„Looping Brothers“ geben temperamentvolles, trauriges, mitreißendes Konzert

Bluegrass vom Feinsten

Die „Looping Brothers“ spielten sich in die Herzen ihrer Zuhörer. - Foto: Dagmar Voss

Süstedt - Von Dagmar Voss. Wunderbar temperamentvolle oder auch mal bluesige Musik, handgemacht und geerdet sorgte am Samstagabend für ein fabelhaftes Konzert – und allerbeste Stimmung. In der Nolteschen Scheune in Süstedt gastierten im Rahmen der „Scheunenkonzerte“-Reihe die „Looping Brothers“ mit Bluegrass vom Feinsten. Es ging schon stark auf 23 Uhr zu, als das Trio nach fast drei Stunden Programm und der x-ten Zugabe vom begeisterten Publikum entlassen wurde.

Dass die drei – also Ulli Sieker (Hauptgesang, Mandoline, Fidel, Gitarre), Matthias Malcher (Gesang, Gitarre, Banjo) und Ralf Strotmann (Gesang, Bass) – zu Recht zu den herausragenden europäischen Bluegrass-Formationen zählen, stellten sie mit ihrem professionellen Auftritt in Süstedt unter Beweis. Zu hören waren Improvisationen altbekannter Klassiker und eigene Stücke.

Schon der Auftakt mit „We are the looping brothers“, gefolgt vom besinnlichen Stück „Kentucky in the morning“ war sehr gelungen. Richtig schön traurig wirken konnten die Musiker auch, beispielsweise mit dem Song „Blue is the colour of lonesome“, einem Klassiker der Country- und Bluegrass-Szene. Immer schön im Mix blieben die Bandmitglieder – mit melancholisch-bluesigen Songs sowie leidenschaftlichen Stücken mit geradezu halsbrecherischer Geschwindigkeit unterhielten sie die Zuhörer in der gut besuchten Scheune. Geniales Picking schien Malcher und Sieker quasi aus den Fingern zu fließen. Ob mit Mandoline, Gitarre oder Fidel, Banjo oder Bass, sie entlockten ihren Instrumenten Klänge, die die Gäste direkt in die Weiten der Berge von Tennessee und Kentucky brachten.

Zu den interpretierten Klassikern zählten Johnny Cashs „I still miss someone“ und Gordon Lightfoots „Bitter green“. Dazu gesellte sich auch „The engineers don’t wave from the trains anymore“ von einem der Väter des Americana, Tom T. Hall. Mitreißender Sound der Hillbillies (Bewohner der ländlichen, gebirgigen Gegenden der Vereinigten Staaten) füllte den Raum unter den alten Balken, auch etwas Folk und ein paar Gospels wie das traditionelle „It’s me again lord“ standen auf dem Konzertprogramm.

Für bestes Amüsement sorgte Ulli Sieker mit seinen komisch-trockenen Anmerkungen und Anekdoten. Fast zu einem Running Gag wurden seine Berichte über sein Können als Handwerker, über die Restaurierungsarbeiten, die er am eigenen Haus vornimmt. Oder die, die er mal an einer einsamen Brücke im englischen Devon versucht habe. „Die Brücke gibt’s nicht mehr, meine Lehmarbeiten sind weggespült worden – aber sie ist unsterblich dank unseres Songs darüber“, sagte Sieker.

Noch unsterblicher machte das Osnabrücker Trio die amerikanischen Kompostwürmer „Tennessee Wiggler“ mit dem gleichnamigen Lied – immerhin seien sie klein, aber effektiv.

Die „Looping Brothers“ haben sich mit diesem Konzert sicherlich in die Herzen und Seelen der Zuhörer gespielt, die meisten freuen sich schon auf den nächsten Auftritt hierzulande. Augenzwinkernd versprach Ulli Sieker, ab sofort jeden Freitag in Süstedt zu spielen, schließlich wohne er demnächst in Nienburg, also nicht weit weg. Man darf gespannt sein …

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