Bürgerinitiative will gegen geplanten Hähnchenmaststall kämpfen

Schwarmer sehen sich in der „Geflügelzange“

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Mit einer Bügerinitiative wollen einige Schwarmer ihren Unmut über den geplanten Hähnchenmaststall ausdrücken.

Schwarme - Von Charlotte Reinhard. „Schützt das Schwarmer Bruch: Keine Mastställe“ – so haben Schwarmer Bürger ihre Initiative gegen den geplanten Hähnchenmaststall im Schwarmer Bruch (wir berichteten) genannt. Am Mittwochabend stellten sie die Initiative vor.

Der heimische Landwirt Martin Loerke plant an der Straße „Am Uhlenbruchdamm“, an der Grenze zu Emtinghausen, eine Hähnchenmastanlage, die Platz für 84000 Tiere bieten soll. Loerke hat einen Bauantrag beim Landkreis eingereicht, das Genehmigungsverfahren läuft.

Doch in Schwarme regt sich Widerstand gegen das Bauvorhaben, der sich nun in einer Bürgerinitiative formiert. Mit Plakaten, Unterschriften und einer Internetseite wollen die Schwarmer ihren Unmut äußern. Ihrer Meinung nach stellt die geplante Mastanlage eine Gefahr für Natur und Mensch dar.

„Die einhellige Meinung der Schwarmer ist, dass die Ställe nicht hierher passen und die Interessen der Anwohner beeinträchtigen“, sagte Anwohner Günter Bode am Mittwochabend.

Etwa 50 Häuser an der Straße „An der Heide“ wären von dem Bau des Stalls betroffen. Sie liegen etwa 1000 Meter von der geplanten Mastanlage entfernt. Nicht weit genug, befüchten die Bewohner: „Der Geruch wird durch die Schornsteine weit getragen“, meinte Ratsmitglied Hermann Schröder von der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG).

Da Loerke bereits eine Hähnchenmastanlage mit insgesamt 120000 Tieren im Osten Schwarmes betreibt, sehen die Anwohner sich nun in einer „Geflügelzange“: „Ein Maststall im Osten, einer im Westen, Geruch von allen Seiten – da leidet die Wohn- und Lebensqualität“, meinte Bode. Außerdem befürchten die Anwohner, dass diese beiden Ställe erst der Anfang sind und weitere folgen werden.

Landwirt Martin Loerke versichert allerdings: „Manche werfen mir vor, ich wolle zur Verdiensterhöhung unbedingt Kapazitäten erweitern. Aber man arbeitet nicht nur, um sich zu vergrößern, sondern auch um sich zu erhalten. Im Zuge der Tierwohl-Inititave musste ich meine Kapazitäten schon um zehn Prozent verringern.“

Den Gründern der Initiative geht es ihrer eigenen Aussage nach aber nicht nur um ihre eigenen Interessen. Sie sehen auch das Schwarmer Bruch als Kulturlandschaft in Gefahr. Der Bau von großen Stallanlagen stehe im Widerspruch zur Entwicklung und Entfaltung der Natur im Schwarmer Bruch. Die Landschaft sei trotz intensiver landwirtschaftlicher Nutzung ein Rückzugsgebiet für Tiere und Wildpflanzen. Für viele Bewohner von Schwarme sei diese Kulturlandschaft ein Ort der Erholung. „Wir wünschen uns, dass der Bruch der Naherholung dient“, sagte Bode zusammenfassend.

Bei allem Widerstand sagen die Unterstützer der Bürgerinitiative aber auch: „Wir sind Gesprächen nicht abgeneigt“. Günter Bode meinte: „Wir stellen uns nicht auf den Standpunkt, dass er nicht bauen darf. Vielleicht finden wir einen Kompromiss. Es ist eben ein klassischer Konflikt zwischen allgemeinen Interessen und dem Interesse eines Einzelnen. Uns geht es darum, öffentliche Stellenund vielleicht sogar Investor Loerke zu einem Umdenkprozess zu bewegen.“

Martin Loerke will zumindest mit sich reden lassen: „Ich stelle mich nicht hin und sage: ‚Ich bin der Bauer, ich will‘. Ich verstehe die Bedenken der Anwohner ja. Viele haben zur Landwirtschaft keinen Bezug mehr.“ Auch wenn der Landwirt von der Bürgerinitiative bis jetzt nichts wusste, überrascht ihn deren Gründung nicht: „Der Tenor geht allgemein gegen die Landwirtschaft. Wenn da etwas gebaut wird, ist immer jemand dagegen.“

www.initiative-schwarmerbruch.de

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