Samtgemeinderat gibt grünes Licht

Breitbandausbau in Bruchhausen-Vilsen kann kommen

Samtgemeinde - Die Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen ist bereit für den Breitbandausbau: Nach den Räten der Mitgliedsgemeinden hat jetzt auch der Samtgemeinderat einhellig dafür gestimmt, dass der Landkreis Diepholz in seinem Gebiet ein Breitbandnetz als FTTB-Betreibermodell (Fibre to the building, also Glasfaserkabel bis ins Gebäude) ausbaut und an einen privaten Betreiber verpachtet.

Die Einwohner aus den „weißen Flecken“, deren Leitung bisher weniger als 30 Megabit pro Sekunde an Daten liefert, sollen in den nächsten Jahren schnelles Internet bekommen. Der Ausbau in den unterversorgten Bereichen ist für 2018 bis 2020 geplant. Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann rechnet damit, dass sich die Samtgemeinde mit rund 2,65 Millionen Euro am Breitbandausbau beteiligen muss, zu zahlen in den nächsten 25 Jahren. Er lobte während der jüngsten Sitzung des Samtgemeinderats das Engagement von Landrat Cord Bockhop, der Fördergelder von Land und Bund eingetrieben habe.

Ratsherr Hermann Schröder (Unabhängige Wählergemeinschaft) berichtete, dass der geplante Breitbandausbau in der Bevölkerung zu Verunsicherung führe. „Plötzlich bekommt man alle 14 Tage Post von Internetanbietern, die das Netz ausbauen wollen und um Kunden werben. Da wird der Anschein erweckt, dass man sich beeilen muss, um eine gute Leistung zu bekommen. Sollen die Bürger nun warten oder zuschlagen?“ Er bat um mehr Aufklärung der Einwohner.

Das hielt Bormann nicht für notwendig. Er erklärte, dass Firmen derzeit nur außerhalb der unterversorgten Bereiche, also in den „schwarzen Flecken“, investieren und neue Kabel verlegen oder alte austauschen dürfen: „Der Landkreis hat die Hand auf den ,weißen Flecken‘.“ In was für einem Gebiet das eigene Wohnhaus liegt, können Interessierte auf der Webseite des Kreises, www.diepholz.de, nachschauen.

Landkreis kümmert sich nur um „weiße Flecken“

Andree Wächter (SPD) erklärte, dass der Internetanbieter EWE vorhabe, bis 2028 in einigen Bereichen Kupfer- durch Glasfaserleitungen zu ersetzen – aber nur in den „schwarzen Flecken“.

Das bestätigte seine Parteikollegin Martina Claes. Wer in den „schwarzen Flecken“ lebe, könne jederzeit zwischen allen verfügbaren Angeboten wählen, der Landkreis werde dort auch in den nächsten Jahren nicht aktiv werden. Und auch in den „weißen Flecken“ spreche, wenn gewünscht und möglich, aktuell nichts gegen einen neuen Vertragsabschluss. Denn bis der Kreis dort die FTTB-Kabel verlegt und an einen privaten Betreiber verpachtet hat, ist „die Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten auf jeden Fall vorbei“.

Zur Erklärung: Wer die Kabel in die Erde bringt, muss nicht auch als Anbieter fungieren. So wird der Landkreis zwar selbst Glasfaserkabel verlegen, sie danach aber an eine Firma verpachten, die wiederum als Internetanbieter an potenzielle Kunden herantritt. Auch Betriebe wie EWE müssen ihre Kabel nicht selbst nutzen, sondern können ebenfalls als Verpächter auftreten. 

mah

Rubriklistenbild: © dpa

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