Mehr als 1 000 Besucher kommen zum Country-Festival nach Asendorf

Cowboys und Indianer leben friedlich nebeneinander

Der traditionelle Line-Dance entstand im kulturellen Schmelztiegel des 19. und 20. Jahrhunderts in den USA und hat seit einigen Jahren auch in Deutschland eine große Anhängerschaft. - Foto: Ulf Kaack

Asendorf - Sporen, Cowboyhüte und Westernstiefel: Am Osterwochenende wehte ein unschwer wahrnehmbarer Hauch von Nashville/Tennessee durch Asendorf. Das Gelände vor dem Sportplatz war für drei Tage zur Maverick Ranch umfunktioniert und Schauplatz für das dritte Oster-Country-Festival.

Wie einst die Wagenburgen der Siedler in der Prärie, standen die Wohnmobile – in der Szene werden sie augenzwinkernd als moderne Planwagen bezeichnet – der Teilnehmer im Kreis angeordnet auf dem Parkplatz. Gut geschützt vor Indianerüberfällen, vor allem aber vor Wind und Wetter, saßen hier die stilecht gekleideten Western-Fans am Lagerfeuer oder vor dem Grill. Stories wurden erzählt, vielleicht ein wenig von den Rocky Mountains und den Great Plains geträumt.

Schießereien, Pferdediebstahl oder unschöne Szenen am Marterpfahl waren allerdings nicht angesagt auf der Maverick Ranch. Cowboys, Indianer, Scouts und Marshalls pflegten einen friedvollen Umgang miteinander. Es ging um Musik, Tanz und Gemütlichkeit. Auf der Bühne im Festzelt gaben sich diverse Country- und Western-Musiker das Mikrofon in die Hand.

Country-Festival in Asendorf

Los ging’s bereits am Freitagabend mit einem Unplugged-Auftritt der Gruppe „Take U.S. Music.“ Das Quintett begeisterte mit moderner amerikanischer Country Music im kleinen Kreis. Das sollte aber nicht so bleiben, denn ab Samstag war auch die Öffentlichkeit zum Festival eingeladen. „Ich denke, wir hatten weit über 1 000 Besucher“, schätzt Steffen Gürlebeck, Chef des veranstaltenden Vereins „Maverick Line-Dancers Niedersachsen“, der in Bassum beheimatet ist.

Am Sonnabend war es Dusty Woodfield aus dem niederländischen Emmen, der mit seinen Country Songs im rappelvollen Zelt begeisterte. Tags darauf überzeugte der Brite Sonny B. sein Publikum nicht minder. Vor allem lieferten sie den zahlreichen Line-Dancern das musikalische Fundament für ihre ambitionierten Tanzdarbietungen.

„Diese Form des Volkstanzes entstand im kulturellen Schmelztiegel des 19. und 20. Jahrhunderts in den USA“, erklärt Steffen Gürlebeck. „Unabhängig vom Geschlecht tanzen die Akteure in Reihen und Linien vor- und nebeneinander nach einer Choreografie zu Songs vorwiegend aus dem Country & Western-Genre. Wir tanzen hier in in allen möglichen Varianten: vom Schottisch Pot of Gold, der Irisch Polka, dem Boot Scootin‘ Boogie, dem Chattachoochee, bis hin zum Old-Father-Line-Dance.“

Und auch die Kids kamen voll auf ihre Kosten: Ob beim Westernreiten auf der geduldigen Stute Bärbel oder dem Schildkrötenrennen, einem historisch-traditionellen Geschicklichkeitswettbewerb für Kinder aus den Vereinigten Staaten.

Gefragt war außerdem Uwe Klinge, der in der Szene als authentischer Zeitzeuge bezeichnet wird. Er weiß alles über den Wilden Westen und teilte sein Wissen in entsprechender Kostümierung gerne mit den Nachwuchs-Cowboys, die gespannt lauschten.

Optisches Highlight und Osterfeueralternative war am Sonntagabend die Feuershow, bei der acht Akteure mit brennenden Lanzen, Pfeil und Bogen das Festivalgelände eindrucksvoll illuminierten.

„Unser Oster-Country-Festival ist in Niedersachsen einzigartig“, freute sich Steffen Gürlebeck über die positive Resonanz in Asendorf. „Hier hat sich die gesamte norddeutsche Wild-West-Szene getroffen. Eine große harmonische Familie, die die gemeinsamen Interessen pflegt. Nicht auszuschließen, dass der eine oder andere der zahlreichen Besucher jetzt ,Blut geleckt‘ und für sich eine neue Leidenschaft entdeckt hat.“

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