Auge in Auge mit einem Flusspferd

Pfadfinder Christopher Müller reist mit dem Fahrrad durch Afrika

Immer wieder versammelten sich Kinder um den 25-Jährigen – wie hier in Malawi.

Br.-Vilsen – Von Bernd Garbers. Nach seinem Fahrradunfall in den Bergen von Salt Lake City im US-Bundesstaat Utah und einer darauffolgenden Operation eines Bruchs seiner Schulter, die dem Vilser Pfadfinder Christopher Müller eine Metallplatte und zwölf Schrauben einbrachte, dachte wohl kaum jemand, dass seine Tour durch Amerika weiter gehen würde.

Während sein Pfadfinderfreund Kai Priesmeier aus Diepholz, mit dem Müller die Reise gemeinsam begonnen hatte, nach kurzer Pause seinen Weg nach San Francisco fortsetzte, brauchte Christopher Müller knapp zwei Wochen Pause nach der Operation. In dieser Zeit festigte sich der Gedanke, dass er die Tour nicht wie geplant fortsetzen, sie aber auch nicht abbrechen wollte.

Zunächst radelte der 25-Jährige seinem Freund nach San Francisco hinterher – und zwar mit einem Arm am Lenker und dem operierten Arm in einer Bandage. „Die ersten Tage wieder auf dem Fahrrad waren echt hart, aber ich schaffte es, pünktlich in San Francisco zu sein, um mich von Kai zu verabschieden“, sagt Müller. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Weltenbummler bereits mehr als 9 000 Kilometer mit dem Fahrrad zurückgelegt. Nach der Verabschiedung am Flughafen hatte der Pfadfinder, der gebürtig aus Bruchhausen-Vilsen stammt, noch ein paar Tage Zeit, bis sein eigener Flug startete.

Der neue Plan sah vor, nicht – wie ursprünglich geplant – mit dem Fahrrad bis nach Feuerland an die Südspitze Südamerikas zu fahren, sondern nach Südafrika zu fliegen. „Die Tour war bisher super, aber wir hatten auch immer etwas Stress, da wir entsprechend Kilometer machen mussten, um unsere Ziele zu erreichen. Den nächsten Teil meiner Reise möchte ich mehr genießen. Ich will eine neue Kultur, Menschen und die Tierwelt kennenlernen“, erklärt der Pfadfinder.

So ging es mit dem Flugzeug nach Johannesburg. Von dort startete Müller seine nächste Etappe. Dieses Mal alleine und durch Afrika. Von Südafrika führte der Weg durch insgesamt zehn Länder, darunter Namibia, Ruanda, Malawi und Kenia. Nachts schlief der Pfadfinder meist auf Farmen oder in freier Natur im Zelt.

Dabei gab es einige spannende Begegnungen. So auch auf einem Campingplatz. „Ich wachte von einem Schnauben in der Nähe des Zelts auf“, erzählt Müller. „Zwei Flusspferde grasten direkt neben meinem Zelt.“ Man muss dazu wissen, dass die meisten Menschen in Afrika nicht durch Löwenangriffe oder Bisse von Giftschlangen sterben, sondern durch Begegnungen mit Flusspferden. „Das war das erste Mal während meiner Tour, dass ich wirklich Angst hatte“, schildert Müller. Als er aus dem Zelt schaute, blickte ihn eines der Tiere direkt an. Es stellte sich die Frage, ob der junge Mann zur Rezeption laufen oder lieber abwarten sollte. Er entschied sich für Letzteres und nach einer gefühlten Ewigkeit gingen die Tiere wieder in den See, aus dem sie gekommen waren, zurück.

In Uganda überquerte der Pfadfinder den Äquator.

Eine weitere spannende Erfahrung war es, frei lebenden Elefanten zu begegnen. „Zwei der Tiere standen an der Straße direkt vor mir. Ich hatte großen Respekt vor den Dickhäutern und wartete lieber, bis das nächste Auto vorüberfuhr und die Elefanten sich von der Straße entfernten“, erzählt Müller.

Auf seiner Tour sah er zudem in der Ferne Löwen, Wasserbüffel, Giraffen, Affen, Gorillas, eine giftige Puffotter und weitere Tiere. Beeindruckend war dabei eine Wasserstelle, die neben seiner Unterkunft lag. Eine Herde Elefanten machte dort Halt und der Weltenbummler konnte bis auf wenige Meter an die Tiere herantreten. „Elefanten sind meine absoluten Lieblingstiere, ich habe sie abends noch lange von der Terrasse aus beobachtet“, erklärt er.

Auch mit den Einheimischen gab es schöne Begegnungen. „Ich wurde immer wieder freundlich aufgenommen und habe viele Menschen kennengelernt, die mich bei meiner Tour unterstützt haben“, sagt Müller.

Eigentlich wollte der Pfadfinder seine Reise bis März fortsetzen, doch dann hatte er die Idee, zu Weihnachten seine Freunde und Verwandten zu überraschen. Gesagt, getan. Er buchte einen Flug und machte sich auf nach Deutschland. „Damit hatte keiner gerechnet. Alle haben sich wahnsinnig gefreut“, erzählt Christopher Müller.

Doch die Zeit des Ausruhens ist für den 25-Jährigen noch nicht gekommen. „Ich werde mich gleich im neuen Jahr wieder auf den Weg machen, dann geht es nach Osteuropa“, erklärt Müller. Das Abenteuer mit Fahrrad und Anhänger geht für den Weltenbummler also weiter.

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