Oberschule verabschiedet zwei Lehrer

„Die Schüler werden immer schwieriger“

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Marie-Luise Gropp-Rösseler und Waldemar Schiller beginnen heute ihren Ruhestand. ·

Br.-Vilsen - Der Abschied fällt ihnen nicht schwer: Marie-Luise Gropp-Rösseler und Waldemar Schiller gehen heute in den Ruhestand. Beide haben jahrzehntelang als Lehrer an der Oberschule Bruchhausen-Vilsen gearbeitet – und sind sich einig: „Die Schüler werden immer schwieriger!“

Die 65-jährige Marie-Luise Gropp-Rösseler ist auf einem landwirtschaftlichen Hof in Berxen aufgewachsen und hat zunächst eine Lehre in diesem Bereich absolviert. Später machte sie an der Fachschule ihren Abschluss als staatlich-ländlich geprüfte Hauswirtschaftsleiterin und stand danach vor der Frage: Was nun? „Alles, was sich nach meiner Ausbildung anbot, war nicht so mein Ziel“, sagt sie. „Erbsen zählen und einfrieren – das wollte ich nicht.“ Wie gerufen kam da die Möglichkeit, in ihrem Traumberuf als Lehrerin zu arbeiten. 1973 fing Gropp-Rösseler an der Mittelpunktschule Bücken an, ab 1976 arbeitete sie jeweils mit halber Stundenzahl in Bücken sowie an der Grund- und Hauptschule Bruchhausen-Vilsen. Weitere drei Jahre später wechselte sie komplett in den Luftkurort. Dort schloss sich die Hauptschule im Jahr 2000 mit der Realschule zusammen, 2012 erfolgte die Umwandlung in die Oberschule.

Seit 1989 arbeitet Waldemar Schiller in Bruchhausen-Vilsen. Der gebürtige Bremer, der heute in Syke lebt, entschied nach seiner Lehre als Werkzeugmacher und vier Jahren als Facharbeiter, wieder zur Schule zu gehen und dann ein Studium anzufangen: „Ich wollte ursprünglich Ingenieur werden. Weil die Anstellungsmöglichkeiten in dieser Zeit aber miserabel waren, habe ich Sport und Physik auf Lehramt für die Sekundarstufe I studiert.“ Es folgten das Referendariat in Bremen und drei Jahre in Cuxhaven, bevor Schiller in den Flecken kam. Er feiert morgen seinen 63. Geburtstag.

Die frischgebackenen Ruheständler werden nach eigener Aussage gerne an ihr Berufsleben zurückdenken. Gleichwohl haben sie miterlebt, wie das täglich Brot der Lehrer zunehmend härter wurde. „Bei vielen Schülern stimmt das Arbeits- und Sozialverhalten nicht mehr“, sagt Gropp-Rösseler und kritisiert die Eltern: „Sie sollten Werte wie Höflichkeit und Pünktlichkeit vorleben und sich außerdem nicht nur beim Elternsprechtag für die Leistungen ihrer Kinder interessieren, sondern auch zwischendurch.“ Schiller ergänzt: „Das größte Problem ist die Respektlosigkeit der Schüler.“

Auch das Schulsystem beurteilen die Lehrer kritisch. „Ich wünsche mir, dass die Politiker nicht andauernd etwas ändern. Das sind Theoretiker – sie sollten mal in eine Schulen gehen und vor Ort entscheiden“, sagt Gropp-Rösseler.

Heute feiern die Rentner mit 60 Gästen bei Gropp-Rösseler, die bis heute in ihrem Berxer Elternhaus wohnt. Und dann beginnt ein neuer Lebensabschnitt, auf den sich beide freuen. Gropp-Rösseler möchte zusammen mit ihrem Mann ihr Zuhause genießen, aber auch gelegentlich verreisen. Die 65-Jährige will Kontakte pflegen und „was Musikalisches“ machen.

Für Schiller und seine Gattin steht das Reisen künftig im Mittelpunkt. Schon im März steht ein Skiurlaub an. Ferner plant er, wieder öfter Tennis zu spielen. · mah

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