Aktion der Samtgemeinde

DRK führt Corona-Schnelltests durch: Schwarmer Kita-Mitarbeiter fürchten sich vor Abstrich

Angst vor dem Test: Erzieherin Katharina Schröder machte sich vor der Prozedur Gedanken, doch bereits nach wenigen Sekunden hatte sie es geschafft.
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Angst vor dem Test: Erzieherin Katharina Schröder machte sich vor der Prozedur Gedanken, doch bereits nach wenigen Sekunden hatte sie es geschafft.

Schwarme –  Merklich nervös tippelt Katharina Schröder von einem auf den anderen Fuß. „Ich hab etwas Angst, dass es wehtut“, sagt die Erzieherin. Denn gleich ist sie an der Reihe, sich erstmals einem Corona-Schnelltest, einem sogenannten POC-Antigentest, zu unterziehen.

Zwei Mitarbeiterinnen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hatten gestern den Kindergarten Wiesenhüpfer in Schwarme kurzerhand in ein Testzentrum verwandelt und entnahmen 19 Personen der Reihe nach einen Abstrich aus dem hinteren Nasenraum. „Die Schnelltests tragen zu einem höheren Maß an Sicherheit bei und helfen, ein Infektionsgeschehen frühzeitig zu erkennen“, erklärt Ulrike Hirth-Schiller, Geschäftsführerin des DRK-Kreisverbands. Die Samtgemeinde bietet die Tests bis Ende März einmal die Woche für das Personal an, das sie als Trägerin in ihren Schulen und Kindertagesstätten beschäftigt.

Die Einrichtung in Schwarme ist nicht die einzige Station auf dem Weg der DRK-Mitarbeiter. Getestet werden sollen sowohl Hausmeister, Schulsekretärinnen, Ganztagskräfte, Schulsozialarbeiter sowie das Kita-Personal im Kindergarten Löwenzahn und der Kindergrippe Zwergenburg in Bruchhausen-Vilsen sowie in den Kitas in Haendorf und Martfeld. Kosten fallen für die Mitarbeiter dafür nicht an. Die teilen sich die Kommune und das Land.

Den Eigenanteil der Samtgemeinde an den Kosten kalkuliert Cattrin Siemers, Fachbereichsleiterin für Bildung in Bruchhausen-Vilsen, zwischen 6 000 und 6 500 Euro. Etwa 110 der gut 140 infrage kommenden Mitarbeiter wollen von diesem Angebot Gebrauch machen, sagt sie zur Resonanz.

„Ich finde es sehr gut, dass die Gemeinde uns diese Möglichkeit gibt. Die Tests bieten nicht nur für die Kollegen mehr Sicherheit, sondern auch für das gesamte Haus, die Eltern und Kinder“, meint Susanne Staave, Kita-Leiterin in Schwarme.

Ein DRK-Team kommt für die Testungen in die Einrichtung: Die Frauen verwandelten das Mitarbeiterzimmer der Schwarmer Kita kurzerhand in ein Testzentrum. Dort entnahmen sie dem Personal dann einen Abstrich.

Für die Aktion hat die Einrichtung ihr Mitarbeiterzimmer zur Verfügung gestellt. Zudem wurden vorher Listen mit den Namen der zu testenden Personen angefertigt und Zeiten festgelegt, wann wer dran ist. Für viele von ihnen ist es der erste Corona-Test. So auch für Katharina Schröder. Sie ist als zweite an der Reihe und will von ihrer Kollegin vorab noch wissen, ob sie mit Schmerzen rechnen muss, als diese als erste zurück aus dem Mitarbeiterzimmer kommt. „Nein, alles gut“, versichert Hella Stumpenhausen ihr.

Katharina Schröders Gesichtsausdruck entspannt sich sichtlich. Als sie den Raum betritt, warten dort schon die beiden Frauen vom DRK – ausgerüstet mit Schutzanzug, Visier vor dem Gesicht und Handschuhen. Angst vor dem Ergebnis, welches bereits nach 15 bis 20 Minuten feststehen soll, hat die Erzieherin nicht.

