Zu Pfingsten geöffnet

„Skulpturenpark“ ist in der hiesigen Region einzigartig

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Zeit, Raum und Muße für die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst gibt es im „Skulpturenpark“ in Hülle und Fülle.

Kuhlenkamp - Von Ulf Kaack. Eine grüne Oase unter blauem Himmel, durchatmet von einem leichten kühlenden Windhauch – erneut hat sich der herrliche Garten von Marita und Alex Otterpohl im Asendorfer Ortsteil Kuhlenkamp zu einer riesigen Freiluftgalerie verwandelt.

Der Kunstverein Artes-Asendorf lädt nach dem vergangenen Wochenende auch für die Pfingstfeiertage (3. bis 5. Juni) jeweils von 11 bis 18 Uhr zum fünften „Skulpturenpark“ ein. Auf einer Fläche von 5000 Quadratmetern stellen zehn Künstler aus dem weiteren Umland ihre Arbeiten aus, Bilder und Skulpturen. Dazu gibt’s Musik und ausgesuchte kulinarische Spezialitäten.

Das gepflegte Ambiente kann atmosphärischer kaum sein. Eingebettet in kleine Wasserlandschaften, hinter blühendem Buschwerk und hochgewachsenen Bäumen präsentieren sich Kunstwerke verschiedenartigster Couleur. Es herrscht nahezu Stille. Nichts stört hier. Die vielen Besucher verlieren sich fast in der parkartigen Gartenanlage, finden Zeit und Tiefe, um das Gezeigte auf sich wirken zu lassen. Mit den Werken zu kommunizieren oder sich einfach an der Ästhetik von Formen und Farben zu erfreuen. Musik dringt unaufdringlich ins Ohr. Ein Jazz-Trio spielt ambitioniert auf, ordnet sich ein als Teil der Kulturstätte. Auch in seiner harmonischen Gesamtheit ist der „Skulpturenpark“ ein Kunstobjekt.

Mit Holzhammer und Stecheisen: Bildhauer Uwe Oswald formt seine Objekte vor Ort im „Skulpturenpark“.

Der Hausherr selbst stellt eine Vielzahl von Skulpturen und Objekten aus. Es sind natürlich gewachsene Hölzer und Wurzeln, denen sich Alex Otterpohl widmet, sie formt, poliert und zum Glänzen bringt, sie durch metallische Werkstoffe ergänzt und in ihrem Wesen erweitert, ihren Kern herausformt. Eine Arbeitsweise, wie sie sich auch Uwe Oswald angeeignet hat. Und dabei können ihm die Besucher über die Schulter sehen. Nicht nur in seinem Atelier in Barnstorf greift er zu Holzhammer und Stecheisen. Auch im „Skulpturenpark“ arbeitet er an seinen expressionistisch minimalisierten Menschenfiguren.

Mit Malerei und Bildhauer-Arbeiten besetzt Edeltraud Hennemann aus Osterholz-Scharmbeck gleich zwei Genres. Greift sie zu Pinsel, Spachtel und Farbe, so entstehen zumeist abstrakte Landschaften, die von geometrisch-architektonischen Elementen akzentuiert sind. Ihre Skulpturen entstehen hingegen weniger filigran, findet hier der Gestaltungsprozess doch vorwiegend mit der Motorsäge statt.

Der Malerei verschrieben haben sich Gabriele Thomas aus Ganderkesee und die aus Achim stammende Brigitte Gläsel. Erstgenannte erobert mit Acrylfarben auf Leinwand abstrakte Räume und Tiefen für sich, in deren Zentren sie geometrisch geformte Objekte platziert. Gläsel hingegen fokussiert den Menschen, arbeitet figürlich, dabei jedoch distanziert von allzu realistischen Abbildungsweisen.

Ebenfalls an der menschlichen Formgebung orientiert sich Magdalene Brahms. Terrakotta, Keramik und Sandstein sind die bevorzugten Materialien für die Objekte der Cloppenburgerin. Ute Gajus aus Achim zeigt Naturobjekte, während Brunhilde Ahrens aus Rehburg-Loccum mit Keramikarbeiten dabei ist.

Skulpturenpark in Kuhlenkamp geöffnet

Stilistisch und vor allem was das Handwerkliche angeht, fallen Gerd Battermann und Anne Richard ein wenig aus dem Rahmen des üblichen. Der Grafikdesigner aus Dötlingen fängt die Geheimnisse eines Augenblicks mit der Digitalkamera ein und weiß mit deren großformatigen Reproduktionen zu beeindrucken. Und es geht noch eine Spur größer. Dann nämlich wenn Aktionskünstlerin Anne Richard aus Langwedel zur Sprühdose greift, und flächige weiße Transparente in ein rauschendes Farbenmeer verwandelt.

Der „Skulpturenpark“ ganz weit draußen in der ländlichen Abgeschiedenheit, fernab urbanen Trubels, ist in seiner fünften Auflage dem Status eines kulturellen Geheimtipps längst entwachsen. Doch bleibt sein ursprünglicher Charakter, die Idee dahinter, auch aktuell erhalten. Das Präsentierte und die Form der Präsentation sind in der hiesigen Region einzigartig. Chapeau für die Macher, für das Niveau und das kluge Händchen bei der Gestaltung.

Die Adresse in Asendorf ist: Vor den Bahlen 2.

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