Mit dem Fahrrad durch Amerika

Pfadfinder Christopher Müller plant 30 000-Kilometer-Tour

Mit Fahrrad und Anhänger will Christopher Müller rund 30 000 Kilometer zurücklegen. - Fotos: bg
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Mit Fahrrad und Anhänger will Christopher Müller rund 30 000 Kilometer zurücklegen

Br.-Vilsen - Von Bernd Garbers. „Bei den Pfadfindern entstand der Drang, die Welt zu sehen“, sagt Christopher Müller bei der Vorbereitung seiner Amerika-Tour. Ein Jahr lang möchte der 25-jährige Pfadfinder mit dem Fahrrad Nord- und Südamerika erkunden.

Müller reist gerne. Mit seiner Pfadfindergruppe, den Christlichen Pfadfindern aus Vilsen, war er bereits in England, Schottland, Dänemark und Schweden. „2014 habe ich eine dreiwöchige Tour durch Island gemacht, die Landschaft war toll und die Vegetation wunderschön“, schwärmt Müller. Aufregend wurde es, als der damals 21-Jährige bei einer Gletscherwanderung in eine Spalte stürzte und von der Bergwacht gerettet werden musste.

Zwei Jahre später sammelte der Pfadfinder erste ausgiebige Fahrraderfahrungen bei einer Tour nach Italien mit einem Arbeitskollegen. Bis nach Rom wollten die Freunde rund 2 000 Kilometer zurücklegen. Auf einer der letzten Etappen sprang allerdings Müllers Kniescheibe raus, und so fand die Tour kurz vor der italienischen Hauptstadt ihr Ende.

Auf Neufundland startet die Tour durch Nord- und Südamerika.

Weitere bisherige Touren führten den jungen Mann mit rund 700 Kilometern nach Amsterdam und mit 520 Kilometern zum Bundeshof der Pfadfinder ins thüringische Birkenfelde.

Bald beginnt seine größte Reise. Per Videobotschaft hatte Müller auf Facebook einen Aufruf gestartet, um einen Mitfahrer für seine Amerika-Tour zu finden. Freudestrahlend erzählt er, dass sein ebenfalls 25-jähriger Pfadfinderfreund Kai Priesmeier aus Diepholz ihn auf der Tour bis zur mexikanischen Grenze begleiten wird.

Grippe verzögert Abfahrt

Durch eine Grippeerkrankung mussten die Weltenbummler die Fahrt um eine Woche verschieben, für Sonntag ist der neue Starttermin gesetzt. Mit dem Bus geht es zunächst nach Lille in Frankreich und von dort aus mit dem Fahrrad nach Dünkirchen an der französischen Nordseeküste und mit der Fähre nach London. „Dort startet unser Flieger nach St. John auf Neufundland“, erklärt Müller. Bei rund minus 10 Grad dürfte es auf der Insel im Atlantischen Ozean etwas ungemütlich auf dem Fahrrad werden. Erstes Ziel ist New York, dorthin geht es per Rad und Schiff. Von der Metropole an der Ostküste wollen die Männer einmal quer durch die USA nach St. Francisco und anschließend die Westküste runter nach Mexiko fahren. Dort wird sich ungefähr Mitte August Kai Priesmeier von seinem Freund verabschieden.

Für Christopher Müller geht es dann allein weiter Richtung Argentinien und schließlich bis nach Feuerland an der Südspitze Südamerikas, wo die Tour im März 2019 enden soll. „Der Rückflug ist schon bezahlt“, erklärt der gebürtige Bruchhausen-Vilser, der jetzt in Syke wohnt, und fügt hinzu: „Ich habe ein Budget von 10.000 Euro eingeplant. Hinzu kommen rund 2 000 Euro für meine Ausrüstung. Meistens werde ich zelten oder hoffentlich bei Privatleuten unterkommen, eine Jugendherberge oder ein Hotel werde ich mir wohl nur selten leisten können.“

Spontane Treffen mit anderen Pfadfindern

Bisher hat der 25-Jährige zwar keine Treffen mit anderen Pfadfindergruppen geplant, er denkt aber, dass diese spontan zustande kommen werden. Die Navigation wird Christopher Müller mit Karte und Kompass gestalten, so wie er es bei den Pfadfindern gelernt hat.

Zusätzlich hat er für seine Tour einen Schlafsack und ein Ein-Mann-Zelt dabei. Zudem braucht der Pfadfinder Werkzeug für sein Fahrrad und Ersatzteile sowie Kameraequipment für Filme und Fotos. „Die Angst ist natürlich schon da, dass mir irgendwo etwas geklaut wird oder dass das Geld früher zu Neige geht als gedacht. Zudem weiß man ja nie, was einem auf solch einer Tour an Mensch und Tier begegnet. Giftige Schlangen oder Spinnen bereiten mir schon Sorgen. Ich habe vom Pflaster bis zur Malariapille alles in meiner Reiseapotheke dabei. Letztlich wird schon alles gut gehen, ich bin schließlich gut vorbereitet“, meint Müller.

Kontakt über Telefon, Facebook und WhatsApp

Der Pfadfinder hofft, dass er tolle Menschen trifft und viele schöne Ort kennenlernt. „Vermissen werde ich meine Familie, die vielen Freunde und mein Bett“, sagt er schmunzelnd. Den Kontakt möchte er vor allem über Telefon, Facebook und WhatsApp halten. Bei Facebook wird es die Seite „Christopher Müller #anordinarytour“ geben, auf der der Weltenbummler immer mal wieder Fotos und Berichte hochladen will. „Meine Familie ist schon etwas besorgt, besonders Oma Marlene, aber Oma und Opa habe ich ,Skype‘ beigebracht, so können wir uns auch mal via Video-Chat sehen.“

Rund 15 Jahre Pfadfindererfahrung wird Müller haben, wenn er im März 2019 sein Ziel auf Feuerland erreicht – nach rund 30 000 Kilometern mit dem Rad.

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