Chefwechsel

Blasmusik ist nicht nur was für Oldies: 22-Jähriger übernimmt Leitung des Musikzugs

Klaus Bracht reicht den Staffelstab weiter: Patrick Bormann (links), neuer Leiter des Musikzugs der Freiwilligen Feuerwehr Bruchhausen-Vilsen, ist stolz und freut sich über das entgegengebrachte Vertrauen.
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Klaus Bracht reicht den Staffelstab weiter: Patrick Bormann (links), neuer Leiter des Musikzugs der Freiwilligen Feuerwehr Bruchhausen-Vilsen, ist stolz und freut sich über das entgegengebrachte Vertrauen.

Br.-Vilsen –  Frischer Wind weht seit Kurzem an der Spitze des Musikzugs der Freiwilligen Feuerwehr Bruchhausen-Vilsen. Denn nach acht Jahren hat der ehemalige Leiter Klaus Bracht den Staffelstab zum Jahresbeginn weitergegeben, und zwar an den 22-jährigen Patrick Bormann. Dieser ist jedoch kein Fremder für die Musiker. Bereits seit 13 Jahren unterstützt der Bruchhausen-Vilser die Truppe mit seinen Künsten am Schlagzeug und dem Flügelhorn. Doch was hat Bracht dazu bewegt, die Führung aus der Hand zu geben, und wie geht es mit den Blasmusikfreunden jetzt weiter?

  • Klaus Bracht gibt nach acht Jahren als Leiter des Musikzugs der Freiwilligen Feuerwehr Bruchhausen-Vilsen sein Amt ab.
  • Sein Nachfolger ist der 22-Jährige Patrick Bormann aus Bruchhausen-Vilsen.
  • Er ist nicht das einzige Beispiel im Musikzug dafür, dass Blasmusik nicht nur was für Oldies ist.

Genau wie Bormann jetzt, war auch Klaus Bracht kein Unbekannter als er 2013 den Posten als Leiter übernahm. Der heute 60-Jährige ist nämlich schon rund 47 Jahre ein nicht wegzudenkendes Mitglied im Musikzug – so bewies er sein Können bereits an der Trompete und dem Flügelhorn. Nun ist es die Tuba, mit der Bracht die 24-köpfige Truppe komplett macht. Und hinter dem großen Blechblasinstrument wird ihn das Publikum auch weiterhin beäugen können, denn das Abgeben des Leiterpostens stehe in keinem Zusammenhang mit einem Austritt.

Um zu verdeutlichen, warum er den Chefposten abgegeben hat, zitiert Bracht die Kinderbuchautorin Astrid Lindgren: „Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hinzuschauen“. „Ich fühlte mich innerlich ein bisschen unter Druck“, meint der 60-Jährige. Immerhin habe er noch viele andere Hobbys, wie das Motorradfahren und den Fußball, denen er sich neben der Musik gerne widmen möchte. Darüber hinaus arbeitet der Martfelder auch noch als Fahrlehrer.

Als Leiter galt es, die Verantwortung zu übernehmen. So behielt Bracht in den vergangenen acht Jahren unter anderem die Kasse des Musikzugs im Blick, kümmerte sich um die Beschaffung der Noten und die Uniformen, nahm Auftrittsanfragen entgegen und fungierte als Ansprechpartner für die Feuerwehr und die Öffentlichkeit. Gemeinsam mit dem Übungsleiter Jens Stegemeier, dem Noten- sowie dem Kassenwart entschied er außerdem über die Richtung des Musikzugs und engagierte sich bei der Nachwuchsgewinnung.

Neuer Musikzug-Leiter freut sich über entgegengebrachtes Vertrauen und ist stolz

Prägend für die Zukunft der Gruppe waren wohl der von Bracht initiierte Wechsel von der Ortswehr zur Samtgemeindefeuerwehr sowie der Wechsel vom Gasthaus Schröder zum Gasthaus Uhlhorn und eine Veränderung in der Besetzung des Übungsleiterpostens. „Man darf vor schwierigen Entscheidungen nicht zurückschrecken“, sagt er. All das kommt nun auf den jungen Patrick Bormann zu, den Bracht insgeheim als „Multitalent“ bezeichnet.

