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Corona: Kreisjugendfeuerwehrzeltlager 2022 abgesagt

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Von: Anke Seidel

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Das Kreisjugendfeuerwehrzeltlager 2022 in Bruchhausen-Vilsen ist coronabedingt abgesagt – das Ankündigungsplakat, noch am Montag im Ort zu bewundern, hat ausgedient.
Das Kreisjugendfeuerwehrzeltlager 2022 in Bruchhausen-Vilsen ist coronabedingt abgesagt – das Ankündigungsplakat, noch am Montag im Ort zu bewundern, hat ausgedient. © Anne-Katrin Schwarze

Das Kreisjugendfeuerwehrzeltlager in Bruchhausen-Vilsen ist abgesagt. Grund sind die für Feuerwehren deutlich strengeren Corona-Hygienemaßnahmen.

Br.-Vilsen – Wahnsinns-Enttäuschung für alle Beteiligten, die mit Herzblut an dieser Großveranstaltung hängen: Das Kreisjugendfeuerwehr-Zeltlager in Bruchhausen-Vilsen wird abgesagt. Grund ist die aktuelle Corona-Lage, die lange Schatten auf das geplante Zeltlager mit mehr als 2 000 Gästen und bis zu 600 ehrenamtlichen Helfern wirft, das vom 16. bis 24. Juli auf dem Marktplatz geplant war.

Kreisjugendfeuerwehrzeltlager 2022 in Bruchhausen-Vilsen abgesagt

„Das ist äußerst, äußerst schade!“, sagt Kreisbrandmeister Michael Wessels. Er stellt klar, dass es zur Absage keine Alternative gegeben habe. „Die rechtlichen Bedingungen im Rahmen der Corona-Pandemie lassen für die Bevölkerung wieder vieles zu“, sagt Lars Genthe als Kreisjugendfeuerwehrwart. Aber die Feuerwehren hätten aufgrund ihrer Aufgaben und spezieller Landesverordnungen erweiterte Hygienemaßnahmen einzuhalten. Für eine derartige Großveranstaltung sei das aber so gut wie unmöglich.

Für Feuerwehren gelten strengere Hygienemaßnahmen

„Wir haben als Veranstalter und Ausrichter eine hohe Verantwortung für die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen zwischen 10 und 18 Jahren sowie unsere Betreuer und Helfer. Infektionsausbrüche im Zeltlager und deren eventuelle gesundheitliche Folgen wären nicht auszuschließen“, betont Lars Genthe.

Das sieht der Kreisbrandmeister ganz genauso. Das Zeltlager sei traditionell offen für Besucher. „Wir haben Marktplätze“, erinnert Michael Wessels an Bratwurst- und Getränkestände. Außerdem gehören Musikveranstaltungen zum Programm.

Absage wurde von den sechs beteiligten Institutionen einstimmig beschlossen

Schon in der vergangenen Woche hatten sich die Vertreter aus den sechs beteiligten Institutionen zur Krisensitzung getroffen – Kreisjugendfeuerwehr, Kreisfeuerwehr und Kreisfeuerwehrverband sowie Gemeinde-Jugendfeuerwehr Bruchhausen-Vilsen, Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen und Landkreis. Die Entscheidung zur Absage sei einstimmig und einvernehmlich getroffen worden, betont Michael Wessels. Auf Gäste von außen zu verzichten, das Zeltlager-Areal einzuzäunen und eine ständige Aus- und Eingangskontrolle zu installieren, wäre kein Kreisjugendfeuerwehr-Zeltlager im traditionellen Sinne – und „auch nicht gewünscht“, sagt der Kreisbrandmeister.

Die Infektionsgefahr wäre gegeben gewesen. Insbesondere für die Feuerwehr könnte Corona fatale Folgen haben – dann, wenn Einsatzkräfte ausfallen und dadurch sowohl Schlagkraft als auch Schnelligkeit leiden. „Im schlimmsten Fall könnte das Menschenleben kosten“, gibt der Kreisbrandmeister zu bedenken – und mag sich nicht vorstellen, dass die Einsatzkräfte bei einem Notfall nicht rechtzeitig zur Stelle sein könnten.

Noch unklar: Wo wird das Kreisjugendfeuerwehrzeltlager 2023 ausgerichtet?

Wegen Corona hatte es schon zwei Jahre kein Kreisjugendfeuerwehr-Zeltlager gegeben – zwei Mal ein herber Schlag für die damals ausrichtende Feuerwehr Cornau. Denn sie hatte das Zeltlager-Gelände anpachten, einsäen und Versorgungsleitungen legen müssen – alles umsonst. Auch in Bruchhausen-Vilsen liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Doch waren sie nicht so extrem arbeitsintensiv wie in Cornau, weil auf dem Marktplatzgelände bereits Versorgungsleitungen liegen.

Die Organisatoren mussten über die Absage rechtzeitig entscheiden, weil Verträge im Vorfeld abgeschlossen werden müssen – zum Beispiel für den Aufbau des Veranstaltungszeltes. Das Zeltlager 2023 will die Feuerwehr Weyhe und das im Jahr 2024 die in Kirchdorf ausrichten. Ob das nach der Absage 2022 so bleibt oder es eine neue Reihenfolge gibt, soll mit den Beteiligten erörtert werden.

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