Bürger kämpfen für Radweg an der Hoyaer Straße zwischen Loge und Martfeld

„Die Gefahren sind für uns alle groß“

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Trotz strömenden Regens versammelten sich fünf Mitglieder der Anwohner-Interessengemeinschaft Hoyaer Straße in Martfeld-Loge an einer Stelle, an der kürzlich ein Motorradfahrer tödlich verunglückt ist: (von links) Ilka Schmidt, Ramona Wischhöfer, Wolfgang Splinter, Annette Tolksdorf und Hans-Hermann Bösche. Sie kämpfen für mehr Sicherheit in diesem Bereich.

Martfeld - Von Horst Friedrichs. Für die Zuständigen in Diepholz ist sie ein Hotspot: „Die Hoyaer Straße zwischen Martfeld und Loge steht unter ständiger Beobachtung“, sagt Wolfgang Nogga, Leiter der Abteilung Straßenverkehrswesen in der Kreisverwaltung. „Wir kontrollieren dort den Verkehr und nehmen die Sorgen der Anwohner ernst.“ Letztere haben da ihre Zweifel, zumindest, was die Kontrollen betrifft: „Hier wird nie geblitzt“, stellt Esther Suhr fest. Gemeinsam mit weiteren Bürgern von der Hoyaer Straße schilderte sie jetzt in einem Gespräch im Schützenhaus Loge die Ängste, die die Menschen an der Raserstrecke umtreiben.

Anlass für das Pressegespräch war ein tödlicher Unfall, der sich am 10. Oktober an ebenjener Strecke ereignet hat. Die höchstzulässige Geschwindigkeit beträgt an der Unfallstelle 70 Kilometer pro Stunde. Ein Motorradfahrer, der dort nach Vermutungen der Polizei wesentlich schneller unterwegs gewesen sein soll, starb, nachdem er mit seiner Maschine gegen einen Baum geprallt war. „Unbeteiligte sind dabei nicht zu Schaden gekommen“, berichtet Ilka Schmidt, die in unmittelbarer Nähe der Unfallstelle wohnt. „Aber die Gefahren sind für uns alle groß, insbesondere für Kinder und ältere Menschen.“

Die Anwohner wollen jetzt nicht mehr tatenlos zusehen. Deshalb haben sie eine Interessengemeinschaft gegründet, der neben Esther Suhr und Ilka Schmidt auch Hans-Hermann Bösche, Ramona Wischhöfer, Wolfgang Splinter und Annette Tolksdorf angehören. Ihre Forderung, mit der sie sich zunächst an die Gemeinde Martfeld und dann auch an die Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen wenden wollen, lautet schlicht und einfach, dass der seit Langem geplante Rad- und Fußweg an der Hoyaer Straße endlich gebaut werden möge.

In der Prioritätenliste der Samtgemeinde, finden die Mitglieder der Interessengemeinschaft, sei die Anbindung des Ortsteils Loge an die Gemeinde Martfeld per Rad- und Fußweg viel zu weit nach hinten gerückt. Hans-Hermann Bösche: „Der Anschluss der Ortsteile muss Vorrang haben; wir wollen sicher nach Martfeld gelangen. Denn dort müssen wir all die lebensnotwendigen Besorgungen machen.“

Die Anlieger haben zwei Bereiche der Hoyaer Straße im Blick: die Ortsdurchfahrt Loge mit 70- und 50-Stundenkilometer-Beschränkung sowie die lange, schnurgerade verlaufende Verbindung zwischen Martfeld und Loge, auf der höchstens 70 Kilometer pro Stunde gefahren werden dürfen.

Auf der langen Geraden passierte der tödliche Motorrad-Unfall am 10. Oktober dieses Jahres. Auch im Sommer vergangenen Jahres hatte es dort einen tödlichen Unfall gegeben. Die Hoyaer Straße, die Landesstraße 331, ist berüchtigt wegen der hohen Geschwindigkeiten, die dort gefahren werden. „Praktisch niemand kümmert sich hier um Geschwindigkeitsbeschränkungen“, sagt Ramona Wischhöfer. „Wir können nur froh sein, dass bislang noch nicht mehr passiert ist.“

„Die Unfallhäufigkeit an der Hoyaer Straße in Martfeld-Loge ist sehr gering“, erklärt Wolfgang Nogga. „Nichtsdestoweniger gehört Martfeld zu den am stärksten überwachten Bereichen im Landkreis Diepholz.“ Die Lage aus der Sicht der Loger Betroffenen beschreibt Wolfgang Splinter dagegen so: „Hier passieren viele Bagatell-Unfälle, die glimpflich ausgehen und von der Polizei gar nicht erfasst werden.“

Was ebenfalls in keiner Statistik erfasst wird, sind die Lebensumstände für die Anwohner der Hoyaer Straße. Die Kinder dürfen auf Wunsch ihrer Eltern nicht allein zu Fuß oder per Fahrrad unterwegs sein und können ihre Schulbushaltestellen nur auf sicheren Umwegen über Feld und Flur erreichen. Besorgte Eltern müssen für den Zweck des öfteren Pfade freimähen, die über Wiesen führen. Senioren müssen selbst dann per Auto gefahren werden, wenn sie nur zwei Häuser weiter einen Besuch abstatten wollen.

Und Erwachsene, die sich trauen, auf der Hoyaer Straße in Loge Fahrrad zu fahren, riskieren dabei ihr Leben. „Es sind immer mehr und immer größere Lastzüge bei uns unterwegs, seit es die Autobahn-Maut gibt“, sagt Annette Tolksdorf. „Wenn man von denen überholt wird, kann einen allein der Luftzug umblasen.“ Wolfgang Splinter ergänzt: „Die meistbenutzte Lkw-Fahrtroute von Bremen nach Hannover führt heute über Martfeld nach Hoya und Nienburg und von dort weiter über die Bundesstraße 6.“

Die Mitglieder der Anwohner-Interessengemeinschaft wollen jetzt Unterschriften sammeln und die Liste dem Gemeinderat bei seiner nächsten Sitzung übergeben. Der Antrag soll unmissverständlich lauten: „Der Bau eines Rad- und Fußwegs an der Hoyaer Straße in Loge muss unbedingten Vorrang haben. Außerdem müssen Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt werden.“

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