Gesprächsreihe startet am Mittwoch

Ehrenamt hat viele Gesichter – in Martfeld zeigen sich sieben

+
„Aller Ehre wert“ ist das Engagement Ehrenamtlicher wie Rainer Schröder aus Martfeld (Mitte). Auf Menschen wie ihn zählen die Gemeinden – da sind sich (von links) Heinz-Dieter Freese, Rüdiger Löwer, Algeth Weerts und Meike Müller einig. Sie sind Teil des Vorbereitungsteams der gleichnamigen Vortragsreihe „Aller Ehre wert“.

Martfeld - Von Vivian Krause. „Ehrenamt ist der Kitt, der die Gemeinde zusammenhält“, sagt der Martfelder Rüdiger Löwer. Auch er engagiert sich in der Gemeinde, auch er ist „Aller Ehre wert“.

Diesen Titel trägt die Gesprächsreihe, die die Kirchengemeinden Schwarme und Martfeld seit 40 Jahren in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule (VHS) Bruchhausen-Vilsen veranstalten, in diesem Jahr. Im Fokus steht das Ehrenamt.

„Wir fragen uns: Was könnte gerade interessant sein“, sagt Martfelds Pastor Heinz-Dieter Freese. Und weiter: „Auch in der Kirche setzt man darauf, dass Ehrenamtliche das auffangen, was Hauptamtliche nicht leisten können.“

Unter dem Titel „Aller Ehre wert“ begrüßen die Kirchengemeinden an drei Tagen insgesamt sieben Referenten. Jeweils an einem Mittwoch öffnet die Catharinen-Kirche Martfeld bei freiem Eintritt um 20 Uhr die Türen.

Gäste können Fragen stellen

Die Abende bestehen zum einen aus dem Vortrag beziehungsweise den Vorträgen, nach einer Pause können die Gäste dann Fragen stellen und ihre eigenen Gedanken loswerden.

Alltagshelden, wie Schwarmes Pastorin Meike Müller die Ehrenamtlichen nennt, erzählen am Mittwoch, 7. Februar, von ihren ehrenamtlichen Tätigkeiten.

Frank Tecklenborg aus Schwarme berichtet aus der Feuerwehr. Er ist Orsbrandmeister der Schwarmer Brandschützer. Das sei laut den Organisatoren ein Ehrenamt, das viel Zeit in Anspruch nimmt. Tecklenborg wird über seine Motivation sprechen.

Heinrich Immoor aus Bruchhausen-Vilsen berichtet von seinen Aktivitäten im Ortsverband Bruchhausen-Vilsen des Sozialverbands Deutschland (SoVD). Dort engagiert er sich als Ortsvorsitzender.

Waltraud Elsner aus Hoyerhagen erzählt darüber, wie die Gemeinde sich ohne Pastor organisiert. Daraus resultiere eine sehr engagierte Gemeindearbeit. „Die ehrenamtlichen vor Ort tragen ihre Kirche“, sagt Müller.

Jugendarbeit ist auch Thema

Juliane Schwecke aus Uenzen thematisiert die Jugendarbeit. Sie selbst arbeitete bereits im Fahrradschuppen des Bruchhausen-Vilser Vereins „Lebenswege begleiten“ und als Teamerin der Konfirmanden. Die 17-Jährige zeigt, dass Ehrenamt nichts mit dem Alter zu tun hat.

Die Martfelderin Frauke Toppe ist vielfältig engagiert, zum Beispiel im Heimat- und Verschönerungsverein Martfeld. „Aber das soll sie alles selber erzählen“, sind sich die Organisatoren einig.

„Analyse: Ehrenamt“ lautet die Überschrift des zweiten Abends, dem 14. Februar. Perdita Wünsch, Referentin für Ehrenamtliche vom „Hauskirchlicher Dienste“ (HKD) Hannover, berichtet von Veränderungen und Entwicklungen im Verständnis des Ehrenamts. „Bei uns in der Kirche hat sich schon was geändert“, sagt die Pastorin. „Die evangelischen Kirchengemeinden waren jahrzehntelang durch die Frau geprägt“, sagt Müller. 

Sie konnten es vereinbaren, neben der Pflege der Kinder oder Angehöriger, in der Kirche zu helfen. Heutzutage sei das durch die Berufstätigkeit kaum noch der Fall. Dass die Gemeinde aber auch weiterhin auf Ehrenamtliche zählen muss, betont Müller auch in Hinblick auf die Kirchenvorstandswahl am 11. März. „Da brauchen wir auch Menschen, die sich engagieren“, sagt sie.

Auch mal Danke sagen

Um den Dank geht es am 21. Februar. „Die meisten machen das Ehrenamt nicht fürs Geld, sondern aus Lust und Motivation“, sagt Müller. Regina Pasenau von der Freiwilligenagentur Syke gibt Einblicke in die Motivation Ehrenamtlicher und spricht über Formen der Wertschätzung. Beispielhaft nennt Müller die Ehrenamtskarte. Mit dieser erhalten Ehrenamtliche Vergünstigungen. 

In den Gemeinden Schwarme und Martfeld würde sie nicht angeboten, aber dafür gibt es einen ehrenamtlichen Dankeschön-Sonntag oder ein Ehrenamts-Frühstück. „Wir wollen auch anregen, dass die Arbeit in den Dörfern noch stärker wahrgenommen wird“, sagt Müller. In Bruchhausen-Vilsen gebe es beispielsweise die Auszeichnung für ehrenamtlich Engagierte beim Neujahrsempfang. 

„Die hat dieses Jahr Wilfried Nordbruch aus Martfeld gekriegt“, sagt Müller. Oft sei jedoch schon der persönliche Dank das, was die Ehrenamtlichen weitermachen lässt, sind sich alle einig.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Fotostrecke: Tim Wiese in der DeichStube

Fotostrecke: Tim Wiese in der DeichStube

Schüler in Florida demonstrieren für schärferes Waffenrecht

Schüler in Florida demonstrieren für schärferes Waffenrecht

Mailänder Modewoche: Gucci ist im Posthumanismus

Mailänder Modewoche: Gucci ist im Posthumanismus

Deutschland schafft Eishockey-Wunder - Gold durch Jamanka

Deutschland schafft Eishockey-Wunder - Gold durch Jamanka

Meistgelesene Artikel

Stadt Twistringen jetzt komplett ohne Führung

Stadt Twistringen jetzt komplett ohne Führung

Seltene Flieger auf dem Flugplatz Diepholz-Dümmerland

Seltene Flieger auf dem Flugplatz Diepholz-Dümmerland

Bagger zerlegen Realschule

Bagger zerlegen Realschule

Ehemaliger Publikumsliebling nun Anführer der Bösen

Ehemaliger Publikumsliebling nun Anführer der Bösen

Kommentare