Blutspende-Aktion sorgt für Ärger

DRK schickt Spendenwillige wieder nach Hause - Blutspender verärgert

Banner mit Aufruf zur Blutspende.
+
Der Blutspendedienst warb sogar per Telefon, sich an der Aktion zu beteiligen, hatte dann aber nicht genug Kapazitäten.

Wie jedes Jahr am 2. Januar in Bruchhausen-Vilsen gab es auch diesmal eine Blutspendeaktion. Einige Spender wurden jedoch ohne Teilnahme wieder nach Hause geschickt und sind verärgert.

  • Jedes Jahr findet in Bruchhausen-Vilsen am 2. Januar eine Blutspende statt, diesmal fiel sie auf einen Samstag.
  • An Wochentagen hat der DRK-Blutspendedienst in der Regel eine Stunde länger zur Verfügung.
  • Das Team musste pünktlich weiter, um rechtzeitig beim nächsten Termin sein zu können.

Bruchhausen-Vilsen – „Ich wurde sogar angerufen und gebeten, zur Blutspende zu kommen“, erzählt Jan Drewes, der am Samstag gemeinsam mit seinem Vater Heinz Drewes bei der Blutspende in Bruchhausen-Vilsen mitmachte. Während Jan zum sechsten Mal Blut spendete, war es für seinen Vater bereits das 117. Mal. Warum sie dabei waren? Um zu helfen – „und weil es uns danach gut geht“, erzählt Heinz Drewes. Zudem könne es nur gesund sein, wenn der Körper wieder neues Blut produzieren müsse, findet Jan Drewes.

Rechtsform:gemeinnütziger eingetragener Verein
Gründung:25. Januar 1921 in Bamberg
Sitz:Berlin
Beschäftigte:180.309 (31.12.2019)
Freiwillige:443.334 (31.12.2019)

Was ihn jedoch wie viele andere Menschen wurmte, war die Tatsache, dass ab etwa 14 Uhr alle, die teilnehmen wollten, wieder nach Hause geschickt wurden. „Wenn man das aktiv bewirbt und Spender wie mich sogar anruft, muss man sich auch besser vorbereiten“, findet Jan Drewes.

Spendenwillige wurden nach Hause geschickt, weil weniger Zeit für die Spenden zur Verfügung stand

Dass der DRK-Blutspendedienst früher als geplant die Tore schloss, kam für die Ortsvorsitzende des Deutschen Roten Kreuzes, Gisela Müller, nicht überraschend. „Wir haben damit gerechnet, weil wir eine Stunde weniger als sonst zur Verfügung haben“, berichtet sie. Während an Wochentagen die Spende normalerweise zwischen 15 und 20 Uhr möglich ist, war am Sonnabend nur der Zeitraum von 11 bis 15 Uhr machbar.

Spenderblut ist auch in der Corona-Pandemie wichtig.

120 Spenderinnen und Spender waren dabei, an Wochentagen sind es zwischen 130 und 150. Der Termin fiel diesmal auf einen Samstag, weil die Spende immer am 2. Januar in Bruchhausen-Vilsen stattfinde, so Müller. Als der Gang noch voller Spendenwilliger stand, wurden weitere Kandidaten abgewiesen. „Denn das Team vom Blutspendedienst muss um 15 Uhr los, weil sie um 17 Uhr wieder in Springe sein müssen“, erläutert Gisela Müller.

Spendenbereitschaft sei nach Angaben der Ortsvorsitzenden in Corona-Zeit eher noch gestiegen

Auch Julian Rahlmann aus Martfeld machte sich auf, um Blut zu spenden, und musste unverrichteter Dinge wieder den Heimweg antreten. Das Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr wunderte sich ebenfalls wie ein gutes Dutzend weitere Menschen über die Tatsache, dass Spendenwillige abgewiesen wurden. Das steigere für einige sicher nicht gerade die Bereitschaft, sich beim nächsten Mal wieder auf den Weg zu machen, mutmaßt Rahlmann.

Fünf Erstspender machten am Samstag mit. Das habe nichts mit guten Vorsätzen zu tun, meint Gisela Müller. „Die werden meistens durch Familienmitglieder mitgezogen“, sagt die Vorsitzende. Was sie indes verwunderte, war die Tatsache, dass sogar zwei Menschen eigens aus Twistringen kamen, um Blut zu spenden.

Die Bereitschaft zum Blutspenden sei in der Corona-Zeit eher gestiegen. „Vielleicht auch, weil die Menschen mehr Zeit haben“, mutmaßt sie. „Man kommt raus und trifft andere Leute, das ist sicher auch ein Highlight“, hat Spender Jan Drewes eine weitere Vermutung. Wer Blut spendet, macht nicht zuletzt einen kleinen Check-Up. Denn das Blut wird im Labor auf das Vorhandensein bestimmter Krankheitserreger wie beispielsweise Hepatitis-C-Viren oder Hepatitis-B-Antikörper getestet. Ein Test auf das Corona-Virus findet jedoch nicht statt, „da eine Übertragbarkeit des Coronavirus (Sars-Cov-2) über das Blut [ist] nicht zu erwarten“ ist, schreibt der DRK-Blutspendedienst auf seiner Website.