Und der 22-Jährige ist seinem ehemaligen Chef enorm dankbar für das entgegengebrachte Vertrauen. „Als er mich fragte, ob ich seinen Posten übernehmen will, war ich wirklich stolz“, erinnert sich Bormann. Durch seine langjährige Erfahrung im Musikzug weiß er zudem ganz genau, was als Leiter auf ihn zukommt. „Ich habe keine Bedenken, was den zeitlichen Mehraufwand angeht“, erläutert der Bruchhausen-Vilser. Schade finde er hingegen eher, dass das Jahr 2021 durch die weiter anhaltenden Corona-Beschränkungen wohl auch ruhiger verlaufen werde, als gewohnt.

Musikzug-Leiter verbindet eine Gemeinsamkeit: Blasmusik ist fester Bestandteil ihres Musikgeschmacks

Genau wie Bracht wurde auch ihm die Leidenschaft zur Blasmusik bereits in die Wiege gelegt. Sowohl Bormanns Eltern, als auch seine Großeltern waren Fans. Er selbst spielt seit 2005 Trompete und seit vielen Jahren Schlagzeug. Bei dem ehemaligen Leiter Klaus Bracht sieht es ähnlich aus, denn auch sein Opa spielte schon Tenorhorn und gab sein Wissen an den Enkel weiter. Brachts Vater wiederum gab sein Können an der Trompete zum Besten.

Noch eine Gemeinsamkeit, die den Ex-Chef und den neuen Mann an der Spitze verbindet: Für beide ist Blasmusik ein fester Bestandteil ihres Musikgeschmacks. Zwar hört Bormann auch andere Songs, doch Blasmusik hat für ihn etwas ganz Besonderes: „Es ist Musik, die echt ist, die handgemacht ist, ohne elektronische Laute und bei der es auf jedes Instrument ankommt.“ Ähnlich begeistert ist auch Bracht.

Besonders schätzt der 60-Jährige die gemeinsamen Auftritte mit dem Musikzug: „Ich merke dabei immer wieder, mit wie wenig man so vielen eine Freude machen kann. Es macht einfach Spaß, da wir mit Herzblut spielen.“ Jede Inszenierung habe etwas Besonderes. Als absolutes Highlight gelten für ihn jedoch immer die Frühjahrskonzerte. „Wenn der Applaus dann kommt und die Leute eine Zugabe verlangen, das ist einfach schön“, sagt er.

Neuer Leiter will Musikausrichtung nicht ändern: „Es gibt keinen Grund, gute Musik zu ändern“

Und gerade weil die Art von Musik allen so viel Freude bereitet, hält Bormann als neuer Leiter es auch überhaupt nicht für nötig, die Musikausrichtung der Gruppe zu verändern. „Klar, muss man immer im Auge behalten, wie sich eine Musikrichtung entwickelt, aber momentan finde ich es schön, wie es ist“, sagt er.

Dem kann auch sein Martfelder Kollege nur zustimmen: „Es gibt keinen Grund, gute Musik zu verändern.“ Seiner Meinung nach sei es allerdings wichtig, darauf zu achten, was sich das Publikum wünsche. Die Zielgruppe der Truppe seien eben hauptsächlich ältere Menschen, die sich durch das Hören von Polka, Walzern und Märschen an vergangene Zeiten zurückerinnert fühlten. „Trotzdem kann sich natürlich jeder bei der Stückauswahl einbringen und etwas vorschlagen“, versichert Bracht.

Wer jetzt aber denkt, Blasmusik ist nur etwas für die ältere Generation, der liegt falsch. Der 22-jährige Patrick Bormann ist beim Musikzug nicht das einzige Beispiel. Denn in den vergangenen Monaten sei noch mehr junger Nachwuchs dazugekommen, betont Ex-Chef Bracht.

Von Nala Harries

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