Ärztehaus für Bruchhausen-Vilsen geplant

„Die hausärztliche Versorgungssituation ist angespannt“

Rohbau eines dreistöckigen Gebäudes.
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In Hoya entsteht derzeit ein Ärztehaus. Das in Bruchhausen-Vilsen könnte strukturell und optisch ähnlich werden, wünschen sich Rat und Verwaltung.

Br.-Vilsen – Bruchhausen-Vilsen bekommt ein Ärztehaus. Das jedenfalls wünschen sich Politik und Verwaltung. Hinter verschlossenen Türen ist in den vergangenen fast vier Jahren eine Idee gereift, die sich „auf der Zielgeraden“ befindet, wie Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann auf Nachfrage der Kreiszeitung bestätigt.

Ein Investor baut eine Immobilie in zentraler Lage, in die Praxen unterschiedlicher Fachrichtungen einziehen. Diesen Vorschlag macht die IWG der Samtgemeinde, die bei der „Ideenwelt Gesundheitsmarkt“ eine Machbarkeitsstudie beauftragt hatte. „Wir haben unsere Planungen mit den Ärzten vor Ort kommuniziert“, betont Bernd Bormann das Interesse an einer Lösung für alle Beteiligten und im besten Fall mit einigen der bereits ansässigen Anbietern medizinischer Leistungen.

„Leider sind diese Gespräche aufgrund der Pandemie ins Stocken geraten. Wir sind aber gewillt, sie zu intensivieren, sobald es die Lage zulässt; und wir gesicherte Informationen haben“, ist Bernd Bormann wichtig.

Ein Investor sei gefunden, mindestens zwei Grundstücke stünden zur Verfügung, Mediziner verschiedener Fachrichtungen haben ernsthaftes Interesse als Nutzer bekundet – „wir sind auf einem guten Weg“, sagt Bernd Bormann.

Die Pandemie habe das Projekt jedoch auf Eis gelegt. Seit dem Frühjahr sei die Planung keinen Schritt weitergegangen. „Es ist noch nichts unterschrieben“, sagt er zum Stand der Dinge, rechne aber „in den nächsten Monaten“ mit deutlichen Fortschritten.

Optisch und strukturell könnte ein Ärztehaus in Bruchhausen-Vilsen der Immobilie ähneln, die seit Frühjahr in der Nachbarstadt Hoya entsteht. Dort werden sich aber nicht nur Ärzte verschiedener Richtungen niederlassen. Im dreistöckigen Gebäude an der Weserstraße wird es in zentraler Lage auch Wohnraum geben.

Die Samtgemeinde wolle einen Beitrag leisten, die ärztliche Versorgung im Sinne ihrer gut 17 000 Einwohner langfristig sicherzustellen, erklärt Bernd Bormann die Initiative der Kommune. Bisher haben sich die Haus- und Fachärzte aus eigenem Antrieb niedergelassen, oftmals in eigenen Räumen. Die Bedarfe der Ärzte an ihren Berufsalltag haben sich laut Studie jedoch erheblich geändert.

Eine Praxis zu übernehmen, in der ein Arzt heute 50 bis 60 Stunden pro Woche arbeite, um die Anzahl der Patienten versorgen zu können, sei laut IWG für viele junge Mediziner keine Option. Sie interessierten sich in der Regel für eine Tätigkeit als angestellter Arzt mit überschaubaren Arbeitszeiten, ohne das finanzielle Risiko und ohne den administrativen Aufwand, das und den eine selbstständige Tätigkeit in eigener Praxis voraussetze.

Und das nicht nur in strukturell deutlich schwächeren Regionen als im Bremer Speckgürtel.

Zwei der zu Jahresbeginn noch acht Hausarztpraxen in der Samtgemeinde haben inzwischen geschlossen, ohne einen Nachfolger gefunden zu haben. „Die gegenwärtige hausärztliche Versorgungssituation in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen kann nicht anders als ,angespannt‘ beschrieben werden“, hieß bereits vor dieser Entwicklung das Fazit der Experten in ihrer gut 100-seitigen Analyse.

Grundlage ihrer Untersuchung bildeten Erhebungen und Gespräche mit den seinerzeit acht Hausarzt- und sieben Facharztpraxen, acht Zahnarztpraxen und 31 weiteren Akteuren der Gesundheitsversorgung in der Samtgemeinde.

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