Erste leerstehende Wohnungen werden gekündigt

Flüchtlingssituation hat sich entspannt

Samtgemeinde - Die Flüchtlingssituation hat sich entspannt: „Die Probleme sind aktuell sehr viel kleiner als noch im letzten Winter“, sagte Ordnungsamtsleiter Volker Kammann bei der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen. „Zurzeit können alle Haupt- und Ehrenamtlichen durchatmen.“

Kammann stellte die Entwicklung dar. „Auf dem Höhepunkt im Jahr 2016 hatten wir in fast 70 Wohnungen Flüchtlinge untergebracht“, sagte er. So viel Wohnraum benötige die Samtgemeinde inzwischen nicht mehr: „Wir wollen den Bestand auf 55 bis 50 Wohnungen reduzieren. Zurzeit nehmen wir Kündigungen vor.“ Vier der knapp 70 Wohnungen gehören der Samtgemeinde, den Rest habe sie angemietet.

Zurzeit leben laut Kammann 236 Flüchtlinge in der Samtgemeinde, rund 200 davon sind seit Dezember 2015 hergekommen. Es handele sich dabei allerdings nur um die Menschen, für die die Samtgemeinde zuständig sei. Unbegleitete Flüchtlinge unter 18 Jahren fallen nicht darunter, und um bereits anerkannte Geflüchtete müsse sich die Samtgemeinde ebenfalls nicht kümmern. „Freiwillig ausgereist sind etwa 30, abgelehnt wurden etwa 40“, ergänzte Kammann.

Bisher 20 neue Flüchtlinge in 2017 aufgenommen

Eigentlich soll die Samtgemeinde in diesem Jahr 60 neue Flüchtlinge aufnehmen, bisher waren es aber nur rund 20. Dass bis Ende Dezember noch 40 dazukommen, hält Kammann für unwahrscheinlich. Sollte sich die angekündigte Quote aber doch erfüllen, wäre genug Wohnraum vorhanden, sodass eine dezentrale Unterbringung weiterhin gewährleistet wäre.

Die Kosten auch für die leer stehenden Wohnungen erstatte der Landkreis Diepholz der Samtgemeinde. Kammann: „Wir haben den Wohnraum nach den angekündigten Quoten angemietet, deshalb lässt man uns nicht im Regen stehen.“

Der Ordnungsamtsleiter lobte sein Team im Rathaus sowie die Haupt- und Ehrenamtlichen vom Bruchhausen-Vilser Verein „Lebenswege begleiten“, der die Flüchtlingshilfe vor Ort koordiniert. Neue Ehrenamtliche seien auch weiterhin willkommen: „Es gibt immer noch viel zu tun.“

Ankommende Familien müssen selbstständig werden

Die bei „Lebenswege“ angestellten Meina Fuchs und Judit Hirscher stellten dem Sozialausschuss die Arbeit des Vereins vor. „Wir bieten Hilfe zur Selbsthilfe“, betonte Fuchs. Irgendwann müssten die Ehrenamtlichen die Familien alleine handeln lassen. „Wenn es jemand von Syrien hierher geschafft hat, dann schafft er es auch zu Aldi.“

„Unsere Aufgabe als Hauptamtliche ist es, die Ehrenamtlichen zu betreuen, zu gucken, wer was macht, Lösungen bei Problemen zu finden, alles zu koordinieren“, erklärte Hirscher. „In letzter Zeit begleiten aber auch wir Familien, weil sehr viele Menschen zu uns gekommen sind und die Asylbegleiter an ihre Grenzen stoßen.“

Eine große Herausforderung sei die Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt. Sich darum zu kümmern, sei die Hauptaufgabe von „Lebenswege“-Minijobberin Gerda Sundermann-Oldenburg. 

mah

Rubriklistenbild: © dpa

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