Bau eines Hähnchenmaststalls in Hardenbostel verhindern

Bürgerinitiative übergibt Landrat 580 Unterschriften

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Christine Rohlfs (Dritte von rechts), Sprecherin der Bürgerinitiative, übergab die Unterschriften an Landrat Cord Bockhop (Dritter von links). Dabei waren auch (von links) Kreisrat Jens-Hermann Kleine sowie von der Initiative Sven Runge, Günther Schlake und Ekkehard Kijewski.

Asendorf/Diepholz - Von Jannik Ripking. In den Räumlichkeiten der „Alten Volksbank“ an der Wellestraße 6 in Diepholz konnte man die Luft gestern förmlich schneiden. Das lag aber nicht an dem Treffen von Vertretern der Bruchhausen-Vilser Bürgerinitiative „Gesunde Luft – für uns und unsere Kinder“ mit Landrat Cord Bockhop, sondern an den hohen Temperaturen dieser Tage. Das Gespräch verlief ruhig und konstruktiv.

Anwesend war neben Christine Rohlfs, Günther Schlake, Ekkehard Kijewski und Sven Runge – allesamt Vertreter der Bürgerinitiave – und dem Landrat auch Kreisrat Jens-Hermann Kleine. Hauptgrund des Treffens war die Übergabe von rund 580 Unterschriften gegen die Genehmigung des Baus eines Hähnchenmaststalls in Asendorf (Hardenborstel 20). Cord Bockhop nahm die Unterschriftenliste entgegen.

Gleichzeitig formulierte die Initiative kurzfristige und langfristige Forderungen an den Landrat und den Landkreis. Dabei brachten die Vertreter ihre persönlichen Bedenken gegen einen solchen Stallbau zur Sprache: So werde die Belastung der Bevölkerung durch sogenannte Bioaerosole in Luft, Boden und Wasser durch einen Hähnchenmaststall in der Region erhöht, weil die Filteranlagen in der Hähnchenmast unzureichend seien.

Des Weiteren kritisierte die Initiative, dass der Landkreis im Zuge des Genehmigungsverfahrens kein Gutachten zu diesen umweltbelastenden Faktoren eingefordert habe. Dieses Gutachten solle dringend nachgeholt werden. Langfristige Bedenken seien auch der Wertverlust von nahegelegenen Immobilien durch die befürchteten Emissionen des Maststalls, meinte Ekkehard Kijewski. Die Anlage würde zusätzlich zu einer Abwertung des ländlichen Kulturraums führen, so eine Formulierung der Bürgerinitiative.

Neben den Bedenken sei man aber auch im Allgemeinen daran interessiert, wie ein solches verwaltungstechnisches Baugenehmigungsverfahren ablaufe, sagte die Initiative. Darauf antwortete Bockhop, dass man sich in einem Rechtsverfahren befinde und es grundsätzlich schwer sei, gesellschaftliche Anliegen in ein Rechtssystem einzubinden. Man müsse aus Argumenten einzelne Punkte herausgreifen und in die Rechtssprache transkribieren, um damit arbeiten zu können. Die Verwaltung sei immer an vorhandenes Recht gebunden. Deswegen müsse stets geprüft werden, ob die Voraussetzungen vorliegen, um bestimmte Anträge zu stellen.

Dass bereits 580 Unterschriften gegen das Bauvorhaben gesammelt und vorgelegt wurden, spricht für ein großes gesellschaftliches Interesse an dem Thema. „Deswegen sind wir froh, dass sich der Landrat Zeit für uns genommen hat“, sagte Christine Rohlfs. Günther Schlake pflichtete ihr bei und sprach von einem konstruktiven Dialog mit dem Landkreis und dem Kreisrat.

Das Ziel der Initiative formulierte Sven Runge: „Wir wollen, dass die Baugenehmigung zurückgezogen wird. Dafür sammeln wir auch weiter Unterschriften.“ Zurzeit laufen, wie berichtet, ein Widerspruchsverfahren der Initiative gegen die erteilte Genehmigung sowie ein Antrag auf sofortigen Vollzug seitens der bauwilligen Landwirtin.

Dass in dem gestrigen Gespräch keine sofortige Zurücknahme der Genehmigung erfolgen würde, war allen Beteiligten bewusst. Für die Bürgerinitiative ist also weiter Hoffen und Bangen angesagt.

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