„Insektenrestaurant“ am Heiligenberg

Blühinitiative Asendorf legt in rund 500 Stunden ehrenamtlicher Arbeit eine Blühwiese an

Ulf Feuerstein tauscht vor einer Gästeführung die Kräuter an einer Infosäule aus. Im Hintergrund ist die Blühwiese zu sehen. Die Idee für den Pfahl hat er aus Südafrika mitgenommen.
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Ulf Feuerstein tauscht vor einer Gästeführung die Kräuter an einer Infosäule aus. Im Hintergrund ist die Blühwiese zu sehen. Die Idee für den Pfahl hat er aus Südafrika mitgenommen.

Heiligenberg – Die Wiese zwischen dem Forsthaus Heiligenberg und der nahe gelegenen Klostermühle strahlt in den Farben lila, gelb, blau, weiß und rot. Dazu summt es in unterschiedlichen Tonlagen. Der Tisch ist für die Insekten reichlich gedeckt. Angelegt hatte die Blühinitiative Asendorf das Paradies für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge (wir berichteten). Nun sind die ersten Blüherfolge zu sehen und sie sind ein willkommenes Motiv für Fotos und Selfies.

„Das Blau der Kornblume wird in den kommenden Tagen durch viel Gelb abgelöst“, sagt Dr. Ulf Feuerstein von der Blühinitiative. Gemeint sind damit beispielsweise Kamille oder Margeriten. In rund 500 Stunden ehrenamtlicher Arbeit haben die Mitglieder das „Insektenrestaurant“ angelegt – und den Tieren scheint es zu gefallen. Wenn ein Besucher vor der Wiese kurz innehält, kann er ein wildes Summen hören und eine Vielzahl von den kleinen Tieren beobachten. Eine genaue Bestandsaufnahme, wie viele Bienenarten es sind, ist für das kommende Jahr geplant. Denn die Insekten müssen sich laut Feuerstein erst an das neue Nahrungsangebot gewöhnen und dieses als dauerhaft registrieren.

Die Vorarbeiten begannen im vergangenen Jahr. Im Anschluss erfolgte die Aussaat in zwei Etappen. Eine Ende März und die weitere vier Wochen später. „Wegen der befürchteten Trockenheit starteten wir früher als geplant“, so Feuerstein. In den ersten Wochen musste die Saat noch gewässert werden. „An einigen Stellen brachten wir mit einer Gießkanne das Wasser zu den Pflanzen“, so der Experte.

In die Erde wurde die Regionalsaat-Grundmischung eingebracht. Feuerstein: „Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht.“ Ergänzt haben die Mitglieder sie mit für den Bodentyp passenden Kräutern, die mehrjährig blühen. Dazu haben sie rund 3 000 vorgezogene Pflanzen von Hand in sogenannte Blühinseln gesetzt. „Nur so haben sie eine Chance, sich gegen schnellerwachsende Pflanzen durchzusetzen.“ Etwa 15 Sorten blühen von den 35 ausgesäten. „Die Artenvielfalt soll noch mehr werden“, sagt Feuerstein über das langfristige Ziel.

Das soll in fünf Jahren erreicht sein. So lange läuft die Patenschaft für die Fläche, die sich im Besitz des Forsthauses befindet. „Dann sollte sich die Wiese jedes Jahr von selber regenerieren.“ Bis dahin liegt noch viel Arbeit und Geduld vor den Mitgliedern der Blühinitiative. Die nächsten Schritte sind, das Wachstum weiter im Auge zu behalten und dafür zu sorgen, dass sich ein biologisches Gleichgewicht einstellt. Denn die Wiese soll vom Frühjahr bis in den Herbst blühen und so über viele Wochen ein Nahrungsangebot bereithalten. „Und es soll auch die ganze Zeit schön aussehen.“

In einem weiteren Schritt wollen die Aktiven die Lebensbedingungen für die Kräuter weiter optimieren. Es müssen fremde Pflanzen entfernt werden und an Stellen, an denen sich die Saat nicht so entwickelte, muss nachgesät werden. Schlussendlich müssen dann noch blütenfreie Stellen angelegt werden. Das heißt reine Bodenerde. Dies hat die Funktion, dass sich dort Samen aus den vorhandenen Pflanzen ausbringen können. Des Weiteren sind solche Stellen wichtig für die Bienen. Sie brauchen beispielsweise Lehmboden zum Nestbau.

Die letzten Arbeiten sind dann gleich die ersten für die Saison 2021. Dann wird die Wiese einmal gemäht. Dies passiert nach dem Ausfallen der Samen und nach dem Schlüpfen von Insekten.

Von Andree Wächter

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