Bruchhausen-Vilser organisiert vierte „Orgelschätze“-Reihe / Musik und Kunst

Dietrich Wimmer will Orgeln erlebbar machen

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Organist Dietrich Wimmer (rechts) und Künstler Wilfried Lehnert freuen sich auf die „Orgelschätze“-Konzerte.

Br.-Vilsen/Hoya - Für Dietrich Wimmer ist die Orgel ein ganz besonderes Instrument. Viel zu schade, um darauf nur ab und zu in Gottesdiensten Choräle zu begleiten. „Man müsste richtige Orgel-Konzerte geben“, dachte sich der Bruchhausen-Vilser vor sechs Jahren. Das war die Geburtsstunde der „Orgelschätze – Genuss für Leib und Seele“-Reihe. Und die geht nun in die vierte Runde.

Vom 6. März bis zum 23. Oktober stehen sechs Veranstaltungen in den Samtgemeinden Bruchhausen-Vilsen und Hoya sowie in Heiligenloh auf dem Programm. Die Gäste erwartet sonntags ab 17 Uhr nicht nur Musik, sondern auch Kunst. Vor jedem Konzert bietet Wimmer ein Begleitprogramm, teilweise in der Kirche, teilweise an einer anderen Stelle im Ort.

Den Anfang der Reihe bildet am 6. März sein Auftritt in der Kirche Wechold. „Die Orgel dort ist sehr gut erhalten“, sagt der Organist. „Keine andere Orgel im ganzen Kirchenkreis Syke-Hoya vereinigt eine solche Vielfalt an Klangfarben. Das Klangbild des romantischen Orgelbaus wurde hier geradezu idealtypisch verwirklicht.“

Welche Stücke Wimmer bei den „Orgelschätze“-Konzerten spielt, hängt vom jeweiligen Instrument ab. So wird er mit der 1871 erbauten Orgel in Wechold romantische Musik zu Gehör bringen. „Es gibt immer auch Improvisationen“, verspricht der Bruchhausen-Vilser. „Ich möchte historisch wertvolle Orgeln durch besondere Konzerte für einen großen Personenkreis erlebbar machen und die Individualität jedes Instruments herausstellen.“

Bereits ab 16 Uhr können Interessierte am 6. März in Wechold an einer Kirchenführung teilnehmen.

In der Magelser Kirche geht es am 17. April weiter. Im Vorfeld des Konzerts, ab 14 Uhr, ist die „Ole Schüün“ geöffnet.

Als „recht modern“ bezeichnet Wimmer die Orgel in der Kirche in Vilsen, wo er am 22. Mai gastiert. Ab 16 Uhr können sich die Besucher von den Gästeführerinnen Sophie und Berta unterhalten lassen.

„In Martfeld hat mich schon immer die Leichtigkeit der Orgelmechanik angesprochen“, fährt der 1959 geborene Musiker fort. In der dortigen Kirche wird er am 12. Juni denn auch „leichte Musik“ erklingen lassen. In Martfeld ist erst 1985 eine neue Orgel in das alte Gehäuse eingebaut worden. Das Puppenmuseum lockt ab 13 Uhr alle Bürger.

Die Eitzendorfer Kirche ist am 18. September Schauplatz. Um 15 Uhr öffnet das Backhaus.

Das Finale der „Orgelschätze 2016“ steigt am 23. Oktober in der Kirche in Heiligenloh. Wimmer: „Es hat schon was Erhebendes, ein Instrument aus dem Jahr 1840 zu spielen.“ Für 16 Uhr organisiert er eine Führung durch den Ort.

Bei allen Konzerten gibt‘s nicht nur was zu hören, sondern auch was zu sehen: Der Künstler Wilfried Lehnert (Jahrgang 1941) präsentiert jeweils ein Bild der Kirche, in der Wimmer gerade auftritt. „Für mich ein absoluter Glücksfall“, ist der Organist froh, dass Lehnert seit Beginn der Veranstaltungsreihe dabei ist.

Der Stuhrer fand Wimmers Idee zur Zusammenarbeit gleich gut, als der ihn 2010 ansprach. „Ich habe sofort ja gesagt“, erzählt Lehnert. Er fotografiert die Kirchen und malt dann Aquarelle. „Dabei versuche ich, den Charakter der Kirchen darzustellen und nehme mir auch ein bisschen künstlerische Freiheit.“ Das Bild des Eitzendorfer Gotteshauses etwa ist ganz in Blau gehalten.

Zu jedem Kirchen-Gemälde hat Lehnert ein passendes Zitat herausgesucht. Bei der Vilser Kirche entschied er sich beispielsweise für „Feste ästhetische Regeln gibt es nicht. Der Künstler schafft seiner Natur, seinem Instinkt folgend das Werk. Er selbst steht überrascht davor, andere mit ihm“ von Maler Emil Nolde (1867- 1956).

Lehnerts Werke stehen während der Konzerte auf einer Staffelei im Altarraum, im Anschluss sind Drucke und Karten zu kaufen.

Die „Orgelschätze“ haben sich in den vergangenen Jahren zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. „Nach dem letzten Mal 2014 haben mir manche Leute erzählt, dass sie alle sechs Konzerte besucht haben“, sagt Wimmer und lacht. „Da scheint es eine Art kleinen Wettbewerb zu geben.“ Besonders freut ihn auch, dass der Hauptförderer, der Landschaftsverband Weser-Hunte, voll hinter dem Projekt steht: „Eigentlich waren gar nicht so viele Reihen geplant. Aber der Landschaftsverband hat mich angerufen und gesagt: ,Machen Sie weiter‘.“

Und so dürfen Orgel-Fans in den kommenden Jahren auf weitere Konzerte hoffen. „Möglicherweise ist das ein selbstlaufendes Endlosprojekt“, sagt Wimmer und ergänzt: „Auch wenn die Organisation mühsam ist.“

Jedes Konzert dauert eine Stunde, der Eintritt ist frei. Die Kollekte bleibt in den Kirchengemeinden. Im Anschluss gibt es einen Imbiss und die Möglichkeit zu Gesprächen. Bildreiche Broschüren mit ausführlichen Informationen liegen bei den Kirchengemeinden und den Sparkassen, die das Projekt ebenfalls unterstützen, aus.

mah

www.nowoli.de

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