Freispruch nach Party-Schlägerei

Blut, blaue Flecken, aber keine Beweise

Br.-Vilsen - Von Dieter Niederheide. Im Zweifel für den Angeklagten: Weil es zu viele unterschiedliche Zeugenaussagen gab, hat das Amtsgericht Syke einen Angeklagten aus Bruchhausen-Vilsen vom Vorwurf der vorsätzlichen Körperverletzung freigesprochen.

Was wirklich bei der Party am Himmelfahrtstag, 14. Mai, im Bereich des Bahnhofs in Bruchhausen-Vilsen passiert ist, lasse sich nicht feststellen, sagte die Richterin in der Urteilsbegründung. Die Staatsanwaltschaft hatte dem Angeklagten vorgeworfen, einen Mann aus Asendorf erst mit der Faust gegen den Kopf geschlagen und ihm später, als er am Boden lag, weitere Faustschläge und Tritte verpasst zu haben.

Der Angeklagte schilderte den Vorfall ganz anders. Er und ein Bekannter seien von dem Asendorfer grundlos geschubst worden. Er sei gestürzt, aufgestanden und habe seinen Kontrahenten gefragt, was das denn sollte. Daraufhin habe es eine verbale Auseinandersetzung gegeben, dann habe der Asendorfer ihn angegriffen, und er, der Angeklagte, habe sich gewehrt. Dann sei er mit dem Asendorfer zu Boden gefallen und habe sich gegen weitere Schläge verteidigt.

Der Asendorfer konnte sich nur noch schwach an die Auseinandersetzung erinnern. Er sei mit einer Radlergruppe unterwegs gewesen und bei der Himmelfahrtsfete gelandet. Nüchtern sei er nicht mehr gewesen. Es habe ein Wortgefecht gegeben und der Angeklagte sei aggressiv geworden, sagte er.

Unstrittig ist das Ergebnis der Schlägerei: Der Asendorfer trug Verletzungen am Kopf und Prellungen im Gesicht davon. Etwa drei Wochen war er arbeitsunfähig.

Zeugen schilderten, dass sein T-Shirt blutüberströmt war. Ein Zeuge gab an, beobachtet zu haben, dass der Angeklagte auf dem Opfer kniete und mit den Fäusten zuschlug. Andere Zeugen sprachen von einem Werkzeug in der Hand des Mannes, der den Asendorfer gegen den Kopf schlug. Aber ob es der Angeklagte war, konnte nicht genau gesagt werden.

Aus den verschiedenen Versionen zum Geschehen, die die Zeugen vor Gericht berichteten, konnte die Strafrichterin nicht zweifelsfrei schließen, ob die Vorwürfe gegen den Angeklagten zutreffen oder nicht. Also sprach sie den Mann frei und entsprach damit dem Antrag der Staatsanwältin. Die Kosten für das Verfahren trägt die Landeskasse.

Rubriklistenbild: © dpa

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