„Crash Recovery System“ hilft Feuerwehr bei Unfällen / Vilsa spendet 5000 Euro

Ein Programm, das Leben rettet

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Rathausmitarbeiter Ralf Rohlfing, Gemeindebrandmeister Michael Ullmann, Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann, Ortsbrandmeister Jörg Kehlbeck und Vilsa-Chef Henning Rodekohr (von links) sind begeistert vom „Crash Recovery System“.

Br.-Vilsen - Nach schweren Verkehrsunfällen entscheiden oft Sekunden über Leben und Tod. Dank neuester Technik können die Mitglieder der Stützpunktfeuerwehren Bruchhausen-Vilsen, Asendorf und Schwarme nun noch schneller Menschen aus zerstörten Fahrzeugen befreien. Möglich macht dies das Programm „Crash Recovery System“ (CRS).

„Die Autos haben immer bessere Sicherheitssysteme. Bei Unfällen haben die Insassen heutzutage eine gute Chance, zu überleben“, erklärt Bruchhausen-Vilsens Ortsbrandmeister Jörg Kehlbeck. Allerdings sorgen die Sicherheitsausstattungen auch dafür, dass es für die Feuerwehrleute im Ernstfall immer schwieriger wird, Personen aus den Unfallfahrzeugen zu befreien. Karosserieverstärkungen erschweren es den Einsatzkräften nach schweren Kollisionen zum Beispiel, das Auto zu öffnen.

Zudem bilden nicht ausgelöste Airbags, Hybridgasgeneratoren und alternative Antriebssysteme potenzielle Gefahren. Die Lokalisierung dieser Komponenten ist wichtig, stellt für die Feuerwehrleute allerdings keine leichte Aufgabe dar, weil jedes Fahrzeugmodell anders ist. „Alle Hersteller machen ihr eigenes Ding“, sagt Kehlbeck. Die Software CRS helfe ihm und seinen Kameraden, die verschiedenen Autobestandteile schnell zu ermitteln.

Während eines Einsatzes starten die Feuerwehrleute am Unfallort eine sogenannte Kennzeichenabfrage. Innerhalb von wenigen Sekunden erhalten sie von der Rettungsleitstelle in Diepholz einen Code, den sie in das CRS eingeben. Auf dem Bildschirm neu angeschaffter Tablets erscheint sofort ein Bild des Autos. Es zeigt, wie die Einsatzkräfte beispielsweise Dach, Türen und Sitze entfernen können, ohne das Leben des eingeklemmten Insassen oder ihr eigenes zu gefährden.

„Die Maßnahme rettet unmittelbar Leben“, weiß Vilsa-Chef Henning Rodekohr. Daher spendete sein Unternehmen 5000 Euro an die Gemeindefeuerwehr Bruchhausen-Vilsen. Das Geld stammt unter anderem aus dem Probeausschank beim Rosenfest, bei der Landpartie in Nienburg und beim Brokser Heiratsmarkt. Mit der Summe schaffte die Feuerwehr jetzt robuste Tablets an, mit denen die Software bedient werden kann. Die Lizenzen für das Programm kaufte die Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen.

Die Tablets, die wasser- und sturzfest sind und mit angelegten Handschuhen bedient werden können, helfen den Ortsfeuerwehren Bruchhausen-Vilsen, Asendorf und Schwarme, die mit hydraulischen Rettungsgeräten ausgestattet sind, verunglückte Personen schneller zu retten.

„Die Software ist immer top-aktuell“, erklärt Rathausmitarbeiter Ralf Rohlfing. Autos, die morgens bei der Zulassungsstelle angemeldet werden, seien spätestens abends im System. Nun sei nur noch die Kennzeichenabfrage zu optimieren. Wenn die Disponenten der Rettungsleitstelle Diep-holz bereits den Anrufer, der den Unfall melde, nach den Kennzeichen der beteiligten Autos fragten, könnten die Einsatzplaner anschließend den benötigten Code beim Kraftfahrtbundesamt ermitteln und ihn bereits beim Einsatzbefehl der Feuerwehr melden. Das spare Zeit.

asc

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