„Diese Gemeinde ist so lebendig“

Organistin kandidiert für Kirchenvorstand

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Michaela Vogler (links) mit ihrer Orgelschülerin Hiltrud Stampa-Wrigge in der Intscheder Kirche. 

Schwarme - Michaela Vogler lebt in Völkersen, ist aber Mitglied der Kirchengemeinde Schwarme. Sie und ihr Mann Jörg haben sich vor einem Jahr umpfarren lassen. Eigentlich gehören die in Völkersen lebenden Protestanten zur Domgemeinde Verden, die in Völkersen ein kleines Gemeindezentrum eingerichtet hat. Doch in Schwarme fühlen sich die Voglers wohler und wechselten daher die Kirchengemeinde. „Diese Gemeinde ist so lebendig“, sagt die 49-Jährige. Und deshalb bewirbt sie sich um einen Sitz im Kirchenvorstand.

Vogler ist „Musikerin mit Leib und Seele“. Die Musik ist ihr Beruf und ihr Hobby. „Wenn ich mal nicht Musik mache, bin ich krank“, sagt sie und lacht. „Musik wurde mir durch Gott gegeben, ich als Mensch möchte sie anderen Menschen weitergeben.“ Vogler hat eine private Musikschule. Außerdem arbeitet sie freiberuflich als Kirchenmusikerin. Regelmäßig spielt sie in Gottesdiensten, bei Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen die Orgel. „Musik macht Gottesdienste lebendiger“, sagt die fröhliche Christin. Die Orgel sei ein vielseitiges Instrument: „Ich spiele nicht nur alte Stücke, sondern bin offen für alles.“

Ursprünglich stammt Vogler aus Esslingen am Neckar (Baden-Württemberg). Sie wuchs in einer christlichen Familie auf, gab mit sechs Jahren ihr erstes Konzert in einem evangelischen Kindergarten. Seit 2001 wohnt sie in Norddeutschland, seit 2003 in Völkersen bei Langwedel.

Über den früheren Martfelder Pastor Horst Wortmann, vertretungsweise auch in Schwarme tätig, kam die Berufsmusikerin vor neun Jahren nach Schwarme: „In der Vakanzzeit in Schwarme fragte er mich, ob ich eine neue Orgel kennenlernen will.“ Sie wollte. Die Schwarmer Orgel sei zweimanualig und „sehr schön“. Sie gehöre zu den kleinen Orgeln, sei im Vergleich zu anderen in der Region aber groß. Einmal im Monat gestaltet Vogler als Organistin den Gottesdienst in Schwarme mit. „Mir ist es wichtig, dass die Leute zufrieden aus der Kirche gehen, nicht nur wegen der Wortbeiträge“, erzählt sie und lächelt. „Ich freue mich, wenn sie sagen, das Orgelspiel war toll, und wenn sie die Musik mit dem Herzen gehört haben.“

Nicht nur die Kirche, die Gottesdienste und die Orgel in Schwarme gefallen Michaela Vogler gut, auch Pastorin Meike Müller, seit 2010 im Amt, ist ihr sehr sympathisch. „Mir gefällt ihre Art. Viele Leute sind überrascht, wie sie unterwegs ist. Sie bringt die Leute zur Kirche. Und das ist doch das wirklich Wichtige an der Kirche: die Leute dort abzuholen, wo sie sind. Die Kirche lebt von uns Menschen.“

Meike Müller war es auch, die Michaela Vogler auf die Idee brachte, zum ersten Mal für einen Kirchenvorstand zu kandidieren. „Sie hat mich nach einem Gottesdienst gefragt, ob ich mir das vorstellen kann“, erzählt die 49-Jährige. „Ich konnte es mir vorstellen.“ In der Gemeinde Schwarme fühlen sie und ihr Mann sich willkommen: „Die Leute gehen auf einen zu, man wird immer von einem Kirchenvorstandsmitglied begrüßt.“

Vogler hofft, in das Gremium gewählt zu werden. Konkrete Pläne und Ziele hat sie aber noch nicht. „Ich bin neugierig und lasse mich darauf ein, was kommt. Schön ist, dass ich alles neutral sehen kann, weil ich nicht aus Schwarme komme. Gleichzeitig bringe ich durch meine Arbeit als Berufsmusikerin Erfahrungen aus anderen Gemeinden mit.“ 

mah

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