Pläne für Sauenställe vom Tisch

Eckebrecht zieht Bauantrag zurück

Asendorf - Von Mareike Hahn. Michael Eckebrecht wird keine Anlage für 1000 Sauen mit Ferkelplätzen am Arbster Weg in Asendorf errichten.

Der heimische Landwirt hat seinen Bauantrag beim Landkreis Diepholz zurückgezogen. Das bestätigt Stephan Maaß, Fachbereichsleiter Planen und Bauen, auf Anfrage.

Hauptgrund: „die politische Diskussion“

Eckebrecht nennt als Hauptgrund für den Rückzug „die allgemeine politische Diskussion“. „Man weiß nicht, woran man planungsrechtlich ist und was noch wie lange erlaubt sein wird“, sagt er auch mit Blick auf das sogenannte Kastenstand-Urteil. 

Das Magdeburger Oberverwaltungsgericht hat Ende 2016 festgelegt, dass die Kastenstände so breit sein müssen, dass sich die Tiere hinlegen können, ohne mit ihren Beinen in den Kastenstand der Nachbarsau zu gelangen. „So wie ich den Bauantrag gestellt hatte, wäre er wohl ohnehin nicht durchgegangen, da auch Kastenstände vorgesehen waren“, sagt Michael Eckebrecht.

Seine Pläne für den Bau zweier Ställe – einer sollte 91 Meter lang und 61 Meter breit werden, der andere 77 mal 48 Meter groß – hatten in der Gemeinde für Aufruhr gesorgt. Im Sommer 2015 gründete sich die „Asendorfer Bürgerinitiative gegen Massen-Tierhaltung“ und startete verschiedene Aktionen. Gleichzeitig verzögerte sich die Genehmigung des Bauantrags. Ende vergangenen Jahres fehlten dem Landkreis nach Maaß‘ Angaben noch Unterlagen vom Antragsteller.

Die Proteste der Bürgerinitiative haben seine Entscheidung „eher am Rande“ beeinflusst, sagt Eckebrecht. Er spricht von einer „allgemeinen Hetzkampagne“ in den deutschen Medien. „Wenn man das so liest, muss man sich als Landwirt ja wie ein schlechter Mensch vorkommen.“

Der Schritt sei ihm nicht leicht gefallen, sagt der Asendorfer. „Wirtschaftlich wäre der Stallbau sinnvoll. Und in dem Bauantrag stecken Geld und Kraft. Aber ich habe gemerkt, dass mir das auch persönlich zu schaffen macht.“ Ein anderes Projekt am Arbster Weg plane er nicht.

Bürgerinitiative setzt Arbeit trotzdem fort

Dass der Bauantrag vom Tisch ist, heißt für die Bürgerinitiative nicht, dass sie ihre Arbeit beendet. „Wir begrüßen die Entscheidung von Michael Eckebrecht“, sagt Mitglied Heide Strangmann. „Unsere Initiative wird es aber weiter geben.“ 

Sie und ihre Mitstreiter wollen auch in Zukunft gegen Massentierhaltung kämpfen. Gleichzeitig ist es ihnen wichtig, aufklärerische Arbeit zu leisten und von Stallbauten bedrohten Anwohnern beratend zur Seite zu stehen. Erreichbar ist die Gruppe über ihre Homepage:

www.asendorfer-bi.de

Rubriklistenbild: © dpa-avis

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