Rat diskutiert über Vorentwurf des B-Plans „Bruchlandschaft“

Landwirte fühlen sich benachteiligt

+
Ein Blick ins Schwarmer Bruch

Schwarme - Von Anne Schmidtke. Bei den CDU-Politikern, die selbst Landwirte sind, kam der Vorentwurf des Bebauungsplans (B-Plan) „Bruchlandschaft“ nicht gut an. Sie fanden ihre Interessen nicht genug berücksichtigt. „Das ist offene Verhinderungsplanung“, wetterte Klaus Meyer-Hochheim (CDU) am Mittwochabend während der Gemeinderatssitzung in Robberts Huus.

Dort stellte Ina Rehfeld von der Oldenburger Gesellschaft für räumliche Planung und Forschung NWP den Vorentwurf vor. Wie berichtet, hatte der Rat Ende 2013 beschlossen, den B-Plan aufzustellen, um das Bruch zu schützen.

Die Diplom-Ingenieurin betonte, dass der Bereich des nördlichen Bruchs zwischen der Landesstraße 331 und der Grenze zur Samtgemeinde Thedinghausen, für den der B-Plan gelten soll, von neuer Bebauung freizuhalten ist. Davon ausgenommen sind unter anderem untergeordnete Nebenanlagen, sofern sie einem landwirtschaftlichen Betrieb dienen und eine Grundfläche von 30 Quadratmetern nicht überschreiten (zum Beispiel Schutzhütten für Tiere und Unterstände für Strohballen), Hochsitze, Einrichtungen für die Erholung- und Fremdenverkehrsnutzung, Aussichtstürme bis zu zehn Metern Höhe und Anlagen für die Wasserwirtschaft und den Straßenbau.

„Wir wissen alle nicht, wie die Landwirtschaft in zehn Jahren aussehen wird“, sagte Jens Otten (CDU). Falls jemand später auf dem Gebiet einen einfachen Unterstand für Tiere errichten wolle, sei das mit diesem B-Plan nicht mehr möglich. Das sei tragisch. Zudem wollte er wissen, was mit der Bebauung passiere, die schon da sei.

Bestandsschutz

für Bebauung

Die habe Bestandsschutz, informierte Gemeindedirektor Bernd Bormann, der betonte, dass die 30-Quadratmeter-Grenze nicht in Stein gemeißelt sei. Über die Größe der Gebäude könne diskutiert werden. Außerdem seien bestimmte Dinge zulässig, die nicht in den baulichen Bereich fallen, zum Beispiel Schutzvorrichtungen für Heidelbeeren.

Unverbauter Blick

auf Schwarme

„Dass euch das alles nicht gefällt, habt ihr jetzt oft genug kundgetan. Aber ihr seid nicht nur Landwirte, sondern auch Ratsherren und solltet an die Interessen aller denken“, appellierte Hermann Schröder von der Unabhängigen Wählergemeinschaft Schwarme (UWS). Er fände es gut, wenn emissionsstarke Anlagen im nördlichen Bereich von Schwarmes Bruch nicht mehr möglich wären. „Wir müssen einen Kompromiss finden“, sagte Schröder. Schließlich brauche Schwarme Bürger, denen der Ort und die Landschaft gefielen. Mit den Grundsteuern, die die ortsansässigen Landwirte zahlen, sei das Gemeinwesen schließlich nicht zu finanzieren. „Wir wollen den Ort erhalten, und daher finde ich das Angebot von Frau Rehfeld gut“, sagte Schröder.

Das Ziel des Bebauungsplans sei es, die Landschaft zu schützen. Der Blick auf Schwarme, insbesondere auf die Kirche, und entlang der Eyter solle unverbaut bleiben, berichtete Rehfeld. Zudem solle das Gebiet mit einigen Maßnahmen aufgewertet werden, die aus der Flurbereinigung resultieren. Dazu gehören unter anderem Pflanzungen von Bäumen und Sträuchern an Wegen und Gewässern, die Anlegung von Biotopen und die Schaffung von Gewässerrandstreifen entlang der Eyter. „Die Flurbereinigung und der B-Plan laufen parallel. Sie verfolgen dieselben Ziele. Es wird daher einen permanenten Abstimmungsprozess geben müssen“, erklärte Rehfeld. Sie betonte, genau wie Bürgermeister Johann-Dieter Oldenburg (SPD), dass der B-Plan nicht in Beton gegossen sei. Es bestehe immer die Möglichkeit, ihn zu ändern.

Nach der Vorstellung wird er nun in den Fraktionen und im Rat weiter diskutiert und in einer der nächsten Ratssitzungen beschlossen, oder auch nicht.

Mehr zum Thema:

Trump wendet sich vom Klimaschutz ab

Trump wendet sich vom Klimaschutz ab

Tim Wiese gibt Autogrammstunde in Apotheke

Tim Wiese gibt Autogrammstunde in Apotheke

Zyklon „Debbie“ verwüstet Australiens Küstenregion

Zyklon „Debbie“ verwüstet Australiens Küstenregion

New Model Army im Aladin

New Model Army im Aladin

Meistgelesene Artikel

Appletree: Zeltplatz wird mit Zaun gesichert

Appletree: Zeltplatz wird mit Zaun gesichert

Frage zum Frühlingserwachen: „Wer braucht schon Moore?“

Frage zum Frühlingserwachen: „Wer braucht schon Moore?“

Frühjahrskonzert mit musikalischer Reise 

Frühjahrskonzert mit musikalischer Reise 

Unfallszenario mutet auf den ersten Blick etwas rätselhaft an

Unfallszenario mutet auf den ersten Blick etwas rätselhaft an

Kommentare