Ob sie etwas mitgenommen haben, ist nicht recht feststellbar, viel kann es aber nicht sein“, sagt Masemann. „Die Polizei soll hier jemanden erwischt haben.“

Wer macht so was? Diese Frage treibt die Martfelder zurzeit um. Laut einer Einwohnerin machen sich die Leute Sorgen. „Auffällig“ findet auch Bürgermeisterin Marlies Plate die große Anzahl der Taten. Von Angst in der Gemeinde spürt sie aber nichts: „Ich wurde noch von keiner Seite auf die Vorfälle angesprochen.“

Rubriklistenbild: © dpa

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