„Blühinitiative“ aus dem Raum Asendorf startet ihre erste Aktion

Blumen gegen das Insektensterben

Die Saat für die Blühwiese haben (von links) Eckhard und Noah (vorne) Gumprecht, Björk Gumz und Ulf Feuerstein zusammengestellt. Foto: Andree Wächter

Asendorf - Von Andree Wächter. Was kann jeder auf seinem Grundstück tun, um gegen das Insektensterben vorzugehen? Eine Möglichkeit: Im eigenen Garten ein Restaurant für Bienen und Hummeln einrichten. Die „Blühinitiative“ aus dem Raum Asendorf wird auf dem Erdbeermarkt am 16. Juni die „Asendorfer Blühmischung“ verteilen. Interessierte können ein Blühfeld an der Straße Am Spritzenhaus in Asendorf besichtigten. Es hat eine Größe von 1 500 Quadratmetern.

Ein Weg führt die Besucher durch die Anlage. Aufgeteilt ist sie in viele kleine Felder. Pro Feld sind eine oder zwei Sorten eingesät. Der Grund: „In der Natur gruppieren sich die Pflanzen auch“, sagt Imker Björk Gumz. Und weiter: „Es kommt nicht vor, dass nur ein Gänseblümchen neben nur einem Löwenzahn wächst.“ Außerdem können die Besucher so sehen, welche Pflanzen, für welche Insekten attraktiv sind. Natürlich werden auch Blühmischungen zu sehen sein. „Zehn verschiedene sähen wir aus“, erklärt Ulf Feuerstein. Zusammen mit Eckhard Gumprecht legen sie federführend das Blühfeld an.

Zwischen Fenchel, Sonnenblumen, Steinklee und Leindotter befinden sich zwei Rondelle, sogenannte Blühräder. Jeweils zwölf Arten sind dort ausgesät, die von Segment zu Segment immer größer werden. Damit die ersten Erfolge schon im Juni zu sehen sind, wird das Feld aktuell hergerichtet und Ende März erfolgt dann die Aussaat. „Helfer sind gerne gesehen“, so die drei von der „Blühinitiative“.

Die Erdbeermarktbesucher können neben der Besichtigung auch eine kleine Fläche im eigenen Garten für Insekten herrichten. „Wir verteilen 1 200 Tüten der Asendorfer Blühmischung“, sagt Feuerstein. Laut dem Saatexperten reicht der Inhalt für rund einen Quadratmeter. Auf der Blühwiese können die Männer und Frauen sehen, wie die Asendorfer Blühmischung aussieht. 24 Samenarten sind in der Tüte enthalten. Die Mischung ist so zusammengesetzt, dass möglichst viele Pflanzen zum Zuge kommen und nicht eine die andere Art unterdrückt.

Fehlen wird in der Saatenkomposition allerdings Senf. Laut Imker Gumz kristallisiert Senf-Nektar so stark, dass der Honig unbrauchbar ist: „Man spricht dann auch von Betonhonig.“ Im Winter können die Bienen diesen harten Honig nicht fressen. Sie verhungern dann, obwohl sie theoretisch genug zum Überleben haben.

Neben den Privatgärten haben die Initiativmitglieder auch Landwirte als Zielgruppe. Als Beispiel führen Gumz und Feuerstein den trockenen Sommer 2018 an. Das Korn musste gegen Läuse gespritzt werden. Laut den beiden hätten Blühstreifen den Pestizideinsatz deutlich verringern können. Der Grund: Schwebfliegen hätten ihre Larven dort abgelegt. „Die Larven sind Läusejäger“, sagt Gumz. Und Raps benötigt Insekten zur Befruchtung. Fliegen viele von ihnen über die Felder, kann laut Feuerstein der Ertrag um bis zu 20 Prozent steigen.

Die „Blühinitiative“ hat sich im vergangenen Jahr gegründet. Die Blühwiese ist eine erste Aktion der Mitglieder. Die Aktiven verfolgen dabei Ziele, wie auf das Insektensterben hinzuweisen, die Lebensbedingungen der Insekten zu verbessern und den Menschen konkrete Hilfestellungen zu geben. Des Weiteren wollen sie eine Blühmischung zusammenstellen, die eine lange Blühzeit hat, also bis in den Herbst hinein Pollen und Nektar liefert und das Klima und die Bodenqualität berücksichtigt. Der Initiative geht es dabei nicht nur um die Kulturbiene (Honigbiene), sondern auch um die Wildbiene und alle anderen Insekten wie Hummeln.

Den Mitgliedern ist klar, dass das Verteilen von ein paar Tüten, das Problem „Insektensterben“ nicht lösen wird. „Es muss flächendeckend in Deutschland etwas passieren“, sagen Feuerstein und Gumz. Das Anlegen des Blühfelds und die Tütenverteilung seiein Schritt, der als Multiplikator dienen soll. Also andere zum Nachmachen animieren. Tipps geben die Mitglieder während des Erdbeermarkts.

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