Dieter Rengstorf aus Ochtmannien stand im Flur des Schulzentrums in der Schlange und wartete darauf, seine 20. Spende leisten zu können. „Das mache ich schon jahrelang“, sagt er über sein Engagement, Blut zu spenden. Außerdem sei es gut, seinen Spenderausweis immer bei sich zu tragen – dann wüssten im Notfall auch Rettungskräfte gleich in Sachen Blutgruppe Bescheid. „Ich mache das schon längere Zeit“, berichtet auch Refik Hadzidedic aus Bruchhausen-Vilsen. Für ihn stand die 15. Spende an. Er habe sich überlegt, wie er helfen kann. Das war seinerzeit seine Motivation zur ersten Blutspende. Und wenn er selbst einmal in einer Notsituation eine Bluttransfusion benötige, sei es gut, auch selbst Blutspender zu sein, findet Refik Hadzidedic.

Blutspendedienst ruft zu Plasma-Spende von Menschen mit überstandener Covid-19-Infektion auf

Der DRK-Blutspendedienst Niedersachsen-Sachsen-Anhalt-Thüringen-Oldenburg-Bremen (NSTOB) sucht Menschen, die eine Covid-19-Infektion mit deutlichen Symptomen durchgemacht haben und jetzt durch eine Plasmaspende anderen Erkrankten helfen möchten, die Krankheit zu überwinden. Nach überstandener Infektion besitzt man in der Regel Antikörper gegen das Sars-Cov-2-Virus, die in den meisten Fällen vor einer erneuten Infektion schützen. Diese Antikörper können durch eine Plasmaspende an erkrankte Personen weitergegeben werden und diesen helfen, das Virus zu bekämpfen. Der Spender sei durch das Abgeben der Antikörper nicht gefährdet, so das DRK.

Der DRK-Blutspendedienst NSTOB sucht Menschen, die eine Covid-19-Infektion mit deutlichen Symptomen durchgemacht haben und jetzt durch eine Plasmaspende anderen Erkrankten helfen möchten, die Krankheit zu überwinden.

Der Körper besitze ein immunologisches Gedächtnis und stelle bei Bedarf genug wirksame Antikörper her, um vor späteren Infektionen zu schützen. Auch, wenn noch nicht erwiesen ist, unter welchen Bedingungen das sogenannte Covid-19-Rekonvaleszentenplasma hilft, stelle es eine weltweit genutzte Therapiemöglichkeit dar. Voraussetzung ist, dass die Spender ausreichend starke Antikörper besitzen. Für die Plasma-Spende komme man infrage, wenn man eine Sars-Cov-2-Infektion mit ausgeprägten Symptomen durchgemacht hat und mit einem PCR-Verfahren positiv getestet wurde.

Die Plasma-Spende wird in den Instituten für Transfusionsmedizin in Oldenburg und Dessau durchgeführt. Eine Plasmaspende bei mobilen DRK-Blutspendeterminen ist nicht möglich. Weitere Informationen gibt es unter Telefon 0441/94 401-18 oder per E-Mail an plasma@bsd-nstob.de.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Laschet zum neuen CDU-Vorsitzenden gewählt

Laschet zum neuen CDU-Vorsitzenden gewählt

Leipzig verpasst Tabellenspitze - BVB strauchelt gegen Mainz

Leipzig verpasst Tabellenspitze - BVB strauchelt gegen Mainz

Dutzende Tote bei Erdbeben auf Sulawesi in Indonesien

Dutzende Tote bei Erdbeben auf Sulawesi in Indonesien

Die RTL-«Dschungelshow» startet

Die RTL-«Dschungelshow» startet

Meistgelesene Artikel

Seniorin aus Weyhe stirbt nach Corona-Impfung: Entwarnung nach der Obduktion

Seniorin aus Weyhe stirbt nach Corona-Impfung: Entwarnung nach der Obduktion

Seniorin aus Weyhe stirbt nach Corona-Impfung: Entwarnung nach der Obduktion
Wolfsrudel siedelt sich im Landkreis Diepholz an: Noch geschützt – bald bejagbar?

Wolfsrudel siedelt sich im Landkreis Diepholz an: Noch geschützt – bald bejagbar?

Wolfsrudel siedelt sich im Landkreis Diepholz an: Noch geschützt – bald bejagbar?
Ärger mit Vodafone: Ehepaar schaltet Anwalt ein

Ärger mit Vodafone: Ehepaar schaltet Anwalt ein

Ärger mit Vodafone: Ehepaar schaltet Anwalt ein
Heimwerker-Ansturm im Baumarkt – Außer-Haus-Verkauf macht es möglich

Heimwerker-Ansturm im Baumarkt – Außer-Haus-Verkauf macht es möglich

Heimwerker-Ansturm im Baumarkt – Außer-Haus-Verkauf macht es möglich

Kommentare