Neues aus Büttenwarder

Die Macher der beliebten Fernsehserie Büttenwarder besuchen Martfeld

2 Personen sitzen auf einem Sofa, ein Moderator steht daneben
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Diana Schulte-Kellinghaus und Norbert Eberlein aus „Büttenwarder“ mit Torsten Tobeck vom Förderverein Kirsteins Hoff (von links).

Martfeld – Wer kennt sie nicht, den bauernschlauen Hofbesitzer Kurt Brakelmann, gespielt vom verstorbenen Jan Fedder, seinen Nachbarn und „Freundfeind“, den eher einfältigen und staubtrockenen Arthur „Adsche“ Tönnes (Peter Heinrich Brix), „Bürgermeister Dr. Waldemar Schoenbiehl“, oder „Killerkralle Kuno Eggers“? Sie sind das Rückgrat der erfolgreichen Fernsehserie „Neues aus Büttenwarder“, die nun schon seit 24 Jahren vom NDR produziert, zum Jahresende aber eingestellt wird.

In Martfeld konnten am Mittwochabend rund 75 mehr oder weniger eingefleischte Büttenwarder-Fans hinter die Kulissen blicken.

Torsten Tobeck vom Förderverein Kirsteins Hoff hatte sich bei der Aktion „Wünsch dir deinen NDR“ beworben. Dass er darauf kurzfristig eine Zusage erhielt, hat ihn, wie er durchaus selbstbewusst betonte, „nur wenig überrascht“. Nichtsdestotrotz konnte er seine große Freude nur unschwer verbergen, als er mit dem Erfinder und Ideengeber der Serie, Norbert Eberlein, und deren aktueller Redakteurin, Diana Schulte-Kellinghaus, gleich zwei der maßgeblich verantwortlichen Personen in der geräumigen Vereinsscheune begrüßen durfte.

Die beiden plauderten auf zwanglose und sehr unterhaltende Weise aus dem Nähkästchen. Die Besucher erhielten dabei eine Vielzahl meist weniger bekannter Hintergrund-Informationen, etwa zur Entstehung einer neuen Folge – angefangen bei der ersten Idee, über Exposé und Drehbuch bis hin zu den Dreharbeiten. Der schwierige Start, die mitwirkenden Schauspieler, das 35-köpfige Kollegenteam, die Drehorte, die Vermarktung, die Ausstattung, die Bedeutung des Sounddesigns, die stets wiederkehrende Euphorie des Beginnens, die Einbeziehung der Fans, Wiederholungphänomene und vieles mehr beleuchteten sie dabei ausgiebig. Ihre Ausführungen unterlegten die beiden mit einem vorgelesenen mehrseitigen Exposé sowie durch eine Reihe von Videoclips, mit denen typische Szenen und Dialoge aus der Serie auf der großen Leinwand eingeblendet wurden.

So erfuhren die Gäste beispielsweise, dass es den „Brakelmannschen Hof“ tatsächlich gibt und dass dieser genauso verkommen sei, wie in den jeweiligen Folgen zu sehen. Ebenso sei der Dorfkrug „Unter den Linden“ real und werde außerhalb der Drehzeiten gern von Reisegesellschaften angefahren, die sich dort unter anderem auch „Lütt und Lütt“ gönnen können, das flüssige Grundnahrungsmittel der Protagonsiten.

Eine der vielen Besonderheiten der Serie sind nach den Worten von Diana Schulte-Kellinghaus die stets wiederkehrenden Rituale und Traditionen, etwa das regelmäßig umfallende Scheunentor oder die wild auseinanderstiebenden Hühner, wenn Adsche wieder einmal auf seiner roten Mofa angebraust kommt. Darüber hinaus gibt sie aber auch Einblick in eine reine Männerwelt, wie sie heute im Fernsehen sonst fast undenkbar ist. Frauen sind jedenfalls in Büttenwarder nur ausnahmsweise zu sehen.

Nach einer Pause erlebten die Besucher dann eine Premiere, wurde ihnen doch die halbstündige Rohfassung der 95. Folge vorgeführt, die Weihnachten dieses Jahres gesendet werden soll. Diese und drei weitere Folgen werden dann den endgültigen Abschluss der Fernsehserie bilden. Allerdings überlege man derzeit eine Fortsetzung in anderen Formaten, etwa als Hörspiele, erfuhren die Martfelder von den Gästen.

Autor und Redakteurin war durchaus eine gewisse Wehmut anzumerken, dass die Serie, mit der für beide ein beträchtliches Stück eigener Lebensgeschichte verbunden sei, nach so langer Zeit nun doch eingestellt wird. Angesichts des Todes von Jan Fedder Ende 2019 und dem daraus resultierenden Rückzug von Peter-Heinrich Brix sei das Team sich einig gewesen, dass jetzt der richtige Zeitpunkt hierfür gekommen sei.

Zum Abschluss der mehr als zweistündigen, immer wieder von Zwischenapplaus begleiteten Veranstaltung, stellten sich die beiden Macher noch bereitwillig den Fragen der Anwesenden.

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