Expresszustellung nach Himmelpfort

Briefe aus Bruchhausen-Vilsen sind rechtzeitig beim Weihnachtsmann angekommen

Nikolaus stempelt Post ab
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Bei der Museumseisenbahn stempelt der Nikolaus persönlich die Post an den Weihnachtsmann ab.  

Br.-Vilsen – Einen Brief nicht nur an den Weihnachtsmann zu schreiben, sondern von ihm „persönlich“ auch Antwort zu bekommen, gehört sicherlich zu den schönsten Kindheitserinnerungen. Dieses Erlebnis bietet die Museumseisenbahn in Bruchhausen-Vilsen in Zusammenarbeit mit der Interessengemeinschaft Deutsche Bundespost aus Cuxhaven.

Deren junge Mitglieder hauchen dem historischen Postabteil im Regelzug seit vergangenem Jahr immer wieder Leben ein und demonstrieren zu besonderen Anlässen, was sie selbst so fasziniert: „Wir versuchen, die historische Post zu erhalten“, sagt Vorsitzender David Auth. Auch optisch. Gemeinsam mit seinen Mitstreitern Niklas Krämer, Anne-Kathrin Krotzer und Jan-Hendrik Thien ist er immer auf der Suche nach historischer Arbeitskleidung, Postsäcken oder weiteren Utensilien, um sich originalgetreu zu präsentieren.

Wer seine Post über den Verein aufgibt, erhält den Zier-Poststempel „Bahnhofspostamt Bruchhausen-Vilsen/Asendorf“. Die Mitglieder bringen sie dann zum Entwerten zu einem „normalen“ Postamt. Diesen Weg wollen sie sich demnächst sparen: „Ein regulärer Poststempel ist in Planung“, sagt David Auth.

Im Advent nutzten einige Kinder die Gelegenheit, ihre Wünsche direkt nach Himmelpfort zu schicken, geschrieben entweder in einem Wagen auf dem Bahnsteig oder während der Fahrt im Abteil. Denn da herrscht an den Wochenenden im Advent ja bekanntlich eine ganz besondere Atmosphäre: An der Haltestelle Vilsen-Ort steigt nämlich der Nikolaus zu. Mit zwei Engeln an seiner Seite und seinem lauten „Ho ho ho“ sorgt er für Weihnachtsstimmung.

„Sie ist ein ganz erfahrener Engel“, freut er sich über Mayra Böttcher. Sie schlüpft seit Jahren in das Kostüm mit den wippenden goldenen Flügeln auf dem Rücken. „Das macht Spaß“, sagt die 14-Jährige. Für Maite Lühring (13) war es jetzt die erste Saison in der weißen Robe. Die Engel verteilen kleine Geschenktüten mit Süßigkeiten, Malstiften und Anspitzern an die jüngsten Fahrgäste und sind neben dem Herrn im roten Rock die Attraktion der Nikolausfahrten.

Doch zurück zur Interessengemeinschaft Deutsche Post. Deren Mitglieder haben passenderweise auch ein Faible für die Bahn. „Ich bin Lokführer“, erzählt Niklas Krämer. „Ich liebe es, mit Zügen zu fahren“, sagt Anne-Kathrin Krotzer, die ebenfalls für die Deutsche Bahn tätig war.

Im Postabteil der Museumseisenbahn-Züge erklären sie gern, wie die Post früher funktionierte. „Das Zusammenspiel zwischen der stationären Poststelle und dem mobilen Postabteil haben wir jetzt zum zweiten Mal praktiziert“, berichtet David Auth. Gern demonstrieren sie am Bahnsteig auch die Postverladung. „Jetzt mussten wir darauf verzichten. Wegen Corona“, bedauert Auth, der sich in einer Joppe aus den 1950er-Jahren aber zumindest optisch auf Zeitreise begab.

Die Briefe der Bahnfahrer für den Weihnachtsmann lieferten die Vereinsmitglieder übrigens persönlich ab: Himmelpfort liegt ganz in der Nähe ihres Zuhauses, da haben sie die wertvolle Fracht eigenhändig zugestellt. „Eine Antwort kommt pünktlich zu Weihnachten bei den Absendern an“, verspricht der Vorsitzende.

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