Comedy-Club von Bremen 4 mit amüsanten Comedians im „Dillertal“

Komisches von grotesk bis aus dem Leben gegriffen

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Brian O‘Gott erzählte im schrillen Anzug ein Märchen, zum Teil aus Ortsnamen. Zuschauer Nils assistierte.

Br.-Vilsen - Von Dagmar Voss. Städteschilder für Märchen, gestochene Voodoo-Puppen, seltsame Apps, Haushalt-Paralympics und viele andere schräge Assoziationen flogen den Besuchern des „Comedy Clubs on tour“ von Radio Bremen 4 am Samstagabend um die Ohren. Im packevollen Biergarten des „Dillertals“ gaben sich Brian O’Gott, Lisa Feller, David Anschütz und Heinz Gröning die Stichworte.

Bremen ist lustig – das behaupten Bremen 4 und die Macher des Comedy-Clubs seit 2008 eisern und haben damit einigen Erfolg. Denn mehr und mehr Besucher kommen zu den Veranstaltungen in Bremen und im Umland. So auch in Homfeld: Gut 300 Zuschauer amüsierten sich bei Bier, Currywurst und vier Comedians. Christopher Kotoucek, Moderator von Bremen 4, versuchte auf seine besondere Weise, das Publikum einzustimmen auf ordentlich Applaus und Johlen, also kündigte er einfach mal so Otto Waalkes an. Klappte nicht so ganz. Dafür erhielten die vier Entertainer allerdings dann doch den ihnen zustehenden Beifall.

Mit skurrilem Anzug eroberte zunächst Brian O’Gott die Bühne und versprach ein selbst geschriebenes Märchen ganz im Stil der Brüder Grimm. Als Helfer holte er sich Nils aus dem Publikum auf die Bühne, der dann die Hände aufhalten musste für die vielen Städteschilder, die in der kuriosen Erzählung „von der verfrorenen Prinzessin“ eine Rolle spielten. Die immer groteskeren Wortspielereien endeten schließlich in: „Und er zeigte ihr seinen Rostock“.

Lacher wahrscheinlich dem Bier geschuldet

Für den darauf folgenden Comedian David Anschütz gab es mehr über Köln und dessen Eigenheiten zu berichten. Oder eher mit Augenzwinkern zu betrachten. Da gerät er in einen Umzug und meint peinlicherweise, es sei eine Demo. Bis er erfährt, dass es sich um den Christopher Street Day handelt. Mit seltsamen Kommentaren versah er die hetero- und homosexuellen Eigenheiten der Kölner Bewohner und sich selbst als Minderheit: „Ich bin ein heterosexueller Mann in Köln.“ Genau hingeguckt hat er bei den Kids, die heutzutage eher auf Sex verzichten, als aufs Handy. „Wahrscheinlich gibt‘s schon eine neue App zum App-Wichsen.“

Lacher gab es immer wieder, wahrscheinlich dem Bier geschuldet oder dem Wunsch, sich einfach mal zu amüsieren, egal, ob es nun tatsächlich witzig war oder eher weniger.

Richtig komisch wurde es dagegen bei Lisa Feller und ihren Überlegungen zum Dasein als Mutter zweier kleiner Jungs. Da sei schon der Auftritt im Comedy-Club für sie eine schöne Auszeit. Denn eigentlich habe sie sonst immer das Gefühl, sie sei Teilnehmerin der Haushalt-Paralympics: einarmige Arbeiten, weil am anderen Arm immer ein Kind hänge. Und dann sei da ja noch der Mann, dem ihr Augenmerk ebenfalls galt. Zum Beispiel, wenn sie die Spülmaschine vollgepackt hat, ein Topf übrig sei zum Abwasch mit der Hand und dann der Lebensgefährte noch mal alles umpacke; „der Topf passt da doch noch rein.“ Am Ende allerdings gebe er kleinlaut zu, dass der Topf zwar drin sei, aber das Sieb draußen doch mit der Hand gespült werden müsse. Da fühlten sich zwei lachende Martfelder Besucher so richtig gut beschrieben, denn auch bei ihnen gebe es dasselbe „Spülmaschinen-Tetris“. „Aber bei uns hätte auch das Sieb noch reingepasst.“

Als sensiblen Poeten im Körper eines stark behaarten Lkw-Fahrers beschrieb sich schließlich Heinz Gröning, der Vierte im Bunde der Comedians. Mit einer scherzhaften Grönemeyer-Parodie, Mitsing-Songs und Hochgeschwindigkeits-Rap-Versen unterhielt er sein Publikum. Sogar sozialkritisch wurde es bei seiner Schilderung, wie er seine Horst-Seehofer-Voodoo-Puppe immer steche bei den Fernsehauftritten des Originals.

Die Zuhörer befanden es für spaßig und belohnten die Comedians mit lang anhaltendem Beifall.

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