Aktion erhitzt die Gemüter

Kinder lassen gemeinsam mit DJ Toddy 350 Luftballons steigen

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Rund 350 Ballons stiegen gestern vor der Eröffnung des Brokser Markts auf dem Sportplatz in Bruchhausen-Vilsen in die Luft.

Br.-Vilsen - Einige Frühstarter gab es am Freitag auf dem Sportplatz in Bruchhausen-Vilsen. Beim Ballonweitflug-Wettbewerb, organisiert von der Samtgemeinde und dem Getränkemarkt „Hol ab!“, hielten mehrere Kinder ihre mit Helium gefüllten weißen, roten und blauen Ballons nicht fest genug.

Doch dank rund 350 vorbereiteten Exemplaren gab es ausreichend Nachschub. Gemeinsam ließen Kinder, Eltern und Großeltern mit DJ Toddy die Ballons um 14.30 Uhr in die Luft steigen. An jedem ist eine Karte befestigt, die der Finder zurück an die Samtgemeinde senden soll. 

Die Kinder, deren Ballons den weitesten Weg zurücklegen, gewinnen Preise. Doch diese Aktion fand nicht nur Befürworter. „Jeder Ballon ist einer zu viel“, gab Wilfried Papenhusen aus der Gemeinde Großenkneten zu bedenken. Er besucht den Brokser Markt regelmäßig, ist aber im Internet in diesem Jahr erstmalig auf den Programmpunkt „Ballonflug-Wettbewerb“ gestoßen.

Kritik am bunten Wettbewerb

Gemeinsam mit Ernst Hasenfuss aus Großenkneten will er diesen beenden. Die „primitive Belustigung“ dauert keine Minute, die Folgen der Aktion hingegen sind laut Hasenfuss fatal. Die Ballons landen eben nicht immer in Gärten der Finder, sondern auch auf Wiesen und in Seen. Dort würden sie von Tieren gefressen, „und diese sterben dann qualvoll an Darmverschluss“, sagte Hasenfuss. 

Die Gemeinde sollte laut den Kritikern als Vorbild vorangehen und den Kindern deutlich machen, dass die Aktion der Umwelt und Natur schade. „Seifenblasen wären eine sinnvolle Alternative“, schlug Hasenfuss vor. Alternativ könnten Tauben von einem örtlichen Züchtern fliegengelassen werden. 

Hasenfuss drohe zudem mit einer Strafanzeige wegen vorsätzlichen Umweltvergehens. Hasenfuss hat sich mit dem Anliegen an die Gemeinde gewendet. Sie habe mit beiden Herren intensive Gespräche geführt, sagte Volker Kammann, Fachbereichsleiter Bürgerservice bei der Samtgemeinde. Er versteht die Kritiker: „Das ist ein für uns nachvollziehbares Argument.“ 

Gemeinde hinterfragt die Aktion

Im Nachgang des diesjährigen Markts werde die Ballon-Aktion kritisch hinterfragt. „Für die jetzige Veranstaltung kam das Anliegen zu kurzfristig.“ Vorbildlich wäre es laut Hasenfuss dennoch gewesen, die Aktion abzubrechen und „die Kinder die Ballons mit nach Hause nehmen zu lassen“. 

Trotzdem ist er zufrieden mit der Reaktion der Gemeinde. „Ob ich nun Anzeige erstatte, weiß ich jetzt noch nicht“, sagte er gestern. Papenhusen schlug alternativ ein Treffen mit dem Bürgermeister vor. Dabei könne per Handschlag besiegelt werden, dass die Aktion von nun an der Vergangenheit angehört.

vik

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