Ursula Meyer-Trost stellt „Menschen-Holz-Köpfe“ im Rathaus aus

Charakterköpfe auf betagten Brettern

Br.-Vilsen - Vielfalt in ihrer künstlerischen Arbeit, beim Material und bei den Motiven ist Ursula Meyer-Trost wichtig. Und das nimmt der Betrachter sofort wahr bei einem Rundgang durch die Ausstellung „Menschen-Holz-Köpfe“, die jetzt im Rathaus Bruchhausen-Vilsen an der Langen Straße 11 eröffnet wurde.

Es waren rund 70 Kunstfreunde aus dem gesamten norddeutschen Raum, die Peter Schmidt-Bormann, Vorsitzender des Vereins Kultur und Kunst, im Foyer des Amtsgebäudes begrüßte. Über drei Etagen erstreckt sich die Exposition, insgesamt 39 überwiegend plattdeutsch betitelte Arbeiten der Künstlerin werden gezeigt.

Ursula Meyer-Trost entdeckte vor einem guten Vierteljahrhundert die Malerei für sich. „Ich begann mit Aquarellen“, erläuterte die 67-Jährige den Gästen ihren Werdegang. „Da ich dazu neige, eher filigran und kleinformatig zu arbeiten, erwies sich diese Technik mit ihren zwangsläufig flächigen Farbverläufen als nicht optimal für mich. So kam ich zur Ölmalerei.“

Neben der Möglichkeit präziserer Darstellungen war es vor allem die Oberflächenstruktur verschiedener Untergrundmaterialien, die der Künstlerin – sie lebt in Stuhr und arbeitete bis zum Renteneintritt vor fünf Jahren in Bremen in ihrer eigenen Praxis für Physiotherapie – neue Ausdrucksmöglichkeiten eröffneten. Neben der klassischen Leinwand setzt sie hier mehrheitlich auf Holz.

Häufig greift sie dabei auf betagte Bretter zurück, was sie allerdings oftmals auf lange schmale Formate festlegt. Sogar eine zerlegte alte Munitionskiste diente ihr, durchaus zweckoptimiert, als Maluntergrund. „Die Holzoberfläche darf, nein, sie muss sogar patiniert sein“, sagt die Künstlerin. „Risse, Zement-reste und Absplitterungen machen die Arbeit darauf ausgesprochen spannend. Dabei gehe ich sehr strukturiert vor, jeder einzelne Pinselstrich ist durchdacht. Und da kann aus einem Holzauge schnell mal ein menschliches Auge werden, um das anschließend die weiteren Gesichtszüge herumgestaltet werden.“

Überhaupt ist es das menschliche Antlitz, das Ursula Meyer-Trost immer wieder zum Motiv macht. Es sind naturalistische Charakterköpfe, die sie abbildet. Verschwiegene Frauen, vom Leben gezeichnete Männer …

Doch auch abstrahierende Darstellungen gehören zu ihrem künstlerischen Repertoire: Ausdrucksstark aneinandergereihte Gesichter in grünlich-blauer Farbgebung mit weit aufgerissenen Augen. Sind es Dämonen oder Sympathieträger? Die Interpretation kann jeder Betrachter ganz allein mit sich ausmachen.

Und es ist immer wieder die Natur, die in ihren Gemälden auftaucht. Vorzugsweise in Form von Bäumen, die es ihr so angetan haben. Der rote Schattenwurf kugeliger Laubbäume, die Lieblingsbirken der Künstlerin oder die eindrucksvolle Bildkomposition „Jahresringe“: Hier hat Ursula Meyer-Trost die Fragmente eines abgesägten Astes direkt in die Bildebene eingearbeitet. Farbige Spiralen umspielen das Objekt, verleihen ihm je nach Blickwinkel Tiefe oder Erhabenheit.

Die Ausstellung „Menschen-Holz-Köpfe“ ist noch bis zum Dienstag, 31. Mai, während der Öffnungszeiten im Rathaus Bruchhausen-Vilsen (Lange Straße 11) zu sehen: Montag, Mittwoch und Freitag von 8 bis 12.30 Uhr sowie Dienstag und Donnerstag von 8 bis 18 Uhr.

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