Im buddhistischen Kloster „Hokuozan Sogenji“ sind Gäste willkommen

Meditieren im alten Kuhstall

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Klosterleiterin Sabine Huskamp liebt die Ruhe.

Kuhlenkamp - Von Regine Suling. „Als wir hier ankamen, waren das noch Kuhställe“, sagt Sabine Huskamp und deutet in den Raum, in dem jetzt bis zu 70 Menschen gleichzeitig meditieren können. In den Zimmern nebenan, in denen einst ebenfalls das Milchvieh seinen Platz hatte, gibt es heute eine große Küche und einen Speisesaal. „Das war viel Arbeit. Aber jetzt ist es schön. Ich liebe die Ruhe hier“, erzählt Sabine Huskamp, die derzeit alleine auf dem einstigen Hof Höper in Asendorf-Kuhlenkamp lebt.

Dessen landwirtschaftliche Vergangenheit dokumentieren die Gebäude zwar noch, in ihrem Inneren aber befindet sich seit fünf Jahren das buddhistische Zen-Kloster „Hokuozan Sogenji“. Beim jetzigen Tag der offenen Tür schauten sich viele Menschen dort um, lernten das Sushi-Rollen und erlebten hautnah, wie sich Zazen-Meditationen anfühlen. „Da machen die meisten Gäste mit. Ich bin erstaunt, wie viel Offenheit dafür da ist“, freut sich Sabine Huskamp.

Die gebürtige Bremerhavenerin leitet das Kloster, das ein Tochter-Kloster des Mutterhauses in Japan ist. Dort lebte Sabine Huskamp, deren buddhistischer Name Shoé lautet, 20 Jahre lang. „Ursprünglich wollte ich nur ein halbes Jahr bleiben“, sagt sie lachend. Denn bei einem Praktikum mit behinderten Menschen erkannte sie, „dass die viel lebendiger waren als ich und mir viel mehr geben konnten als ich ihnen.“ Sie entschied also, dass sie an sich selbst arbeiten müsse. Im Buddhismus fand sie die richtige Philosophie und blieb schließlich zwei Jahrzehnte im Kloster in Japan. „Das ist für die Art der Ausbildung normal“, erzählte sie den Besuchern beim Tag der offenen Tür. Dann sandte ihr Meister sie nach Deutschland, um einen europäischen Kloster-Standort aufzubauen.

Bis zu 200 Frauen und Männer packten teilweise wochenlang kräftig an, um den einstigen landwirtschaftlichen Betrieb in Kuhlenkamp zu einem Kloster umzubauen. Sie verwandelten den Schweinestall in Sanitäranlagen, das Wohnhaus in Schlafstätten. Nahezu allesamt Laien, tauchten sie den Hof in eine heimelige Atmosphäre. „Mein Vater ist Ingenieur, der hat uns alles gezeigt und uns geholfen“, berichtet Huskamp.

Drei Mal pro Jahr kommt der Meister aus Japan nach Europa – und dann wird das Kloster „Hokuozan Sogenji“ in Kuhlenkamp zum großen Treffpunkt. „Die Mitglieder unserer verschiedenen Gruppen kommen dann aus Polen, Ungarn, Italien oder Dänemark hierher“, erzählt Huskamp. Über große Veranstaltungen wie diese finanziert das Kloster seine Arbeit für das ganze Jahr.

In Asendorf fühlte sich Huskamp von Anfang an gut aufgenommen. „Die Gemeinde war sehr aufgeschlossen.“ Zu den montäglichen Meditationen kommen Menschen aus der Nachbarschaft. Mit dem Tag der offenen Tür wollte das Kloster deshalb auch etwas zurückgeben: „Der Erlös geht an die Freiwillige Feuerwehr. Die ist schließlich für uns alle wichtig“, sagt Sabine Huskamp.

Bald zieht der erste Mitbewohner auf den Hof, dann lebt Huskamp dort nicht mehr allein. Sie selbst meditiert morgens und abends. Immer montags lädt sie zu Meditationen ein: „Das ist auch für Anfänger ideal.“ Ab 18.30 Uhr gibt es Tee, zwischen 19 und 20 Uhr meditieren alle gemeinsam. Wer Interesse hat, darf sich der Gruppe gerne anschließen.

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