„Ich habe keine Symptome und meine Kontakte erheblich eingeschränkt. Ich habe eher Angst darum, womöglich jemand anderen anzustecken“, sagt sie. Bevor es losgeht, erklärt eine der DRK-Mitarbeiterinnen ihr noch kurz das Prozedere und fragt sie, in welche Nasenseite sie das Stäbchen einführen darf. Das ist Katharina Schröder ganz egal, und nach nur wenigen Sekunden hat sie es auch schon überstanden. Sogleich wird das Stäbchen in ein entsprechendes Röhrchen gesteckt, und die Erzieherin darf gehen. „Das hat sich lediglich angefühlt wie ein Nieser“, berichtet sie erleichtert.

Auch DRK-Chefin Ulrike Hirt-Schiller meint: „Das Gefühl ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Für einige mit anatomischen Besonderheiten mag das vielleicht etwas unangenehmer sein. Viele empfinden es aber auch als Kitzeln. Auf jeden Fall ist es nichts, wovor man Angst haben muss.“

Der Test funktioniere mit einem Auswertungsplättchen, ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest. Falls einer ein positives Ergebnis anzeige, muss dieses noch einmal mit einem PCR-Test bestätigt werden. Dieser könne sowohl beim Hausarzt als auch im Testzentrum in Twistringen gemacht werden. Sobald einer der Schnelltests positiv gewertet ist, müsse zudem der jeweilige Träger den Befund an das Gesundheitsamt melden. Ob es dabei bleibt oder ob das Meldeverfahren noch geändert werde, solle in dieser Woche weiter abgestimmt werden, so Ulrike Hirth-Schiller.

Ein DRK-Team kommt für die Testungen in die Einrichtung: Die Frauen verwandelten das Mitarbeiterzimmer der Schwarmer Kita kurzerhand in ein Testzentrum. Dort entnahmen sie dem Personal dann einen Abstrich.

„Welche Maßnahmen anschließend ergriffen werden, hat das Gesundheitsamt zu entscheiden“, erläutert sie weiter. Bereits bei einem positiven Ergebnis des Schnelltests könne das Gesundheitsamt Quarantäne für die betroffene Person sowie deren Kontaktpersonen anordnen, führt Mareike Rein, Pressesprecherin des Landkreises Diepholz, aus. Die Dauer hänge von dem anschließenden Ergebnis des PCR-Tests ab.

Falls es sich nicht nur um einen Infizierten handelt, sondern gleich um mehrere in einer Einrichtung, gebe es noch die Möglichkeit, Reihentestungen durchzuführen. Diese werden ebenfalls durch das Gesundheitsamt angeordnet. Die Testergebnisse aus Schwarme und den anderen Einrichtungen sind am gestrigen Tag noch nicht veröffentlicht worden.

Neu sei das ganze Prozedere nicht. In Pflegeeinrichtungen werde schon seit Längerem täglich getestet. Zudem stelle das DRK seit dem 15. Dezember mobile Impfteams bereit. „Die Schnelltests sind nun einfach zu dem Maßnahmen-Strauß dazugekommen. Der Ablauf ist aber größtenteils gleich“, so die Geschäftsführerin.

Eine weitere neue Maßnahme kündigt sich womöglich bereits mit der Einführung der Selbsttests für Laien an. „Die Pandemie ist ein dynamischer Prozess. Man muss sehen, was am meisten Sinn macht, und das unterstützen wir dann auch“, führt Ulrike Hirth-Schiller aus. Auch das Schwarmer Kita-Personal ist von den Selbsttests nicht abgeneigt. „Wenn die sich als sicher erweisen und uns die richtige Handhabung gezeigt wird, kann ich mir gut vorstellen, dass wir diese hier einsetzen“, sagt Kita-Leiterin Susanne Staave.

Mit Blick auf den Aufwand könnten die Selbsttests womöglich noch besser integriert werden als die wöchentlichen Schnelltests durch das geschulte DRK-Personal. Damit ist Susanne Staave allerdings bereits zufrieden: „Bis Ende März kommen sie nun einmal wöchentlich immer mittwochs.

Das kann man gut planen. Sicherlich wird das Ganze beim nächsten Mal schon reibungsloser ablaufen und zur Routine werden“, meint sie. Auch die Samtgemeinde stehe der Einführung der Selbsttests positiv gegenüber. Fachbereichsleiterin Cattrin Siemers informiert: „Sollten die Corona-Schnelltests als Selbsttest zugelassen werden, würden wir dem Personal danach die Selbsttests anbieten.“

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