Bund fördert Kindergarten Haendorf

Kita-Porgramm: Sprache als Schlüssel

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Der Kindergarten Haendorf wird als „Sprach-Kita“ gefördert. Und zwar mit einer Sprachfachkraft. Seit Juni unterstützt Meike Brüning (hinten) das Team um Leiterin Corinna Peth (links).

Haendorf - Von Vivian Krause. Arabisch, Polnisch, Russisch, Spanisch, Deutsch – im Kindergarten Haendorf wird die kulturelle Vielfalt gelebt. Und dabei ist die Sprache der Schlüssel. Damit der Entwicklung dieser noch mehr Zeit gewidmet wird, bekommt die Einrichtung vom Bund eine Förderung in Form einer halben Fachkraftstelle. Hintergrund ist das Programm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“.

Nicht nur in Haendorf, in der gesamten Samtgemeinde ist der Bedarf nach Sprachfachkräften durch die Flüchtlingswelle gestiegen. Als Hilfe steht den Kindergärten der Samtgemeinde Sprachkoordinatorin Katja Kittlaus zur Seite – auch in Haendorf. Jetzt arbeitet sie Meike Brüning, die durch das Programm geförderte Erzieherin, ein, zieht sich aber dann nach und nach zurück und kann ihre Zeit – 18 Stunden pro Woche – in den anderen Kindergärten der Samtgemeinde verbringen.

Beantragt hatte der Kindergarten die Aufnahme in das Programm bereits einmal. „Bei der zweiten Welle hat es geklappt“, sagt die Leiterin der Einrichtung, Corinna Peth. Im November vergangenen Jahres kam der Bescheid vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Der nächste Schritt war das Ausschreiben einer Stelle. Diese sowie projektbezogene Sachausgaben werden mit jährlich 25 000 Euro gefördert. Diese sogenannte Sprachförderkraft hat eine 19,5 Stunden Woche, ist bis Dezember 2020 eingestellt und heißt in Haendorf Meike Brüning. Die Erzieherin aus Graue belegt derzeit eine Fortbildung zur Sprachfachkraft. Seit dem 1. Juni unterstützt sie das Team. „Ich helfe den Mitarbeitern, den Kindern und auch den Eltern“, sagt sie. Sprache und Zeit, das seien laut Corinna Peth zwei enorm wichtige Faktoren. „Die haben wir durch die Förderung nun geschenkt bekommen.“

Drei Schwerpunkte gesetzt

Das Programm „Sprach-Kitas“ setzt sich aus drei Schwerpunkten zusammen: Die alltagsintegrierte sprachliche Bildung, inklusive Pädagogik und die Zusammenarbeit mit den Familien.

Der erste Schritt für Brüning und Peth sei nun, den Ist-Zustand zu analysieren. Die Zwei arbeiten eng zusammen und entwickeln gemeinsam Ideen. Begleitet wird dieses „Tandem Sprachförderkraft und Leitung“ von Katja Fäth vom Landkreis. Bei ihr liege die Koordination der „Sprach-Kitas“.

Brüning ist für die Erzieherinnen auch Ansprechpartner in Sachen Arbeit mit Flüchtlingskindern. Doch nicht nur diese werden gefördert. „Wir haben auch andere mehrsprachige Kinder. Sie sprechen Spanisch, Russisch und Polnisch“, zählt Peth auf. Und es gebe auch viele deutsche Kinder mit Sprachauffälligkeiten.

Muttersprache zu sprechen, ist wichtig

Die Sprachfachkräfte müssen diese Sprachen jedoch nicht beherrschen. „Auch wenn ich schon in den Untiefen nach meinen Englischkenntnissen gesucht habe“, sagt Peth und lächelt. „Es ist wichtig, dass die Kinder weiterhin ihre Muttersprache sprechen“, fügt Katja Kittlaus an. Es muss also nicht immer gleich Deutsch sein.

Peth erinnert sich an zwei Flüchtlingskinder, die etliche Monate kein Wort Deutsch sprachen, „und plötzlich sprudelte es aus ihnen heraus.“ Es sei außerdem wichtig, dass die Eltern ihre Kinder begleiten, und nicht nur in der Einrichtung abgeben. Für Gespräche mit diesen greifen die Erzieherinnen aber auf Dolmetscher zurück.

sprach-kitas.fruehe-chancen.de

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