Zunächst nur Pflegeheime / Viele Fragen für Privatpersonen weiterhin offen

Der Impfstart ist erfolgt

Christa Holfeld erhält die erste Covid-19-Impfung im Landkreis Diepholz.
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Christa Holfeld erhält die erste Covid-19-Impfung im Landkreis Diepholz.

Br.-Vilsen – In der Pflegeeinrichtung „Landleben am Vilser Holz“ in Bruchhausen-Vilsen haben am Dienstag die ersten Kreisbewohnerinnen und -bewohner eine Covid-19-Impfung erhalten.

Aufatmen bedeutete das für Birgit Falldorf, Geschäftsführerin der Einrichtung, die in einer Pressemitteilung des Landkreises erklärt: „Das Pandemie-Jahr 2020 hat deutliche Spuren hinterlassen. Ein positiver Zufallsbefund unter den Bewohnern Anfang Dezember hat uns allen deutlich vor Augen geführt, wie wichtig der Impfstoff für eine Rückkehr zur Normalität ist.“

Um maximale Sicherheit zu gewährleisten, ist der gesamte Prozess vonseiten der Verwaltung bis Dienstagabend nicht in der Öffentlichkeit kommuniziert worden. Der Impfstoff hat das stationäre Impfzentrum in Bassum am Montagabend unter massiver Polizeipräsenz erreicht, erklärt Landkreis-Sprecherin Mareike Rein auf Nachfrage. Es folgten noch am selben Abend eine erste Lagebesprechung und die Einsatzplanung. Am Dienstagmorgen habe es eine erneute Besprechung gegeben. Zwei Impfteams waren nach Bruchhausen-Vilsen gereist, um dort 60 Bewohnerinnen und Bewohner sowie einige Mitarbeitende mit der ersten Impfung aus dem Hause „BioNtech“ zu versorgen.

Insgesamt 975 Dosen habe die erste Lieferung umfasst, sie werden zunächst ausschließlich durch die mobilen Impfteams auf Pflegeheime verteilt. Diese hatten bis zum 30. Dezember Zeit, die Impfwünsche ihrer Kunden und Angestellten abzufragen. Über die Abteilung Bevölkerungsschutz im Landkreis ist das Land Niedersachsen darüber informiert worden, welches nun für die Organisation verantwortlich zeichnet.

Zugesichert sind dem Landkreis Stand Dienstagabend, dass in drei Wochen, wenn die für den optimalen Schutz notwendige zweite Impfung erfolgen muss, ausreichend Dosen zur Verfügung stehen werden. Ob in der Zwischenzeit weitere Impfdosen geliefert werden, wenn ja wie viele, und ab wann sich der Großteil der Bevölkerung für eine Impfung anmelden kann – all das ist nicht bekannt. „Wir gehen davon aus, dass zwischendurch noch was kommt“, erklärt Rein. Notwendig wäre das, wenn durchgehend geimpft werden soll, denn beim Schnitt von 100 Impfungen pro Tag würde der gelieferte Impfstoff nur für zehn Tage reichen. Das Ziel sei es aber natürlich, im Landkreis in naher Zukunft deutlich mehr als diese Zahl zu verimpfen.

Möglich wäre das auch schon am Dienstag gewesen, wäre die Entscheidung gefallen, alle vier mobilen Impfteams einzusetzen, doch aufgrund eines großen Dokumentationsaufwandes sei die Entscheidung getroffen worden, am ersten Tag nur mit zwei Teams auszurücken und das Prozedere kennenzulernen.

Dieses Prozedere beginnt für die Impfteams – die selber noch keine Impfungen erhalten haben – vor jedem Einsatz mit einem Schnelltest, um sicherzustellen, dass sie keine Viren in die Häuser tragen. Weiter ging es am Dienstag im „Landleben am Vilser Holz“ zunächst mit einer 90-minütigen Besprechung, in der alle offenen Fragen sowie die notwendigen Schritte minutiös durchgegangen wurden, damit es nicht zu Fehlern kommt. Mittelfristig ist davon auszugehen, dass diese Besprechungen aufgrund der sich bildenden Routine, entfallen kann. Es folgte der nach außen hin sichtbare Stich in den Oberarm der Impf-Empfänger, ehe sich Papierkram anschloß. Auf unterschiedliche Art und Weise müsse jede Impfung für das Robert-Koch-Institut und das Land Niedersachsen dokumentiert werden. Daneben gibt es üblicherweise vorhandene Impfpässe, die ausgefüllt werden wollen.

In Zukunft und mit Übung werde das sicherlich schneller gehen und das Pensum sich allein dadurch erhöhen, dass ab Mittwoch das dritte mobile Impfteam seine Arbeit aufnimmt. Dann können hoffentlich bald viele das Gefühl teilen, welches Birgit Falldorf am Dienstag gespürt hat: „Mit der Impfung können wir die latente Sorge vor einem Ausbruch ein Stück weit hinter uns lassen und blicken in eine hoffentlich gesunde Zukunft.“  ml

Millimeterarbeit ist gefragt, damit die mobilen Impfteams die maximale Zahl an Behandlungen mit dem wertvollen „BioNtech“-Stoff durchführen können.

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