Rund 22 Stunden unterwegs

Quer durch die Dolomiten: Der Martfelder Thorsten Glatthor nimmt am Ultralauf teil

Thorsten Glatthor überquert die steilen Passagen mit seinen zusammenklappbaren Carbon-Stöcken und setzt auf ein flottes Speed-Hiking.
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Thorsten Glatthor überquert die steilen Passagen mit seinen zusammenklappbaren Carbon-Stöcken und setzt auf ein flottes Speed-Hiking.

Martfeld – 120 Kilometer quer durch die Dolomiten lagen nach rund 22 Stunden hinter Thorsten Glatthor. Wie der Martfelder den Ultralauf in Italien erlebt hat, erzählt er im Interview.

„Was für ein Gefühl, wenn alle dich anfeuern! Es war niemand vor mir und niemand hinter mir. Alle haben sich zu mir umgedreht und applaudiert“, erinnert sich Thorsten Glatthor an den Moment, als er als 347. Läufer über die Ziellinie beim „Lavaredo Ultra Trail“ in Cortina d’Ampezzo in Italien schritt. 120 Kilometer quer durch die Dolomiten lagen nach 22 Stunden und fünf Minuten hinter ihm.

Mit 1 182 weiteren Ultraläufern aus über 50 Nationen hatte sich der Martfelder auf den beschwerlichen Weg durch die Berge gemacht. Er lief dabei 5 800 Meter hoch und auch 5 800 Meter wieder hinunter. Ein herausforderndes Pensum, dem viele Läufer Tribut zollten: „30 Prozent der Starter haben es trotz perfekter äußerer Bedingungen nicht durchgehalten“, sagt Thorsten Glatthor. Für den 46-Jährigen war es die dritte Teilnahme an einem Ultralauf, auf die er sich eineinhalb Jahre lang vorbereitet hatte.

Wie er überhaupt auf die Idee kam? „Das ist ein Prozess, der sich fortgesetzt hat“, erzählt Thorsten Glatthor. Bereits 2020 wollte er in Cortina d’Ampezzo starten. Ein Plan, den die Corona-Pandemie zunichtemachte. Der Martfelder trainierte weiter. Er lief insgesamt 4 000 Kilometer und fuhr 5 200 Kilometer Rad. Wobei: „Speziell Bergläufe kann man kaum trainieren“, findet er. Klar sei er schon mal zum Laufen in den Harz gefahren oder habe schlicht das Sellingsloh genutzt. Ansonsten hat er sein Training strategisch aufgebaut, an sechs Tagen pro Woche etwas getan, „So viel bin ich gar nicht gelaufen, meistens nur 50 Kilometer in der Woche“, sagt Thorsten Glatthor. In der letzten Phase der Vorbereitung hat er zwei Läufe mit jeweils mehr als 50 Kilometern absolviert und sich auch im Training zum Teil den echten Bedingungen des Ultra-Laufs ausgesetzt: „Ich bin spätabends in Martfeld gestartet und mit der Stirnlampe an der Weser, durch Hoya und Bruchhausen-Vilsen gelaufen.“

Für den Lauf sah er sich damit bestens gerüstet. Denn auch der Startschuss für den „Lavaredo Ultra Trail“ fiel am späten Abend. „Ich habe am Wettkampftag vorher noch zwei, drei Stunden gedöst. Das ging ganz gut, Ich hatte kein Müdigkeitsgefühl. Das Adrenalin war da“, skizziert er die Zeit vor dem Start. Der erfolgte abends um 23 Uhr. „Die erste Hälfte läuft man mit vielen anderen Leuten. Dann wurde es hell. Und dann kam die erste Müdigkeit“, erzählt Thorsten Glatthor. „Das ist ein Kampf Kopf gegen Beine.“ Die körperliche Intensität sei gar nicht das Problem gewesen. „Ich habe keine Schmerzen und keine muskulären Probleme gehabt“, sagt der 46-Jährige, der am Ball blieb und sich während einer Pause von seiner Frau Petra die Beine massieren ließ. Die steilen Passagen nahm er mit seinen zusammenklappbaren Carbon-Stöcken und setzte auf ein flottes Speed-Hiking.

Acht Verpflegungsstationen gab es auf der Strecke. Dort füllte er seine Obst- und Getränke-Vorräte wieder auf. Was für ihn das Besondere am Ausdauersport ist? „Du bist raus. Es gibt nichts Anderes als den Lauf und die Konzentration über einen so langen Zeitraum. Das ist ein intensives Erlebnis“, bilanziert Thorsten Glatthor für sich. Zudem sei es ein Test dafür, was möglich sei. „Man kann die eigenen Grenzen ausloten und verschieben.“ Erst war er nach seinem Lauf naturgemäß erschöpft. Eine Woche danach aber sei die Lust an der Bewegung wieder da gewesen. Und die Erkenntnis: „Ich würde es nochmal machen.“

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