Ansteckungsschutz vor Ort machbar

Corona-Hotspot im Seniorenheim Martfeld: Kein Umzug für Bewohner

Bereitschaftseinsatz im ehemaligen DRK-Seniorenheim in Bruchhausen-Vilsen: Die Mitarbeiter haben die Kapazitäten des Ausweichquartiers um zehn Plätze erweitert.
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Bereitschaftseinsatz im ehemaligen DRK-Seniorenheim in Bruchhausen-Vilsen: Die Mitarbeiter haben die Kapazitäten des Ausweichquartiers um zehn Plätze erweitert.

Landkreis Diepholz – Müssen zum Teil hochbetagte Bewohner des Seniorenheims Martfeld wegen einer Corona-Infektion in ein Ausweichquartier nach Bruchhausen-Vilsen umziehen? Diese Frage beschäftigte am Donnerstag das Gesundheitsamt, nachdem 20 Senioren – etwa ein Drittel der Bewohner – sowie sechs Mitarbeiter des Seniorenheims positiv auf das Coronavirus getestet worden waren.

Nach Abwägung aller Fakten entschied sich die Kreisverwaltung gegen den Umzug der Bewohner in das ehemalige Seniorenheim des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Bruchhausen-Vilsen. „Das wäre für uns die letzte Option gewesen“, so Kreisrätin Ulrike Tammen.

Doch jetzt bleibt den Senioren, für die eine völlig fremde Umgebung eine enorme Belastung bedeutet hätte, dieser gravierende Einschnitt erspart: Der Ansteckungsschutz wird in Martfeld durch eine strikte räumliche Trennung der infizierten und der gesunden Bewohner gewährleistet. Schwere Krankheitsverläufe gibt es zum Glück ohnehin nicht: „Die meisten Infizierten sind symptomlos“, so Ulrike Tammen. Außerdem werde das Personal in der Einrichtung durch Zeitarbeitskräfte verstärkt. Unterstützung leiste darüber hinaus der ambulante Dienst des DRK.

Das Seniorenheim Martfeld ist zurzeit ein Corona-Hotspot mit insgesamt 26 Infizierten.

Kräfte der DRK-Bereitschaft hatten in Bruchhausen-Vilsen vorsorglich die räumlichen Voraussetzungen für den Umzug der Senioren geschaffen. „Wir haben dort eine Erweiterungsfläche vorbereitet“, so Ulrike Hirth-Schiller als Geschäftsführerin des DRK-Kreisverbands. Die bestehenden 30 Plätze sind um zehn auf nunmehr 40 erweitert worden. Wie viele Plätze könnten maximal geschaffen werden? Nach Auskunft von Ulrike Hirth-Schiller wären bis zu 55 möglich, danach müsste über andere Lösungen nachgedacht werden.

Die Zusammenarbeit zwischen Landkreis und DRK ist eng – und bewährt. Schon zweimal war das ehemalige DRK-Seniorenheim in Bruchhausen-Vilsen in Notfällen genutzt worden. Beide Male waren Bewohner aus Altenheimen (zum einen aus Groß Lessen, zum anderen aus Syke) dort nach Bränden untergebracht worden.

Kreisverwaltung und DRK durch Corona-Pandemie stark belastet

Sowohl die Mitarbeiter der Kreisverwaltung als auch die des DRK sind durch die Corona-Pandemie stark belastet. Allein in der Kreisverwaltung arbeiten fast 100 Menschen im Schichtsystem unter anderem an der Kontaktnachverfolgung nach Infektionen. Die Mitarbeiter am Bürgertelefon wirken sogar in drei Schichten, um das enorme Aufkommen an Anrufen zu bewältigen – und müssen, so berichtete Ulrike Tammen im Fachausschuss für Jugend, Gesundheit und Soziales, zum Teil sogar Beschimpfungen über sich ergehen lassen.

Ulrike Tammen hofft, dass die Infektionszahlen so schnell wie möglich sinken: „Damit die Kollegen, die wirklich Außerordentliches leisten, endlich mal eine kleine Erholungspause haben.“ Das sieht Ulrike Hirth-Schiller für ihre Mitarbeiter ganz genauso. Mobile DRK-Teams unterstützen den Landkreis in verschiedenen Bereichen, außerdem muss das DRK den Regelbetrieb in seinen eigenen Einrichtungen sicher stellen.

Kommentar von Anke Seidel: Jeder trägt Verantwortung

Wohin wir auch gehen: Uns alle verfolgt zurzeit ein Schatten – Corona. Jederzeit können wir uns mit dem Virus infizieren, wenn wir die Schutzregeln nicht einhalten. Abstand halten, Hygiene beachten und Alltagsmaske, sprich Mund-Nasen-Schutz tragen, kann lebensrettend sein – für uns und andere. Wieviel Corona-Infizierte, die keine Symptome haben, bleiben wohl unentdeckt? Diese Frage kann niemand beantworten. Aber weil jeder zu jeder Zeit das Virus unbewusst weitergeben kann, sind Schutzmaßnahmen lebenswichtig. Die fatale Infektionskette zu unterbrechen, dafür trägt jeder Verantwortung.

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